Die rosarote Presseschau (10)

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Die Welt ist gar nicht der große, einzig von den Horden der Finsternis bevölkerte Planet, auf dem ein typischer Tag damit beginnt, dass man sich am liebsten gleich wieder die Decke über den Kopf ziehen würde. Wirklich nicht. Warum nicht, erklären wir in unserer Rubrik mit Nachrichten, die die Horden der Finsternis gar nicht gerne hören.

 

An der TU Dortmund haben Proteste eine Veranstaltung mit AfD-Beteiligung verhindert. Das für die Organisation der Podiumsdiskussion verantwortliche Schwulenreferat der Uni hatte sich bereits im Vorfeld der Kritik verweigert; nach dem Abbruch der Veranstaltung beklagten sich die Organisatoren über den verhinderten „demokratischen Prozeß“, der für sie durch einen Sitzstreik offenbar schwerer gefährdet wird als durch die Anwesenheit von Neonazis des Schlägertrupps der Partei Die Rechte.
 
Die rechtsextreme US-Medienplattform Breitbart News, deren bisheriger Kopf Steve Bannon inzwischen als braune Eminenz der US-Regierung fungiert, verliert – spät, aber immerhin – massiv Werbekunden. (Mehr zur Person Bannons übrigens hier.) Die Androhung Breitbarts, nach Europa zu expandieren, hat außerdem Netzaktivisten im deutschsprachigen Raum auf den Plan gerufen: Sie sicherten sich die Adressen http://breitbartnews.de, http://breitbart.ch/ und http://breitbart.at, die nun zu antifaschistischen und satirischen Seiten bzw. einer Initiative für die Ehe für Alle führen.
 
Nachdem die einzige Moschee in der texanischen Kleinstadt Victoria bei einem Feuer zerstört wurde, stellt die jüdische Gemeinde den Muslimen der Stadt ihre Synagoge als Gebetsraum zur Verfügung. „Jüdische Vertreter kamen zu mir nach Hause und haben mir den Schlüssel der Synagoge überreicht“, berichtet einer der Gründer der muslimischen Gemeinde. Der Brand in der Moschee war wenige Stunden nach Verhängung des Einreiseverbots für Personen aus sieben muslimischen Staaten aus bisher ungeklärter Ursache ausgebrochen.
 
In Norwegen können sich gleichgeschlechtliche Paare jetzt auch kirchlich trauen lassen; dies beschloß die Synode der norwegischen Kirche mit 89 von insgesamt 112 Stimmen.
 
L.V. Anderson hat für Slate ein paar hilfreiche Hinweise aufgeschrieben, wie man sich von einer Politik des Wahnsinns mit Methode möglichst weder selbst um den Verstand bringen noch abstumpfen läßt; Pflichtlektüre insbesondere auch für Medienmenschen.
 
Und auch David Tennant hat noch etwas Wichtiges zu sagen:
 

 
 
Unsere Digitalmedienempfehlung gilt diesmal dem Podcast „In Our Time“ von BBC4, der sich historischen Themen vom Gilgamesch-Epos bis zur berüchtigten Gin-Krise des 18. Jahrhunderts widmet und nicht nur Geschichtsnerds wärmstens ans Herz gelegt sei. (Protipp: Beim Download gibt’s ein paar Minuten Bonusmaterial obendrauf.)
 
 
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