Archiv | Februar 2016

Plasberg in die Produktion

Fernsehmacher, aufgepasst: Unser Zeremoniemeister Fritz Tietz lässt seine Muskeln spielen

Fernsehmacher, aufgepasst: Unser Zeremoniemeister Fritz Tietz lässt seine Muskeln spielen

Von Fernsehkritiker Fritz Tietz

 
Der ekelhafte Moderatordarsteller Plasberg. Führte in seiner Montagshetze einen jungen afghanischen Geflüchteten vor, der in einem Praktikum genannten Terrorjob in einer Templiner Bretterbude acht Stunden am Stück allerstupideste Stapelarbeiten verrichten sollte. Dass dieser Afghane seine Würde nicht an einen Templiner Holz- und Seelenverkäufer verlieren wollte und dessen scheinheilig als berufsvorbereitende Maßnahme bezeichnetes Hamsterrad nach wenigen Stunden wieder verließ, fand Plasberg „vorsichtig ausgedrückt: ernüchternd“.

Auf Twitter suhlte sich darauf der 140-Zeichen-Mob in Plasbergs Hetze – anstatt sich einfach ähnlich fiese Beschäftigungen für den journalistischen Hochstapler auszudenken. Muss man denn alles selber machen?

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Etikette für Etiketten

Der besondere Anlass: der 1. Geburtstag der Prinzessinnenreporter, der einen Monat lang gefeitert wird

Der besondere Anlass: der 1. Geburtstag der Prinzessinnenreporter, der einen Monat lang gefeiert wird. Die royale Ladengestaltung lässt allerdings zu wünschen übrig

Von Shopping-Queen Ramona Ambs

Heute war Prinzessin Ramona einkaufen. Neben dreizehn Paar Schuhen für die restlichen Geburtstagsfeierlichkeiten benötigt man natürlich auch noch andere erfreuliche Kleidungsstücke. Dabei fiel mal wieder auf, wie höchst unerfreulich eine Sache ist:
das eingenähte Kragenetikett!
Ein Kragenetikett mit dem Namen der Firma, die den Pulli, das Shirt, das Kleid hergestellt hat, und – wenn’s ganz dumm und unerfreulich läuft – der Größe. Sowas braucht doch kein Mensch.
Und eine Prinzessin erst recht nicht.

Denn:
1. kratzen diese unerträglichen Etiketten am zierlichen Prinzessinnennacken und
2. muss man die dann rausschneiden, wobei
3. meistens ein unansehnliches Loch im oberen Rückenbereich des Kleidungsstücks zurückbleibt, was
4. saublöd ausschaut und außerdem die Tendenz hat, sich zu vergrößern.

Lasst das also künftig mit den blöden Etiketten. Weg damit!

 

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Dieser Eintrag wurde am 26. Februar 2016 veröffentlicht. Ein Kommentar

Reich und naiv: Zur Lage von Nation und Clausnitz

Endlich in Diskussionen vernünftig argumentieren udn nicht mehr frieren: Das Shirt von Trendsetter fermutlichRitze

Endlich in Diskussionen vernünftig argumentieren udn nicht mehr frieren: Das Shirt von Trendsetter fermutlichRitze

Reich und naiv – Interview zur aktuellen Lage mit unserem Demokratiebeauftragten Benjamin Weissinger.

Herr Weissinger, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung…

Allerdings. Da war ich noch in Rho.. äh Simbabwe auf Einladung eines alten Freundes und habe Geparden gejagt…zu Forschungszwecken. Doch als ich am Montag zurückkehrte, sah ich, dass es einige meiner Landsleute für nötig befunden hatten, Gäste in unserem Land anzubrüllen, Häuser anzuzünden und dazu Veitstänze aufzuführen. Das hat mich, gerade auch als Demokratiebeauftragten der Prinzessinnenreporter, zutiefst erschüttert, entsetztlich schockiert und vor allem sehr, sehr verärgert.

Was ist nun zu tun?

Wir von „Reich und naiv“ stellen ganz einfache Fragen und versuchen, ganz einfache Antworten darauf zu geben. Zum Beispiel: Was ist eigentlich genau das Problem dieser Leute, die sich so aufregen?

Sie sagen, sie wollen keine Flüchtlinge.

Ja, dann kommen die Flüchtlinge halt woanders hin.

Ja. aber….käme das Einknicken vor einem ausländerfeindlichen Pöbel nicht einem Staatsversagen gleich?

Eben. Also weiterhin Ausländer dorthin schicken und die Leute sollen sich nicht so anstellen. Die muss man ja irgendwie ruhigstellen können.

Das sind sehr strukturschwache Gegenden. Clausnitz etwa….

