Archiv | Juni 2015

Die Entdeckung der Schönheit

Ein Gastbeitrag von Benjamin Weissinger

Dass ich für die Prinzessinnenreporter über das „Zentrum für politische Schönheit“ schreiben sollte, schien mir schon vom Namen her einleuchtend. Dass es außerden darum gehen sollte, Flüchtlingen zu helfen, fand ich wunderbar. Armen Menschen in Not muss geholfen werden. Bekanntlich setzen sich viele Reiche und Schöne so gut sie können für diese Menschen ein. Ich etwa war schon oft auf Wohltätigkeitsveranstaltungen und habe dort für Gott und die Welt gespendet, nichts war mir gleichgültig, ich war überall dabei, wenn es die Zeit zuließ. Ich wusste, ich wollte, und ich wusste, ich konnte helfen. Hier aber, beim Zentrum für politische Schönheit, schien es sich um noch konkretere Intervention, um politische, vielleicht sogar gefährliche, ja wagemutige Aktion zu handeln. Von dieser Vorstellung war ich, das kann ich mit einigen Tagen Distanz sagen, berauscht, ja, verzaubert.

Als ich in Berlin auf die ersten Aktivisten traf, ließ ich mich vom Strom der Menschen mitreißen und schnappte allerhand auf, das ich mir vorher bewusst nicht angelesen hatte, denn ich wollte die Aktion unvoreingenommen aufsaugen. Ich erfuhr also, dass ich Teil eines „Marschs der Besessenen“ sei, so nannten sie es, glaube ich, und dass man zum Reichstag ziehe, um dort zu demonstrieren. Hervorragend, dachte ich, und spürte eine positive Anspannung in mir, aber auch unter meinen Mitdemonstranten. Ein unsichtbares Band, das schon nach wenigen Minuten zwischen uns bestand. Mit dem Vorschlag, uns ein paar Taxis zu rufen, setzte ich mich aber ganz schön in die Nesseln. Gelächter, aber durchaus gutmütiges.“Wir laufen natürlich!“ Urig. Toll. Wie neulich die Staatsoberhäupter beim Almauftrieb. Das Wetter ließ es auch zu. Wir machten auf dem Weg einige Fotos voneinander. Auf den meisten war ich in der Mitte, das geschah alles ganz natürlich und unverkrampft. Dann endlich kamen wir am Reichstag an. Es hatten sich schon viele Mitdemonstranten versammelt, und nun erfuhr ich, dass es noch eine spezielle Aktion geben solle, nämlich das Ausheben von Gräbern.

Jeder, der noch nie ein Grab ausgehoben, geschweige denn jemanden unter die Erde gebracht hat, kann sich wohl den spontanen Widerwillen vorstellen, mit dem ich auf diese etwas morbide Idee reagierte. Vor allem, wie sollte das Flüchtlingen helfen? „Mensch, die Toten kommen. Deutschland muss sie endlich wahrnehmen“, versuchte mir jemand auf die Sprünge zu helfen. Die Toten kommen? Wo… ? -„Jetzt?“ -Ich drehte mich doch sehr verunsichert, und, ich will das garnicht leugnen, auch etwas verängstigt um. „Nicht wirklich, Mensch, symbolisch.“ Symbolisch? Wie. Warum. Die Toten…was wollen die denn mit Toten? Ich schwieg aber, da ich das ärgerliche Gefühl hatte, mich mit weiteren Fragen nur zu blamieren, und wartete ungeduldig ab, was geschehen würde.

Irgendjemand hielt über Lautsprecher eine Rede, die mich aber – um ehrlich zu sein – nicht sonderlich interessierte. Viel aufregender fand ich, wie sich viele meiner Mitdemonstranten auf die eigentliche Aktion vorzubereiten schienen. Einige zogen Säcke mit Erde hervor, andere hatten plötzlich Bretter und Holzpflöcke in der Hand. Mich erinnerte das irgendwie an Bram Stoker’s Dracula, wie er mit Heimaterde nach London zieht, aber auch dort nicht zur Ruhe kommt, was ich allerdings für mich behielt. Dann brach etwas entfernt von mir die Hölle los. Einige hundert Demonstranten kesselten eine kleine Polizeieinheit ein, die offensichtlich versucht hatte, die Aktion zu sabotieren. Alle brüllten „Mörder! Mörder!“.

