Der royale Journalistenfragebogen der Prinzessinnenreporter (38)

Träumte davon, seinen Namen über einem Museumsartikel in Bottrop stehen zu haben: David Schraven

Träumte davon, seinen Namen über einem Museumsartikel in Bottrop stehen zu haben: David Schraven

Ausgefüllt von David Schraven

Der Journalist – das unbekannte Wesen. Wir wissen zumindest: Journalisten sind vielbeschäftigte Leute. Dennoch baten wir ausgewählte Exemplare, sich einen Augenblick Zeit zu nehmen und unsere Fragen zu beantworten. Es ist schließlich zu ihrem Besten. Denn um den Online-Journalismus zu retten, brauchen die Prinzessinnenreporter ein paar Daten zur Evaluation. Und wir lassen nun mal auch gern andere für uns arbeiten. Die Prinzessinnenreporter bedanken sich huldvoll bei allen Teilnehmer/innen und veröffentlichen die Antworten in loser Folge.

David Schraven ist Gründer und Leiter des gemeinnützigen Recherche-Büros CORRECT!V.

 

 

 

 
1) Gerüchteweise achten eigentlich nur Journalisten auf die Autorennamen über oder unter einem Text – wann hast Du Dir zum ersten Mal einen Autorennamen gemerkt und warum?

Ich war in der Schule damals. Irgendwann Ende der 70er. Da gab es einen Artikel in der Zeitung über unser Museum in der Stadt. Und da stand ein Name drüber. Und da dachte ich. Kerl, der Mann war da. Wie cool. Der durfte sich das alles ansehen. Und dann drüber schreiben. Großartig. Über ein Museum. Wie cool. Das will ich auch schaffen. Irgendwann will ich auch meinen Namen über einem Museumsartikel in Bottrop stehen haben. Das war der Beginn meiner Leidenschaft fürs Feuilleton. Dummerweise hab ich es aber nicht geschafft, in dem Genre zu reüssieren. Das muss ich im nächsten Leben hinkriegen.

2) Wie lautet Deine Lieblingsschlagzeile?

Wir sind Papst.

3) Dein peinlichstes Erlebnis auf einer Pressekonferenz?

Ein Typ fängt an der Kanzlerin ein Ständchen zu singen. Der peinlichste Moment in der Geschichte des Journalismus. Kann man sich auf YouTube ansehen. Irre. Was der Typ genommen hatte? Keine Ahnung.

4) Wie kann der Journalismus auf keinen Fall gerettet werden?

Durch positivistische und konstruktivistische Berichterstattung.

5) Wenn es einen speziellen Himmel für Journalisten gäbe – auf wen da oben würdest Du Dich freuen?

Hemingway. Garcia Marquez. Vielleicht würde ich eine Chance kriegen und könnte mit ihnen über das Schreiben reden.

6) Und wem auf Erden würdest Du am liebsten den Stift klauen?

Niemanden. Jeder soll machen, was er kann, und danach streben, gut zu werden. Dann schaffen es ein paar.

7) Welchen anderen Beruf hättest Du Dir noch vorstellen können?

Geschichtswissenschaftler oder Schatzsucher oder Archäologe.

8) Dein/e Wunschinterviewpartner/in?

Friedel Neuber – wenn er richtig auspacken würde. Und die Wahrheit sagte und nüchtern wäre.

9) Wie würde eine Zeitung aussehen, bei der Du ganz alleiniger Chefredakteurkönig wärst? Und wie würde sie heißen?

Sie wäre ein Buch. Ein Bookzine. Mit spannenden, überraschenden, experimentellen und waghalsigen Stories. Grafiken. Zeitlos. Lebendig. Hart. Sexy. Titel egal.

10) Wenn Gott Journalist wäre, für welche Zeitung tät sie schreiben?

Weekly World News.

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