Ich weiß, das habe ich gelesen. Ein Geisterdorf. Da wächst auch nichts. Und alle arm wie Kirchenmäuse. Ich würde in so einer Gegend glaube ich auch verrückt. Man könnte aus Clausnitz einen Golfplatz machen. Ein richtiger Neuanfang. Hotels, Geschäfte, Wohnsiedlungen. Arbeitsplätze für Einheimische und Ausländer. Was meinen sie, wie schnell die friedlich zusammenleben.

Clausnitz ist nicht so gut angebunden, verkehrstechnisch…

Da passt sicher irgendwo ein Flugplatz hin.

Das scheinen mir doch etwas zu einfache Antworten zu sein.

Was ist denn noch?!

Die mögen wirklich keine Ausländer da, auch die Mittleren und Reichen nicht.

Warum.

Ja. Das ist die Frage.

Ja die müssen sie nicht mir stellen, sondern denen.

Ja die sagen: Viele von denen, vor allem aus Arabien, passen nicht zu uns, die kommen aus einer anderen, unzivilisierten Kultur, haben eine gefährliche Religion usw...

Ich kenne den Orient, war auch mal in Israel im Urlaub. Feines Land, ist eigentlich wie bei uns. Tüchtige Leute, die Juden. Die Araber sind übrigens auch Semiten.

Schön und gut, aber können Sie vielleicht etwas konkreter was zu den Argumenten „Kultur“ und „Religion“ sagen – als Demokratiebeauftragter.

Kultur, Kultur. Wer sich für Kultur interessiert, soll in ein Museum oder in die Oper gehen. Von mir aus auch ein Buch lesen. Wer Religion für nötig hält, für den stehen zahllose Kirchen und sonstige Gotteshäuser sperrangelweit offen. Man kann auch irgendwelche verrückten Esoteriksachen machen. Eintritt meistens sogar frei. Liebe Leute, wenn über unseren Staat, unsere Demokratie gesprochen wird, will ich sowas wie Kultur und Religion nicht mehr hören. Es wird sich entlang der hierzulande recht vernünftigen Gesetze benommen und alle kommen gut miteinander aus. Ende der Diskussion.

Es wird aber behauptet, mit Muslimen sei Demokratie nicht zu machen.

Entschuldigung, aber wenn mit uns Reichen und Adligen eine Demokratie zu machen ist, dann auch mit Muslimen. Sie müssten nur mal hören, wie in einschlägigen Rauchsalons über Demokratie gesprochen wird.

Die behaupten auch, die ausländischen Männer seien patriarchal erzogen und würden sich in besonderem Maße über unsere Backfische hermachen.

Das klingt eher nach den jungen Männern aus meinem Segelclub. Aber Spaß beiseite: Wenn das so ist, dann müssen sich die ausländischen Männer schon am Riemen reißen hier, sonst gibt es richtig Ärger. Das ist aber alles eine Übungssache. Irgendwann fällt einem garnicht mehr auf, dass die Frauen gleichberechtigt sind und keine Sexobjekte.

Homosexuelle…

Die auch.

Wie ‚die auch‘?

Nu fragen Sie mal weiter…

Stichwort Lügenpresse…

Zugegeben gab es mit der Presse in diesem Land einige Probleme. Die waren sogar recht schwerwiegend. Da schoss so einiges ins Kraut, was man als grobe Fehlentwicklungen bezeichnen musste. Es gibt aber seit über einem Jahr die Prinzessinnenreporter. Da gilt die Ausrede nicht mehr, in den Medien sei alles gelogen.

Und dann ist da noch ein allgemeines, großes Misstrauen gegenüber „denen da oben“ und das Gefühl, nicht ernstgenommen zu werden…

Diesen Leuten rufe ich zu: Ich respektiere alle Menschen, auch die etwas einfacheren und sozial schwachen. Ich habe das oft genug unter Beweis gestellt, manche erinnern sich vielleicht noch, wie ich einmal einen ganzen Tag mit einem normalen Büroangestellten verbracht habe. Jeder einzelne in diesem Land wird von mir geliebt. Ich meine es wirklich, wie ich es sage. Wenn man weiß, dass man geliebt wird, ist alles einfacher.

Manche sind aber einfach so voller Hass, dass man garnicht mit ihnen reden kann.

Denen sollte man trotzdem immer wieder eines der besten Sprichwörter sagen, die es gibt. Solange, bis sie es verstanden haben: „Was Du nicht willst, was man Dir tut, das tu auch nicht, was willst Du denn.“

Würden Sie einen von diesen Leuten auch bei sich zuhause aufnehmen?

Einen hasserfüllten Sachsen?

Ja.

Nee, also…

Oder einen Flüchtling?