Kalter Schweiß brach mir aus. Mord? Gerade eben? Ich wollte schon Hals über Kopf davonlaufen, als mir eine Mitdemonstrantin sagte, es sei nicht wirklich jemand gestorben. „Ach, symbolisch“, stellte ich erleichtert fest. Sie nickte etwas zögerlich. Anderswo gelang es den Aktivisten, mit ihren Utensilien teils sehr schöne Grabattrappen auf den Rasen zu zaubern. Jemand brüllte mir seitlich ins Ohr, ich solle nicht vergessen, das sei auch Kunst. „Keine Sorge, ist mir schon aufgefallen“, sagte ich etwas barsch, denn die unaufhörlichen Belehrungen begannen mich nun doch etwas zu stören. Dann kamen mehr Polizisten und wollten wohl wieder stören. Alles ging sehr schnell, viele liefen und riefen nun durcheinander, und ich taumelte verwirrt, aber auch zunehmend beseelt durch diesen herrlichen Rummel.

Denn langsam verstand ich, ohne dass es mir jemand hätte sagen müssen. Die Gräber und das alles – das sind wir. Die Toten in den Gräbern, die ja in Wahrheit garnicht da sind und ja auch nur symbolisch gemeint sind: Das sind auch wir. Wir müssen aus diesen selbstgeschaufelten Gräbern auferstehen, weil wir garnicht tot sind, ja, wir müssen zu Flüchtlingen werden, die den Rasen nach und nach verlassen müssen. Weiß Gott, das Zentrum hatte mich aufgeweckt. Ich fühlte mich wie ein Flüchtling im Widerstand, neugeboren, auferstanden, irgendwie gut drauf. Mit viel Verantwortung, mit einer Mission, die für mich bestimmt ist. Ich sah meinen Brüdern und Schwestern, so nannte ich sie jetzt, an, dass es ihnen auch so ging. Alle hatten dieses Leuchten in den Augen. Das Bewusstsein, sich, aber eben auch anderen, etwas wirklich Gutes getan zu haben. Natürlich auch für die anderen Flüchtlinge, denen es noch etwas schlechter geht. Denn, wie ich es auf dem Weg in eine sehr nette Kneipe, in der wir Schönen es uns den Abend noch lange und zurecht gut gehen ließen, so schön sagte: Spenden und irgendwo helfen, schön und gut. Aber sich und andere wirklich bewegen, also symbolisch, Aktion, Kunst auch, Humanismus, Menschenrechte, ja, Widerstand, und das eigene Ich, das „Ich“ betonend, für andere! Das ist das, was wirklich zählt.

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Dieser Eintrag wurde am 30. Juni 2015 veröffentlicht. Ein Kommentar

Protestnote des Hofzeremonienmeisters

Läuft.  Foto: TÜV royal

Läuft.
Foto: TÜV royal

Von Fritz Tietz

Es kursiert ein Foto, mit dessen Verbreitung man mich erneut einer mir bereits wiederholt unterstellten Grobschlächtigkeit und schlechten Kinderstube zu bezichtigen versucht, welche sich in keiner Weise mit dem Amt eines royalen Hofzeremonienmeisters vertrüge. Angeblich, so behaupten die anonymen Paparazzi und Herumzeiger nämlich, zeigt mich dieses Foto bei der Erledigung „eines unziemlichen kleinen Geschäftes ins royale Goldfischbecken“ – was zu behaupten eine Niedertracht sondergleichen ist.

In Wirklichkeit ist es der Swimmingpool der Prinzessinnenreporter, dessen Sprinkleranlage ich hier gerade auf ihre Einsatztauglichkeit überprüfe. Einmal wöchentlich ist dies zu erledigen, so lautet die unbedingt zu befolgende Vorschrift. Nicht auszudenken, wenn die Anlage im Ernstfall einmal nicht funktionierte und das Wasser im Pool, so es in Brand geriete, nicht automatisch gelöscht werden würde.

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Dieser Eintrag wurde am 29. Juni 2015 veröffentlicht. 2 Kommentare

Die griechische Prinzessin- να ζήσεις!

