Die rosarote Presseschau (36)

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Die Welt ist gar nicht der große, einzig von den Horden der Finsternis bevölkerte Planet, auf dem ein typischer Tag damit beginnt, dass man sich am liebsten gleich wieder die Decke über den Kopf ziehen würde. Wirklich nicht. Warum nicht, erklären wir in unserer Rubrik mit Nachrichten, die die Horden der Finsternis gar nicht gerne hören.

 

Lachnummer der Woche waren die Leichtmatrosen der rechtsextremen „Identitären Bewegung“. Angetreten, mit einem Schiff auf dem Mittelmeer die Flüchtlingsrettung zu sabotieren, meldeten sie nun selbst Seenot – von Hilfsorganisationen retten lassen wollten sie sich dann aber auch nicht. Zuvor hatten tunesische Fischer sie bereits daran gehindert, Tunis anzulaufen, und auch sonst verläuft die „Mission“ der Abendlandretter nicht so, wie diese es sich wohl vorgestellt hatten. Am schönsten faßt es dieser Beitrag zusammen.

 

Das Land Schleswig-Holstein hat einen Weg gefunden, mit „Reichsbürgern“ umzugehen. Da diese die BRD nicht anerkennen, geben sie ihre Ausweispapiere üblicherweise bei den Paßbehörden ab; dafür erhebt das nördlichste Bundesland seit vergangenem Herbst eine Verwahrgebühr von fünf Euro pro Tag. Laut Innenministerium verzichten seither rund 70 Prozent der entsprechenden Personen dann doch lieber auf die Abgabe der Dokumente.

In Berlin verwandeln Graffitikünstler unter dem Motto „#Paintback“ Nazi-Sprühereien in Streetart. Das Projekt findet weltweit Beachtung, die BBC berichtet sogar auf Türkisch.

 

Only in Canada: Ein Polizist hat einem Ladendieb in Toronto die Ware bezahlt, die dieser stehlen wollte. Der 18jährige hatte erklärt, daß er die Kleidung geklaut habe, weil er sie für ein Vorstellungsgespräch benötigte. Daraufhin beließ es der Ordnungshüter es bei einer Verwarnung und beglich die Rechnung selbst.

Zugegeben, auch die deutsche Polizei macht sich manchmal nützlich. So etwa kürzlich auf der A52 im Ruhrgebiet: Sie sperrte die Autobahn für eine Stunde in beiden Richtungen, damit Tierretter ein verirrtes Kätzchen einfangen konnten, das eine Autofahrerin auf dem Mittelstreifen entdeckt hatte. Das Katzenkind wurde in einem Tierheim untergebracht.

Als Hundebesitzer in Australien sollte man sich zumindest ein bißchen mit Boxen auskennen. Man weiß ja nie, wann man das mal brauchen kann.

 

Ein Neunjähriger aus New Jersey hat sich bei der NASA um den Posten des Planetenschutzoffiziers beworben, weil er die Erde vor Außerirdischen beschützen will. Sein zugegebenermaßen etwas niedriges Alter werde ihm helfen, wie ein Alien zu denken, so der Viertklässler, als weitere Qualifikationen gab er an, sich mit Science-fiction-Filmen und Computerspielen auszukennen. Der NASA-Direktor für Planetenforschung, Jonathan Rall, ließ es sich nicht nehmen, dem Jungen persönlich zu antworten; er dankte für das Interesse und wies darauf hin, daß es bei der (tatsächlich ausgeschriebenen) Stelle darum gehe, fremde Planeten vor irdischen Mikroben zu schützen.
 

Kommen wir zur beliebten Reihe „Der 7. Sinn“. Hier erklärt heute der RBB, was Autofahrer tun sollten, um die Tür beim Aussteigen nicht dem nächstbesten Radfahrer vor den Latz zu knallen. (Die Vermeidung solcher Unfälle ist übrigens auch der Grund, warum am Leben hängende Radler lieber in der Mitte der Straße fahren, werte Drängler und Hupenbetätiger.)

 

Und wo wir gerade bei der Verkehrserziehung sind:

 

Den Content der Woche hat diesmal Spektrum.de (wieder-)entdeckt: In der mittlerweile schon fast zum Klassiker avancierten Kurzdoku aus dem Jahr 2011 geht es um das Centrifuge Brain Project, das den Einfluß der Schwerkraft auf die Gehirnaktivität erforscht, und es lohnt sich, den Begleittext bis zum Schluß zu lesen.

 

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Dieser Beitrag wurde am 14. August 2017 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 1 Kommentar

Ein Gedanke zu „Die rosarote Presseschau (36)

  1. Bekomme die folgende Quatschmeldung (Das Centrifuge Brain Project):

    „Es kann sein, dass bei dir technologisch nicht alles auf dem neuesten Stand ist und die Abspielqualität deines Video darunter leidet. Bitte nimm ein Upgrade deines Browsers vor oder installiere Flash.“

    Flash installieren? Lieber nicht. Viel zu gefährlich. Ihr solltet euch einmal auf einen aktuellen Stand bringen. Z. B. HTML5.

    Ansonsten: Mir ist aufgefallen, dass ihr in einer Twitterblase lebt. Kommt da mal raus – hier auf dem Planeten Erde gibt es viele zu entdecken.

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