Die rosarote Presseschau (8)

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Die Welt ist gar nicht der große, einzig von den Horden der Finsternis bevölkerte Planet, auf dem ein typischer Tag damit beginnt, dass man sich am liebsten gleich wieder die Decke über den Kopf ziehen würde. Wirklich nicht. Warum nicht, erklären wir in unserer Rubrik mit Nachrichten, die die Horden der Finsternis gar nicht gerne hören.

 

 

Als eine seiner letzten Amtshandlungen hat der bisherige US-Präsident Barack Obama die Haftstrafe der Whistleblowerin Chelsea Manning verkürzt, die nun am 17. Mai freikommen soll. Chelsea (damals noch Bradley) Manning hatte geheime Dokumente der US-Armee aus dem Irak-Krieg an die Plattform Wikileaks weitergeleitet und war dafür im Jahr 2013 zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Daß Wikileaks-Gründer Julian Assange nun seine großspurige Ankündigung wahrmacht, ist allerdings eher nicht zu erwarten (zumal eine Auslieferung in die USA derzeit gar nicht im Raum steht, dafür aber eine nach Schweden aufgrund einer Anklage wegen Vergewaltigung).

 
 
Spät, aber doch: Die nach dem deutschnationalen Dichter Ernst Moritz Arndt benannte Greifswalder Universität trennt sich von ihrem Namenspatron. Die Verwaltung der Universität, die ihren Namen 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erhielt, hatte jahrzehntelang weder darin noch in Arndts aggressivem Antisemitismus einen Grund gesehen, auf den Namen zu verzichten. Die Hochschule wird künftig schlicht Universität Greifswald heißen, der Vorschlag „Toni-Kroos-Universität“ konnte sich nicht durchsetzen.  
 
Ein winziger Schritt für die Entspannung der Drogendebatte, ein großer Sprung für die Patienten: Der Bundestag hat ein Gesetz verabschiedet, nach dem Cannabis künftig als Medikament auf Kosten der Krankenkassen verschrieben kann. 
 
  An einem öffentlichen Kleiderständer in Stuttgart können Besitzer übervoller Kleiderschränke abgelegte Wintersachen loswerden und so als Spende an Bedürftige weitergeben.  
 
Im hessischen Bad Arolsen wurden ehrenamtliche Mitarbeiter der Initiative „Migranten helfen Migranten“ für ihre Arbeit ausgezeichnet. Und auch in Wismar haben (ehemalige) Flüchtlinge und deutsche Helfer einen Verein gegründet, der sich mit Unterstützungsangeboten an Geflüchtete wendet.   
 
Wir sind ja durchaus Freunde des friedfertigen Miteinanders. Gewalt gegen Nazis allerdings fällt eindeutig unter Notwehr. So auch im Fall von Richard Spencer, der unter anderem für die Umettikettierung der US-amerikanischen Neonazis in „Alt Right“-Bewegung verantwortlich ist und am Tag der Amtseinführung von Donald Trump mit einem Argument in der einzigen Sprache konfrontiert wurde, die Nazis verstehen. Noch mehr schmerzen dürfte Spencer obendrein, daß der Vorfall rasend schnell zum Internet-Mem wurde, das seither in immer neuen Versionen durchs Netz geistert. 

 

Völlig gewaltfrei ist hingegen das Onlinespiel Lines FRVR, wir wünschen viel Spaß beim Knobeln.
 
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