Quelle: http://www.royaltyguide.nl/images-families/bonaparte/1882%20Marie.JPG

Quelle: http://www.royaltyguide.nl/images-families/bonaparte/1882%20Marie.JPG

Während die deutsche Politik und einige Medien teils unteriridisch, teils sexistisch und boshaft gegenüber Griechenland und insbesondere speziellen griechischen Frauen agieren, haben wir Prinzessinnen uns zusammengetan um an eine unserer royalsten Vorgängerinnen zu erinnern:

     die Prinzessin von Griechenland:

Marie Bonaparte, die  am 2. Juli ihren 133. Geburtstag feiern würde. Die Prinzessin war eine Schriftstellerin, eine Psychoanalytikerin und Sozialpsychologin; sie schrieb eigene Bücher und übersetzte viele-
kurz: sie war ganz grandios!

Bevor sie selbst 1940 vor den Nazis aus Frankreich, wo sie lebte, ins griechische Exil flüchten musste, konnte sie einige Juden vor den Nazis retten. So verhalf sie zum Beispiel Sigmund Freud und seiner Familie zur Flucht nach London, indem sie für ihn die sog. Reichsfluchtsteuer bezahlte. Auch der jüdische Sozialist Richard Berczeller konnte dank der griechischen Prinzessin über Frankreich und die Elfenbeinküste nach New York entkommen. Kurz: die Welt hat der griechischen Prinzessin viel zu verdanken. Man sollte ihre Untertanen endlich mal mit Gold überhäufen! Viva Griechenland! να ζήσεις!

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Dieser Eintrag wurde am 28. Juni 2015 veröffentlicht. Ein Kommentar

Die Sommervariante

mm Prinzessin Elke ist in Urlaub, Prinz Leo hat sich seit gestern im      Badezimmer verschanzt und Kasimir hat ne Mieze aufgerissen und  lässt sich derzeit gar nicht mehr blicken. Grund genug für  uns Restprinzessinnen unsere heutige morgendliche  Redaktionssitzung im Prinzessinnenreporter-Headquarter (kurz:  PR♕HQ) ausnahmsweise mit einem Moscow Mule zu begießen und in  unsere royalblauen Notitzbücher aristokratische Schleifchen in rosa zu  malen. Rosa Schleifchen malen ist die sommerlich-leichte Variante der  Journalismusrettung… quasi die Yogurette unter den  Bitterschokoladenrettungsbemühungen.
Nur damit Ihr nicht denkt, wir würden  faulenzen oder so… Aber im  Sommer rettet man den Journalismus  einfach etwas gemächlicher.  Und dennoch: stilvoll wie eh und je! 

 

 

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Lyrische Ernte 7

w3Ab ins Wochenende mit einem Prinzessinnenreporterhuldigungsgedicht, das atlupus im royalen Gedichtwettbewerb einsandte:

 

 

Leise Fanfaren

Dereinst sie kamen rausgekrochen,
aus ihren Schlösschen klein und fein,
was haben andere verbrochen, 
dass das hatt müssen sein?

Nichts andres als die Welt zu retten,
auch wenns nur die journalistische war,
entfesselt von den Onlineketten,
geführt von einem eitlen Zar.

Nun, reportierende Prinzessinnen,
lasst Eure guten Taten sprechen,
ihr könnt nur noch gewinnen,
und eine Lanze für die Schwachen brechen!

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Dieser Eintrag wurde am 27. Juni 2015 veröffentlicht. 2 Kommentare

Lyrische Ernte 6

Dass der König der Hüfte seinen Beitrag zum royalen Gedichtwettbewerb gerissenerweise „Das Siegergedicht“ genannt hat, bedeutet keineswegs, dass die immer noch tagende Jury sich schon auf eine Platzierung geeinigt hat. Nach Veröffentlichung aller eingereichten Gedichte nehmen wir die Siegerehrung vor.

Das Siegergedicht


Da mach‘ sich mal einer `nen Reim drauf
Wo doch das Prügeln heute verboten ist
Oder machen die Royalisten da eine Ausnahme?
Und pushen den Schlagfertigen nach oben?
Schnell noch eine Meldung gewöhnlich gut unterrichteter
Kreise getwittert
Ohne Bild natürlich, wir distanzieren uns ja von denen.
Denen, mit ihren Halb- und Unwahrheiten