Auch nicht. Mit Verlaub, die Leute, egal welcher Herkunft, müssen lernen, selbstständig zu sein, ich sage nur, meine Sympathie ist ganz bei ihnen, sie können sich meiner grundsätzlichen moralischen und demokratischen Unterstützung bewusst sein. Ich würde sogar sagen, wer der Demokratie etwas Gutes tun will, der darf anderen nicht zu sehr helfen, sondern muss auch mal nein sagen können. Man muss auch mal aus der Distanz Anweisungen und Ratschläge erteilen.

Wenigstens einen Tag mit einem verbringen?

Selbstverständlich ja. Mit beiden. Mit beiden gleichzeitig. Einen Sachsen und einen Flüchtling, am besten einen Moslem. Die werde ich schon miteinander anfreunden, das ist für mich eine der leichtesten Übungen. Das ist übrigens eine sehr gute Idee für eine Reportage. Das wird gemacht.

Herr Weissinger, ich danke Ihnen für das Gespräch.

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Dieser Eintrag wurde am 24. Februar 2016 veröffentlicht. Ein Kommentar

Chronik der Gewalttaten von Ausländern gegen Deutsche

Der Chemnitzer Polizeipräsident Uwe Reißmann erwägt, gegen die Flüchtlinge zu ermitteln, die friedliche Bürger in Clausnitz provozierten, wie Lorenz Meyer es hier zusammengefasst hat.
Dass die Ausländer schon 1992 ziemlich frech waren, hat unser Zeremonienmeister Fritz Tietz damals für sein Buch „Und drinnen spielt ein Mongoloidenkapellchen“ (Verlag Weißer Stein) ermittelt.

Illustrationen: Yvonne Kuschel

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Sprache und Freiheit

Großschreibung ist unfair!

Großschreibung ist unfair!

Wir Prinzessinnen sind alle sehr unterschiedliche Wesen. Auch was die Einstellung zur Orthographie, zur Grammatik und der allgemeinen und besonderen Zeichensetzung betrifft. Uns allen gemein ist allerdings die Liebe zu korrekt geschriebenen Namen. Aber alles, was nicht Eigenname ist, darf geschrieben werden, wo so wie es ich mir gefällt, findet zumindest

Buchstaben-Prinzessin Ramona Ambs

Ein Wort schreibe ich mit dreyerley Orthographie, und was die Unarten alle seyn mögen, deren ich mich recht wohl bewußt bin und gegen die ich auch nur im äußeren Nothfall zu kämpfen mich unterwinde….“ schrieb dereinst schon Goethe und legte in einem Gespräch nach: „Mir (…) war die konsequente Rechtschreibung immer ziemlich gleichgültig. Wie dieses oder jenes Wort geschrieben wird, darauf kommt es doch eigentlich nicht an; sondern darauf, daß die Leser verstehen, was man damit sagen wollte! Und das haben die lieben Deutschen bei mir doch manchmal gethan.“

Goethe würde heutzutage im akademischen Milieu vermutlich verspottet werden. Denn nichts liebt und verehrt der Deutsche mehr als seine korrekte Rechtschreibung. Nach jedem Buch, nach jedem Artikel, den ich schreibe, fühlt sich irgendein Deutscher bemüßigt, mir mitzuteilen, wie das richtig geht, mit der Sprache:

„Da gehört kein Komma hin!“ schreiben sie oder „Leerzeichen nach Punkten darf man nicht!“ oder „Dieses Wort wird seit der Rechtschreibreform so XXX geschrieben!“ Meist wird diese Zurechtweisung eingeleitet mit den Worten „Bin ja kein Grammatiknazi, aber…“ -aber wir alle wissen, wie die Sprüche inhaltlich enden, die mit „bin kein Nazi, aber..“ beginnen.

Abgerundet werden die Ausführungen dann meist mit einem Ausflug in die eigene Bildung. Denn Bildung, -das ist der Schwanzvergleich der Akademiker. Und Rechtschreibfehler finden so geil, wie einmal ohne Viagra können…. Nu,-lassen wir das…

Georg Büchner hat jedenfalls großes Glück, schon tot zu sein. Seinen Titel  „Danton`s Tod“ würde man ihm nämlich heutzutage als Deppenapostroph unter die Nase reiben und Thomas Mann darf ebenfalls ruhig schlafen: Er ist etabliert UND tot, – zwei Gründe, weshalb das fleißige Feuilleton, nicht, ob seiner originellen Zeichensetzung beim Genitiv, kollektiv kollabiert.

Wobei nicht jeden der Tod  vor Sprachübergriffen schützt.

