Holt die heute-show Claus Strunz ins Team?

Selten ist es einem Journalisten gelungen, derart treffend den AfD-Pegida-Jargon zu kopieren und damit Tausende von Menschen zu begeistern. Das kann nur Satire sein. Sagt unsere geheime Satireprinzessinnen-Expertin, die aus wichtigen Geheimhaltungsgründen geheim bleiben muss.


Den einen fiel gestern vor Schreck der Kaffee aus dem Gesicht, die anderen jubilierten ob des Kommentars von Claus Strunz im SAT.1 Frühstücksfernsehen. Mit seinem Meinungsbeitrag über die Diskussion um die Essener Tafel, die nur noch armen Deutschen Essen ausgeben möchte, hat Strunz das halbe Land vorgeführt. Selten ist es einem Journalisten gelungen, derart treffend den AfD-Pegida-Jargon zu kopieren und damit Tausende von Menschen zu begeistern, weil „endlich mal einer sagt“, dass Merkel arme Ausländer lieber hat, als arme Deutsche.

Mutig auch vom Social-Media-Team des SAT.1-Frühstücksfernsehens, den Beitrag ohne Kennzeichnung als Satire über Facebook im Netz zu verbreiten. Dort soll man intern lange diskutiert haben, ob der Teaser „Der Tafel-Skandal von Essen beweist: Merkel ist zur DOPPELTEN MUTTI geworden – hart und ungerecht zu Deutschen, gütig und fürsorglich zu Flüchtlingen“ nicht vielleicht wenigstens mit einem halben Dutzend Ausrufezeichen (!!!!!1111111!!!!) gekennzeichnet werden sollte, damit auch wirklich jedem Facebook-Leser klar wird, dass das nicht die Meinung von SAT.1 wiederspiegelt.

Letztendlich hätten die Verantwortlichen aber entschieden, dass – unabhängig vom strunzdummen (pardon, es war zu verführerisch) Inhalt dieser Aussage – die MUTTI-Großbuchstaben Hinweis genug darauf seien, dass es sich hierbei quasi um Satire handeln muss.

Wie den Prinzessinnen jetzt aus gut unterrichteten Kreisen zugetragen wurde, soll sogar Oliver Welke, Moderator der ZDF-heute-show, derart beeindruckt von dem Beitrag und der Strunzschen schauspielerischen Leistung gewesen sein, dass er den Vollblutjournalisten zu einem konspirativen Treffen gebeten haben soll. Dabei soll Welke gesagt haben: „Mir ist bewusst, dass wir mit unserer kritischen Satire-Sendung schon länger nur das linksgrünversiffte Akademiker-Publikum erreichen. Mit einem derart brillanten Satiriker wie Strunz könnten wir unseren Zuschauerkreis endlich wieder auf jenes deutsche Fernsehpublikum ausweiten, das die Öffentlich-Rechtlichen eigentlich zutiefst ablehnt.“

Bild: Screenshot Facebook

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