Jetzt mach aber mal‘n Punkt heißt es dann wieder
Punkt? -Einer pro Seite reicht mir
Und der war schon
Wo kämen wir denn da hin?
Oder ich übersetzte mal wieder was
Yara wollte letztens wieder eine Übersetzung
Für so ein proisraelisches deutsches Onlineportal
Mault aber, dass ich fast doppelt so viel pro Seite nähme
wie andere.
„Ja. ANDERE bringen auch keine 700 Wörter auf einer
Seite unter“
Außerdem ist Yara bei denen sowieso unten durch
Viel zu kritisch
Das versteht doch in Deutschland kein Schwein
Oder eben falsch
Also ein friedliches Weekend ohne Übersetzungen

Noch ein bisschen im Net stöbern
Unter Auslassung aller News-Seiten
Ich habe sie ja noch alle, oder?
Also was ist neu bei Reiner?
Oder ein alter Witz von Shelly?
Wer ist in den Hafen der Ehe eingefahren?

Message from Yara:
Ob ich es ihr nicht doch machen würde?
Aber bitte billiger
Ihr I-Pad hätte das Zeitliche gesegnet
Und sie benötige dringend das Geld
Wieso soll ich’s ihr überhaupt machen?
„Es gab schon lange kein Selfie mehr von dir
– in Bikini. Bist du fett geworden?“
Nein, aber sie habe jetzt einen Freund
OK
Und überhaupt, Winnetou ist tot
Und die weint ihrem I-Pad hinterher
Punkt

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Echte Treue ist rosa!

Die Journalismusrettung treibt bisweilen seltsame Blüten. Derzeit beispielsweise, ist es trendy die Treue zu seinem jeweiligen Journalismusretter durch ein kleines virtuelles Banner zu demonstrieren. Und obschon wir eigentlich royale Traditionalisten sind, wollten wir uns diesem neuen Trend nicht verschließen- zumal die Untertanen danach dürsten, ihre Treue zu unserer Seite ebenfalls demonstrieren zu dürfen. Wir haben deshalb sieben Banner hier zusammengestellt, die Ihr Euch nehmen und huldvollst zeigen dürft. Qualiätsleser sind rosa. Bedient Euch also!

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Dieser Eintrag wurde am 24. Juni 2015 veröffentlicht. Ein Kommentar

God Save the Queen: Eine Huldigung

Wir begrüßen ehrerbietigst unser geistiges Oberhaupt, Ihre Königliche Majestät Queen Elizabeth II., zu ihrem Staatsbesuch in Deutschland. Möge sie uns stets als Vorbild dienen, denn sie beherrscht nicht nur die Technik des huldvollen Winkens in Perfektion (s.o.), sondern auch den diplomatischen Umgang mit Angehörigen fremdländischer Herrscherhäuser (Level: Badass).

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Dieser Eintrag wurde am 23. Juni 2015 veröffentlicht. 2 Kommentare

Team Wendland – Das Geschenk

ein Geschenk! ein Geschenk!

ein Geschenk! ein Geschenk!

Exklusiv bei Prinzessinnenreporter: Wolfgang Wendland, Sänger der Punk-Band Die Kassierer, will Oberbürgermeister von Bochum werden. Stefan Laurin, einer seiner Wahlkampfmanager sowie Vorsitzender und einziges Mitglied der Initiative „Bürger für Wolfgang Wendland“ öffnet für uns sein geheimes Tagebuch und lässt Prinzessinnen und Untertanencrowd in den nächsten Wochen an Erfolgsstrategien und Gedanken des großen Kandidaten teilhaben. Heute: Das Geschenk!

Liebes Tagebuch,

waren wir alle aufgeregt. Wolfgang war auf einer Diskussionsveranstaltung beim Bochumer Stadtjugendring im Falkenheim. Was ein Falkenheim ist, muss ich Dir glaube ich kurz erklären: Ein Falkenheim ist ein Jugendzentrum der Falken und in den Falken sind die ganz, ganz kleinen Sozialdemokraten. Später gehen sie dann in die Jusos und wenn sie endlich ihren Job beim Ordnungsamt oder der Stadtsparkassen haben, müssen sie in die SPD für Erwachsene und dürfen keinen Unfug mehr treiben!