So wurden beispielsweise nach der letzten Rechtschreibreform in Robert Musils „Zögling Törleß“ mehrere Kommata rausgekürzt,- was die Sprachmelodie enorm verändert. -Goethe würde sich bei derlei im Grabe rumdrehen. Er hatte stets darauf bestanden, dass er „ausdrücklich wünsche, daß man das übersandte Exemplar genau abdruckte, nichts in der Rechtschreibung, Interpunction und sonst verändre, ja sogar, wenn noch ein Fehler stehn geblieben wäre, denselben lieber mit abzudrucken. Genug, ich wünsche und verlange weiter nichts als die genaueste Copie des nun übersendeten Originals.“

Aber der Wille des Autors ficht die Liebhaber der deutschen Orthographie nicht an. Den Deutschen ist ihre Sprache so heilig, dass sie sich in den letzten Tagen nach #Clausnitz mehr über den Spruchmissbrauch „Wir sind das Volk“ aufgeregt haben, als darüber, dass man mit dem Gebrüll desselben Menschen in Todesangst versetzt hat. Es ging ums Niederbrüllen. Das hätte vermutlich sogar mit „Haribo macht Kinder froh“ geklappt, wenn man es nur mit ausreichend Hass und Lautstärke als akustische Waffe eingesetzt hätte…
-Zurück zum Thema. Die Regelfixiertheit der hiesigen Leserschaft ist jedenfalls höchst unerfreulich. Andernorts ist man da schon weiter. John Green „erklärt“ in seinem Roman Paper Towns: „“I am a big believer in random capitalization. The rules of capitalization are so unfair to the words in the middle.“ Und damit Hat er Enorm recht. Man könNte sogaR noch weiter geHen und nicht nur den Wörtern in der Mitte, soNdern auch den bUchstaben in der MItte die Ehre der Großschreibung zuteil weRden lasSen. Zumindest, wenn man es mag. Denn eine Sache ist klar:
Die Buchstaben sind für den Autoren da, – und nicht der Autor für die Regeln.
Merkts Euch das!

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Dieser Eintrag wurde am 22. Februar 2016 veröffentlicht. 2 Kommentare

Geburtstagsglückwünsche, die wir mit Kusshand annehmen

@comicsusz: Wir sind hin und weg von dieser Zeichnung zu unserem 1. Geburtstag, huldvoller Dank! https://twitter.com/comicsusz/status/694899634993520640

@comicsusz: Wir sind hin und weg von dieser Zeichnung zu unserem 1. Geburtstag, huldvoller Dank! https://twitter.com/comicsusz/status/694899634993520640

Im Gegensatz zu den Geburtstagsglückwünschen, die wir leider nicht annehmen konnten, erreichten die Prinzessinnenreporter zu ihrem ersten Geburtstag auch viele ganz entzückende Gratulationen, für die wir uns huldvoll bedanken möchten:

 

Ruhrbaron Stefan Laurin nennt uns „eines der schönsten Blogs der vergangenen Jahre … die Prinzessinnenreporter haben nicht nur mit zahlreichen Tadeln und Dekreten ihre Leser gewonnen. Ihr Artikel „Silvester in Köln – einige Anmerkungen“ kritisierte die allzu schnelle und oft nicht gut recherchierte Berichterstattung vieler Medien. Aber auch Berichte über Angriffe auf Journalisten als Vertreter einer angeblichen Lügenpresse, Journalistenfragebögen und die Tanzvideos von Marit Hofmann haben pinke Zeichen gesetzt. Prinzessinnenreporter sind ein Beispiel für intelligenten Medienjournalismus. Man muss sie einfach lieb haben, die Prinzessinnenreporter.“ Wir haben Euch auch lieb!

 

Willkommen im Team Lügenpresse, Kotzendes Einhorn!

Willkommen im Team Lügenpresse, Kotzendes Einhorn!

Daniel Decker (Kotzendes Einhorn) haben die „Prinzessinnen nicht nur zum Royalisten gemacht, sondern meiner Realitätsflucht einen neuen Wunsch hinzugefügt:

Manchmal wäre ich gerne Prinzessin,
in pink mit Krönchen dazu.
Und wenn ich es will,
lassen mich alle in Ruh‘.
So ganz ohne Herrschaft,
oder Monarchie!
Doch die Leute sagen:
Das klappt doch nie!
Und da die Wirklichkeit ist, so wie sie ist, zum Teufel mit der Realität!

Dank Prinzessinnenreporter ist die Wirklichkeit aber erträglicher geworden. Danke dafür!“ Da nich für, Kotzendes Einhorn!

