Die rosarote Presseschau (39)

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Die Welt ist gar nicht der große, einzig von den Horden der Finsternis bevölkerte Planet, auf dem ein typischer Tag damit beginnt, dass man sich am liebsten gleich wieder die Decke über den Kopf ziehen würde. Wirklich nicht. Warum nicht, erklären wir in unserer Rubrik mit Nachrichten, die die Horden der Finsternis gar nicht gerne hören.

 
 

Die AfD stößt im Wahlkampf (außer in den Talkshows des öffentlich-rechtlichen Fernsehens) auf Hindernisse: In Stuttgart wurde nach angekündigten Protesten eine Veranstaltung mit Nazi-Enkelin Beatrix von Storch abgesagt, in Waltrop (NRW) gingen Mitglieder der demokratischen Parteien gemeinsam mit Passanten den Vertretern der rechtsradikalen Partei dermaßen auf die Nerven, daß die Haßbürger ihren Wahlkampfstand schnell wieder abbauten. Und Aktivisten der Partei die PARTEI haben in langwieriger Arbeit 31 geheime AfD-Facebookgruppen unterwandert und Admin-Rechte für die Gruppen erlangt, die sie nun umbenannten – etwa von „Die Wahrheit über die Antifa“ in „I love Antifa“ – und öffentlich einsehbar machten.

Eigentlich ist „Zivilcourage“ ein Begriff, den man vermeiden sollte, weil er üblicherweise für inhaltsleere Appelle steht. Nicht so allerdings im Fall eines britischen Piloten, der sich weigerte, zu starten, und so die Abschiebung eines afghanischen Asylsuchenden verhinderte.

Danke, Antifa: Eigentlich haben antifaschistische Aktivisten in den USA derzeit genug mit dem Widerstand gegen Nazis zu tun; nach dem Hurrikan Harvey betätigen sie sich aber auch als Fluthelfer im überschwemmten Houston. Der „Independent“ berichtet – und scheint überrascht zu sein, daß diese Leute ja gar nicht die ganze Zeit vermummt rumlaufen.

Hilfe leistete während des Hurrikans auch ein Taxifahrer: Ein verletzter Falke* hatte sich in seinen Wagen geflüchtet. Nachdem der Mann seinen ungewöhnlichen Passagier zunächst bei sich zu Hause ein wenig aufgepäppelt (und das Internet mit zahlreichen Videos versorgt) hatte, konnte der „Harvey“ (wie sonst?) getaufte Vogel fürs Erste bei der Mitarbeiterin einer Wildtierstation untergebracht werden.
* Korrektur: Unsere Qualitätsleser haben uns darauf hingewiesen, daß die Amerikaner es mit der Ornithologie nicht so genau nehmen und alle möglichen Raubvögel als „hawk“ bezeichnen – so auch Harvey, bei dem es sich in Wirklichkeit um einen Rundschwanzsperber handelt.

So fing es an:

 
Happy End:

 

In Kenia sind Plastiktüten seit Anfang des Monats verboten, sowohl die Herstellung als auch die Einfuhr werden mit hohen Bußgeldern geahndet. Damit schließt sich das Land anderen afrikanischen Staaten wie Kamerun, Guinea-Bissau, Mali, Tansania, Uganda, Mauretanien und Malawi an, in denen bereits ähnliche Verbote bestehen.

Verkehrspolitik aus der Rubrik „Geht doch“.

 

In die Gegend gekippte Orangenreste haben in Costa Rica unbeabsichtigt geholfen, den Regenwald zu regenerieren. Die rund 1.000 Lkw-Ladungen Abfälle waren in den 1990ern von einem Safthersteller auf Brachland abgeladen worden; nun entdeckten Wissenschaftler auf der Fläche einen gedeihenden Wald – ganz im Gegensatz zu benachbarten Vergleichsarealen, die ohne die Zusatzdüngung auskommen mußten.

Paläontologen haben mit biomechanischen Simulationen herausgefunden, daß Tyrannosaurus Rex wohl nicht zum schnellen Laufen in der Lage war; ihr Modell scheint außerdem nahezulegen, daß T. Rex beim Schlendern lässig mit den Fingern schnippte. Yo, man!

 

Gab es an Weihnachten 1973 einen 90-Minuten-Streik an Bord der US-Raumstation Skylab? „Atlas Obscura“ geht dieser Frage im Longread der Woche nach.

Unser Freizeit- ist diesmal ein Fitneßtipp: Probieren Sie es doch mal mit Bier-Yoga.

 

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