Himmel und Hölle der Freischreiber

freisExklusivbericht von der Preisverleihung in Hamburg 

Von Prinzessin Marit Hofmann


Nachdem Freiheitskämpfer Wolf Lotter von brand eins den Anwesenden Mut zugesprochen und gefordert hatte, man müsse Hannah Arendts Definition der Revolution auf die Selbständigkeit anwenden, verliehen die Freischreiber soeben ihren berüchtigten Himmel-und Hölle-Preis für besonders vorbildliches und besonders schändliches Verhalten freien Journalisten gegenüber. Die Auszeichnung ging an den tapferen Urheberechsstreiter Martin Vogel (Himmel) und an den Tagesspiegel (Hölle), der im Oktober 2015 „ohne Ankündigung, ohne Vorwarnung, ohne Übergangsfrist … bereits erteilte Aufträge für nichtig erklärt und auch langjährigen Freien die Zusammenarbeit ab sofort aufgekündigt “ hatte.

Nicht nominiert war ein ungenannter großer Verlag, der eine Journalistin zu 20.000 Euro Unterlassungsstrafe verdonnern wollte, weil sie ihre eigenen Texte für das Verlagshaus auch auf ihrer eigenen Website veröffentlicht hatte. Die Freischreiber konnten erreichen, daß die Journalistin an Ende „nur“ die Gerichtskosten zahlen mußte.

Die Preise gehen voll in Ordnung. Nicht in Ordnung geht, daß kaum jemand der Nominierten anwesend war ( außer – mit vorbereiteter Preisrede – Frank Thomsen für Hölle-Kandidat Gruner + Jahr). Da Redaktionen und Verlage auch sonst weitgehend durch Abwesenheit glänzten, mußte sich Prinzessin Marit persönlich vom rosa Sofa erheben und der diesjährigen Preisverleihung der Freischreiber beiwohnen. Sie wurde dann auch wie eine Prinzessin empfangen, nur die Stühle waren zu hart.

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