 

Popstar Mark Boombastik schreibt uns Boombastisches:
„Genau seit einem Jahr habe ich weder mein Handy gegen die Wand noch meinen Laptop aus dem Fenster geschmissen. Zu wichtig ist es mir voller fieberhafter Erwartung (die von euch niemals enttäuscht wurde) diesem Entsatz in letzter Sekunde beizuwohnen. Herzlichen Glückwunsch zum ersten Jahr Qualitätsrettung!“

Doch nicht nur der Pop, auch die Politik gratuliert: Birgit Rydlewski, Landtagsabgeordnete der Piraten in NRW, wünscht uns „immer ganz viel Glitzer“.

Die Journalistin Antje Schrupp  hofft ebenfalls, dass „euer Hauptquartier glitzert und ihr weiter so viel Spaß habt beim Qualitätsjournalismusretten wie ich Spaß dabei habe, euch dabei zuzuschauen!“ Zum Glitzer bitte hier mal gucken:  Reicht das?

Die Kaffeehausdilettant*n, Weblog von queerstudies im Freien Sender Kombinat, stellen nüchtern fest: „Viel wird – auch im FSK – diskutiert über journalistische Standards, aber welche könnten höher sein als die der Schloßperspektive?“ und bescheinigt uns konstruktivistische und queere Qualitäten: „Was als Fortsetzung der Linkshirnextremisten mit Krautreporterparodistischen Elementen begann, entwickelte sich schnell zum Schaukasten für High-End Medienkonzepte:
Als Mitglied des Teams Lügenpresse wird hier konsequent das konstruktivistische Dictum umgesetzt, daß Wahrheit eine Erfindung des Lügners sei. Das Prinzess_innenkonzept trägt unverkennbar queere Züge. Die strategische Unabgeschlossenenheit und Performativität der Bedeutung dieser wackeren Prinzess*innenhorde zeigt, daß sich die vordergründig materialistischen Autor*innen postmodernster Mittel bedienen, welche sich mittlerweile in Kleidungsstücken und Bechern materialisieren. Besonders hervorzuheben ist die neue Qualität des aus dem Onlinejournalismus nicht wegzudenkenden Catcontent, nämlich der Content des felinen Autors Prinz Kasimir.“ Prinz Kasimir dankt auch für die Katzenminze!

Endlich in Diskussionen vernünftig argumentieren udn nicht mehr frieren: Das Shirt von Trendsetter fermutlichRitze

Endlich in Diskussionen vernünftig argumentieren und nicht mehr frieren: Das Shirt von Trendsetter fermutlichRitze

Zudem freuen wir uns, dazu beigetragen zu haben, dass unsere Qualitätsleser bei der Kälte nicht mehr nackt herumlaufen müssen, nehmt Euch ein Beispiel an fermutlichRitze.

 

Und dann kam da noch ein gar huldvolles Poem in unseren rosa Postkasten geflattert, das dafür sorgen könnte, dass der Posten des royalen Hofdichters nicht länger vakant bleibt: „Geehrte, geschätzte, geliebte Hoheiten! Zum einjährigen Bestehen von Prinzessinnenreporter möchte den Prinzessinnen meine ehrlichsten Glückwünsche zu diesem royalen Jubiläum aussprechen. Da das in dieser natürlich viel zu unspektakulär ist, um der überwältigenden Großartigkeit dieses hochadeligen Projekts gerecht zu werden, habe ich selbiges noch einmal in Reimen abgefasst.

Hier also spricht der
Dichter:

Geburtstagsgedicht für die Prinzessinenreporter

Ein ganzes Jahr seid ihr schon alt,

genau am heutigen Tag.

Ihr gebt uns Online-Lesern Halt

mit Klugheit und Humor und Biss;

ich lese jeden Blogeintrag

und hoffe sehr, ihr siegt schon bald

gegen die Horden der Finsternis.

Ach, schmerzlich war die dunkle Zeit

vor PRs Existenz!

Noch heute bleibt einiges Leid

Dank manchem Online-Medium.

Auf dass sich dieses Leid begrenz‘,

seid ihr zum Kampf für Hirn bereit:

Schon viele Deppen wurden stumm.

Ich wünsch‘ euch jedenfalls nur Gutes!

für das auch, was noch kommen mag.

Prinzessinnen, bleibt frohen Mutes

Und vergesst nicht, was ich sag‘:

Die Welt erträgt man besser mit Krone,

als mit ohne.

Mit untertänigsten Lobpreisungen

Simon Wagner

 

Gastprinzessin Sarah Hinney dankt uns via Facebook „für die vielen rosa Texte, die klugen Gedanken und euren unverwechselbaren Humor. Ich bin sehr froh, dass es euch gibt. Vor allem hier so, hier gebt ihr diesem hässlichen Facebook wenigstens ein kleines Stück Würde zurück. Macht weiter so. Bitte.“ Machen wir und hoffen auf neue Dekrete von Dir, Sarah!