Wie Du Dir sicher denken kannst, ging es bei der Veranstaltung um Jugendliche und Wolfgang hatte sich extra eine Jeansjacke angezogen, um flott und jugendlich zu wirken, aber dass war überflüssig. Mit seinen gerade einmal 52 Jahren war er nicht der Älteste im Raum, denn da saßen vor allem Sozialarbeiter die jung waren, als es noch die Sowjetunion gab. Und nein, auch grau sehen lange Haare schnell ungepflegt aus.  Alle außer SPD-Kandidat Thomas Eiskirch und der Frau von den Grünen haben dann die Stadt kritisiert, auch Wolfgang. Der sagte, dass man mal mit den Jugendlichen reden müsste und fragen, was sie wollen. Das fand natürlich niemand im Publikum gut, weil, von was sollten die auch alle leben, wenn die Kids selbst ihr Ding machen? Kann man ja auch verstehen.

Dem SPD-Mann hat das nicht gefallen, das alle bis auf die Grüne nur herumgemäkelt haben. Er wolle Leute die „Mitmachen statt mitmeckern“ hat er gesagt. Klar, wäre ja auch blöd mal nachzufragen warum Bochum pleite und kaputt ist. Wolfgang hat das dann erklärt: „Weil seit 70 Jahren in Bochum die SPD gewählt wird, geht es der Stadt nicht nur schlecht, es gibt auch keine Hoffnung mehr!“

Irgendwann waren dann doch noch Jugendliche da. Natürlich keine leibhaftigen. Es gab ein Video. In dem haben Jugendliche Fragen vorgelesen, die Jugendliche gestellt haben. Ja, liebes Tagebuch, das kann man spannender machen, aber wir sind hier in Bochum, da mag man es eher unspannend. Als eine junge Frau auf der Leinwand wissen wollte, wie der Nahverkehr besser werden könnte schlug Wolfgang vor, die ganzen Nahverkehrsunternehmen, wir haben hier mehr als ein Dutzend, zu einem großen zusammen zu legen. Eiskirch gefiel das nicht. Klar, da wären ja die Jobs seiner Parteifreunde weg und viele von denen haben ja wie er nix gelernt und was sollen die dann machen: Bierflaschen sammeln? Und wenn die Grünen Bier verbieten? Also besser mal nichts ändern.

Irgendwann mussten dann alle Kandidaten sagen, für welchen Fußballverein sie sind. Das war auch nicht aufregend, denn alle schworen, dass sie schon Jahre vor ihrer Geburt Fans vom VfL-Bochum waren, ihre Eltern sie auf dem Rasen während eines Pokalspiels gezeugt hätten und sie davon träumten, unter den Fliesen in der Umkleidekabine begraben zu werden. Natürlich noch nicht jetzt, erst wenn sie Tod sind. Wolfgang hat dann gesagt, dass er nicht im Stadion gezeugt wurde und er sich nicht für Fußball interessiert. Damit hat er Geschichte geschrieben: Sowas hat sich seit dem Ende der Dinosaurier kein OB-Kandidat im Ruhrgebiet getraut zu sagen.

Stefan Laurin, Ruhrbaron
Der Autor ist Vorsitzender und einziges Mitglied der Initiative Bürger für Wolfgang Wendland

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Das VDS-Dekret

Wir wurden gefragt, was die neue Vorratsdatenspeicherung (VDS)- Regelung für die Rettung des Journalismus bedeutet und wie wir das finden… -Dazu teilen wir  ganz unhuldig mit:

VOLL DOOF!

Zur Begründung:  Die Bundestagsabgeordneten selbst haben ja kürzlich beschlossen, die Frist zur Speicherung ihrer eigenen bundestagsinternen Kommunikationsvorgänge von drei Monaten auf sieben Tage zu verkürzen. Offenbar hat man eingesehen, dass die eigene Kommunikation nicht so bedeutsam ist, um der Nachwelt erhalten zu bleiben. Dies gilt jedoch auch für den Rest des Webgeschwätzes. (mit Ausnahme unserer Dekrete, die für die Ewigkeit gemacht und also auch dauerhaft gespeichert werden sollten). Es gibt aber beim besten Willen keinen Grund die ganzen Katzenbabybilder monatelang zu archivieren. Die Miezen sind doch inzwischen längst ausgewachsen, bevor man einen zweiten Blick auf sie wirft. Das ist absurd! Lassen Sie also den Mist! Das ist höchst unroyal.

VDS = VOLL DOOFE SACHE!

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Dieser Eintrag wurde am 22. Juni 2015 veröffentlicht. 2 Kommentare