Israel Bookmarks weist schließlich darauf hin, dass Düsseldorfer Karnevalisten uns einen eigenen Wagen gewidmet haben. „Das Mindeste!“

Die Prinzessinnen sind von all dem höchst entzückt, feiern noch bis Ende Februar weiter und stärken sich mit Erdbeertorte für den weiteren Kampf gegen die Horden der Finsternis.

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Für mehr Haltung im Journalismus!

Zeigt Haltung: Prinzessin Marit Foto: Fritz Tietz

Zeigt Haltung: Prinzessin Marit
Foto: Fritz Tietz

Von der PR♕-Spezialistin für Haltungsfragen Marit Hofmann

Was ist das eigentlich: Haltung und brauchen Journalisten sowas, fragte Stefan Niggemeier kürzlich Medienvertreter in Abendrobe bei der „Journalisten des Jahres“-Sause des Medium Magazins.
Was die Befragten vermissen ließen, obwohl sie etwas anderes sagten, war aber doch eines: Haltung. Kaum einer hielt sich vorbildlich gerade, niemand wagte eine Ballettpose oder ein kleines Pas de Deux mit dem Interviewer. Nicht mal ein „Geländer“, wie Hans Leyendecker irrtümlich eine Ballettstange nennt, nahmen sie in ihrer Not zur Hilfe. Manche der Befragten gestikulierten wild ohne jede Choreografie, wackelten mit dem Kopf und ließen eine klare Linie sowie ein Minimum an Taktgefühl vor der Kamera vermissen, während sie die „Großfragen des Lebens“ (Anne Will) erörterten.

Das einzige Haltungstalent auf dieser Veranstaltung scheint mir die Kellnerin zu sein, die mit vorbildlich durchgedrücktem Rücken, eingezogenem Bauch und gerader Wirbelsäule die anwesende Medienelite mit Schampus abfüllt, während Herr Leyendecker im Vordergrund investigativ, aber schief in ein Mikrophon säuselt.
Für mich als Begründerin der getanzten Reportage ist Haltung ebenso wie Bewegung unabdinglich, von beidem könnten Journalisten deutlich mehr vertragen, statt sich Kanapees auf dem Silbertablett servieren zu lassen – das ist meine persönliche Bilanz des ersten Jahres der Prinzessinnenreporter. Es gibt noch viel zu tun!

Daher werde ich ab sofort Kleingruppenunterricht (in besonders schweren Fällen auch Einzelunterricht möglich) für Journalisten mit Haltungsschäden anbieten. Rosa Sportdress bitte mitbringen!

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Weil alle immer nie richtig lesen wollen

Screen Shot 2015-10-04 at 7.21.36 PMvon Lügenpresse-Prinzessin Elke Wittich

Was die gemeine Lügenpresse tut, ist schnell erklärt: Nicht haargenau das schreiben oder senden, was der Meinung des nicht minder gemeinen Lügenpresse-Schreiers entspricht. So einfach ist das – und so einfach ist das auch wieder nicht. Denn das Misstrauen Journalisten gegenüber ist nicht nur unter denjenigen, die mit großem Vergnügen auf Pegida-Demos Rednern zujubeln, die Journalisten als Pack bezeichnen, das mit Mistgabeln aus ihren Redaktionen herausgejagt gehöre, groß. Auch unter Menschen, die sich als links oder irgendwie kritisch bezeichnen, neigt man dazu, Berichte, die nicht ins Weltbild passen, für erlogen zu halten – was zusammen mit der überall in sozalen Netzwerken grassierender Leseinkompetenz zu erstaunlichen Ergebnissen führen kann. Im Fall der Fakegeschichte über einen verstorbenen Flüchtling in Berlin hatten beispielsweise nur wenige die ersten Artikel wirklich auch zur Gänze gelesen oder gar verstanden, denn sofort bildete sich auf Twitter eine empörte Masse, die lautstark beklagte, dass „schon wieder“ jemand am Lageso „erfroren“ sei, und „wieviele Tote es denn noch“ geben müsse. Mit (später als Lügen entlarvten) Fakten zu argumentieren erwies sich als ähnlich unmöglich wie denjenigen, die nach unzureichender mentaler Verarbeitung diverser Alarmmeldungen einige Wochen zuvor fest davon überzeugt waren, dass es in der Kölner Silvesternacht zu „tausendfachen Vergewaltigungen“ gekommen sei.
Nun unterscheiden sich rechte Verschwörungstheoretiker von allen anderen Leuten, die Überschriften bloß zur Hälfte lesen und sofort Bescheid wissen, darin, dass sie ihre Informationen fast nur noch von einschlägigen Hetz-Publikationen beziehen. Und alle Journalisten am liebsten an Laternenpfählen aufhängen würden, mindestens (wobei in Redaktionen regelmäßig weitergehende, sehr blutrünstige und auch Familien und Freunde mit einbeziehende Mordphantasien landen), und nicht wie manche Linke bloß die von Springer.
Aber woran liegt es, dass das Schlagwort von der Lügenpresse so immens populär wurde? Mit RT deutsch haben rechte Wutbürger zwar in der Tat seit November 2014 einen eigenen Fernsehsender, der ihnen Pegida- und Legida-Kundgebungen live überträgt, allerdings greift man dort auch Themen wie rassistische und flüchtlingsfeindliche Karnevalswagen auf, die in diesen Kreisen eigentlich für ganz besonders lustig gehalten werden.
Der Hass auf Presse, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, grüne und linke Politiker, Amerikaner, Israelis und so weiter und so fort begann allerdings nicht erst mit dem Sendungsbeginn des russischen Propagandasenders. Verschwörungstheorie-Seiten sind so alt wie das Internet, allerdings wurden Leute, die an Chemtrails und gezielte Versklavung der Menschheit und Strahlen, die Gedanken beeinflussen glauben, lange Zeit als harmlose Spinner gesehen. Dass die verbreiteten Hetzgeschichten in aller Regel so angelegt sind, dass sie beispielsweise die in diesen Kreisen gern gelesenen „Prophezeihungen der Weisen von Zion“ nachträglich legitmieren, also Fakten so verbiegen, dass sie zu den Aussagen des uralten Propagandamachwerks passen, wurde gerade unter Journalisten als nicht wirklich dramatisch angesehen. Dazu passt, dass in Boulevardzeitungen, Talkshows, Illustrierten regelmäßig Themen auftauchten, die eigentlich nichts weiter waren und sind als Verschwörungstheorien, teilweise vorgetragen von ausgiebig zu Wort kommenden Leuten, die heute eindeutig als antisemitische, rassistische, rechte Hetzer gelten. Interessierte Leser und Zuschauer, die sich im Internet weiter informieren wollten, gerieten bei ihren Suchen in bestens vorbereitete und vernetzte Foren und auf Webseiten, die das bieten, was verunsicherte Menschen nicht erst seit Pegida so massenhaft zu suchen scheinen: Einfache Erklärungen und klare Schuldige, und dazu das Gefühl, zu den wenigen Eingeweihten zu gehören, die den Lauf der Welt verstehen.
Dabei ist es nicht nur Pegida zu verdanken, dass mittlerweile jede bessere Kleinstadtzeitung sich ihre eigene Verschwörungstheorie-Koryphäe hält, denn es waren unter anderem Masernepidemien, die zum ersten Mal zeigten, dass es mit den Impfgegnern einer ganzen Szene gelungen war, Menschen zu erreichen, die mit dem landläufigen Bild vom arbeitslosen, leicht trotteligen und sozial isolierten Verschwörungstheoretiker nichts gemein hatten. Und die über diese Impfgegner immer tiefer in den üblichen Strudel aus „der Mainstream-Presse nicht mehr vertrauen“ und daraus resultierender Empfänglichkeit für weitere Lügenpropaganda gerieten.
Ist das reversibel? Vermutlich nicht. Denn für Aufklärung ist es längst zu spät – sie wird als Desinformation betrachtet, und erreicht diejenigen, die sehr zufrieden mit den einfachen Erklärungen sind, schon lange nicht mehr.

Ein Teil dieses Textes erschien zuerst in der Jungle World

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Dieser Eintrag wurde am 17. Februar 2016 veröffentlicht. Ein Kommentar

Die Prinzessinnen, die Trolle und die Drachen

Rosa ist hier nur die Krone!

Rosa ist hier nur die Krone!

Ein Journalismusrettungs-Märchen von Gastprinzessin Bernhard Torsch

Es war nicht einmal, sondern ziemlich genau vor einem Jahr, da beschlossen drei Prinzessinnen und ein Prinz, den Journalismus zu retten. Dem ging es nämlich gar schlecht in jenen Tagen. Sein Stöhnen und Röcheln drang bis in die Gemächer des Schlosses und den jungen Edelleuten wurde ganz elend zumute als sie sehen mussten, wie dumme und grobe Menschen das journalistische Gewerbe im Königreich zugrunde richteten.
Dagegen musste etwas getan werden, und weil jene wackeren Ritter, die einst mit dem Schutze des Journalismus beauftragt worden waren, schon seit vielen Jahren ihre ganze Kraft im Kampfe gegen das Bildnis einer einzige Windmühle aufbrauchten und der greise König sich im Hamburger Elfenbeinturm eingeschlossen hatte, wo er bei spiritistischen Sitzungen und mit vielen Spirituosen die Geister von Karl Kraus und Kurt Tucholsky zu beschwören versuchte, waren die Thronfolgerinnen auf sich allein gestellt.

Zunächst beratschlagten sich die fürnehmen Herrschaften mit den Gelehrten des Landes und erforschten ihre Herzen.
Wollten sie den Journalismus wirklich retten, so mussten sie herausfinden, was ihm denn fehlte und welche Mittel und Zaubersprüche angemessen wären, ihn zu heilen. Als die Prinzessinnen und der Prinz gerade am runden Tisch im großen Saale zu Rate saßen, da kam, plitsch platsch, plitsch platsch, etwas die Marmortreppe heraufgekrochen.
Dann pochte es an der Pforte. Die Prinzessinnen ließen öffnen und sahen: Es war der Chefredakteur einer großen alten Zeitung, die den Manufakturbesitzern des Landes gehörte. Das kleine Männlein war in edlen dunklen Zwirn gekleidet und hatte ranzige Butter in sein Haar geschmiert.
Nach einer Verbeugung sagte der durch die Blätter einer erst vor kurzem ins Land gebrachten Pflanze aus fernen Landen aufgeputschte Gnom, er wüsste, weshalb der Journalismus krank sei. Es liege daran, dass die Zunftordnung nur mehr sehr lasch angewendet würde und somit jeder Bauernsohn und jede Magd Journalismus betreiben dürfe statt, wie einst im güldenen Zeitalter, nur die Söhne und Töchter der Adelshäuser. Da mussten die Prinzessinnen laut lachen ob der törichten Dünkel des Zeitungsmannes und sie schickten ihn wieder fort, nicht ohne ihn zuvor streng zu tadeln. Die Edeldamen wussten nämlich ganz genau, dass eine noble Abstammung ebenso wenig aus einem Narren einen guten Journalisten machte wie eine Ausbildung an der Jacob-Grimm-Journalistenschule. Allzu oft hatten die Prinzessinnen auf Bällen mit Fürstensöhnen getanzt, deren geistiger Horizont trotz Journalismusdiplom nicht weiter reichte als ihr Gemächt und die weniger im Kopfe hatten als so mancher Hofnarr. Und fast ebenso oft waren sie bei ihren Streifzügen durch die Zeitungen und Blogs des Königreichs auf einfache Schneiderlein und Ziegenhirtinnen gestoßen, die Texte von erlesener Schönheit stricken konnten und die Dinge klarer sahen als selbst die höflichen Berater.

Die Beratungen der Prinzessinnen dauerten viele Tage lang an, denn auch wenn die Königstöchter und der Königssohn das Reich stets in großer Einheit regierten, so waren sie doch nicht immer einer Meinung.
Einmal sagte eine Prinzessin, das Internet sei schuld am Siechtum des Journalismus, dann meinte eine andere, es liege wohl eher an der Gier nach dem Golde und dem daraus entstehenden kurzsichtigen Geiz der Herausgebergilde. Die dritte Prinzessin wiederum machte den Zaren der Reußen verantwortlich, der mit viel Gold fahrende Ausrufer bezahlte, auf dass diese die Untertanen der Prinzessinnen mit falscher Nachricht verwirren sollten. Als nach langen Debatten die völlige Ermattung drohte und selbst Erdbeertörtchen aus der königlichen Bäckerei die Prinzessinnen nicht mehr aufmuntern konnten, erzählte Prinz Leo eine seiner berühmten Schnurren über den Aberglauben des Volkes an Chemtrails und sorgte auf diese Art wieder für fröhliches Gelächter im Schlosse. Und mit einem Male wussten alle, was getan werden musste.

So zimmerten dann die Prinzessinnen mit der Hilfe besonders treuer Untertanen ihre eigene Verkündigungsplattform, auf der nicht nur die royalen Dekrete verlesen wurden, sondern auch ausgesuchte Barden schöne Gesänge vortragen durften. Im Laufe der Monate vernahmen immer mehr Menschen die wahren und hübschen Erzählungen und weil sich viele Journalisten schämten, desgleichen nicht selber zusammengebracht zu haben, bemühten sie sich fürderhin, bessere Schreiber und Menschen zu werden.
Der Journalismus erholte sich langsam und es würde nur mehr eine Frage der Zeit sein, bis er unter dem huldvollen Lächeln der Prinzessinnen nicht bloß zu alter Stärke zurückfände, sondern gar besser würde als je zuvor.
Das war allen ein Wohlgefallen, nur die Drachen und Trolle, die sich im Lande breit gemacht hatten als der Journalismus im Siechenhaus gelegen war, fürchteten sich, denn sie ahnten, dass ihre Zeit bald ablaufen würde.

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