Revolution, Baby! (4)

Eine Gastprinzessinnenserie von Sibylle Berg

Folge 4: Die Gruppe TOP B3rlin (Theorie. Organisation. Praxis) stellt sich vor

Das alte System ist am Ende. Prost!

Weiterlesen
Dieser Eintrag wurde am 16. August 2021 veröffentlicht. 3 Kommentare

Revolution, Baby! (2)

Eine Gastprinzessinnenserie von Sibylle Berg

Folge 2: Ein revolutionärer Vorschlag von Cornelius W. M. Oettle

Das alte System ist am Ende. Prost!

Weiterlesen
Dieser Eintrag wurde am 2. August 2021 veröffentlicht. 1 Kommentar

Revolution, Baby! (1)

Eine Gastprinzessinnenserie von Sibylle Berg

Folge 1 mit Antworten von Koschka Linkerhand

Das alte System ist am Ende. Prost!

Je deutlicher wird, dass die Erde eine begrenzte Ressource ist, die sich mit der Funktionsweise: Wachstum oder Krise nicht verträgt, erfasst der Wahnsinn des Untergangs Aktionäre, KapitalistInnen, PolitikerInnen und die Massen.

Alle suchen nach Auswegen, ihr Leben, ihr Vermögen, ihre Ideen zu retten, ohne alte Gewohnheiten aufzugeben. Aber.  Das wird nicht funktionieren. Weder ist die Bereitschaft der erschöpften Massen vorhanden, den Irrsinn des Wachstums, die Entkoppelung von Gewinn und realem Gegenwert weiterzutragen.

Noch kann selbst der dumpfste Shareholder verleugnen, dass der eingeschlagene Weg in Katastrophen enden wird. Und zwar bald.

Weiterlesen
Dieser Eintrag wurde am 27. Juli 2021 veröffentlicht. 3 Kommentare

“ABER DAS MACHT DOCH NICHTS“

Wie war Theodor W. Adorno eigentlich als Prüfer? Unser Gastprinz, der Soziologe Dieter Bott, erinnert sich an sein Vordiplom in Soziologie bei TWA Mitte der sechziger Jahre in Frankfurt am Main.

Foto: Marit Hofmann

Es hatte sich bei uns Prüflingen herumgesprochen, dass höchstwahrscheinlich und wenigstens eine Klausur sich mit einem Thema aus der „Industrie- und Betriebssoziologie“ beschäftigen müsse, und so bimsten wir Industrie- und Betriebssoziologie. Haste gedacht – falsch spekuliert: Zur „Soziologie der Schule“ – die uns Doktor Manfred Teschner beigebracht hatte, der später auch seinen jüngeren Bruder unseren SDS-Genossen Eckhart Teschner als Professor an die TU  nach Darmstadt holte – schrieb ich die Klausur, und ich meine, ich bekam nur eine knickerige und mickerige Drei plus.

Weiterlesen

Die wahren Opfer des Antisemitismus

von Ramona Ambs

„Immer nennen mich alle Antisemit, bloß weil ich was gegen Juden hab!“ empörte sich vor einigen Jahren mal ein Leser bei mir. Was erstmal lustig klingt, ist eigentlich tragisch. Denn dieser Leser fühlte sich tatsächlich völlig zu Unrecht als Antisemit gebrandmarkt. Er war emotional tief betroffen.

Antisemit will keiner genannt werden. Das Wort hat ein unfassbar schlechtes Image. Es riecht nach dem Typen mit dem österreichischen Schnauzbart und mit dem will man möglichst nix zu tun haben. Außer vielleicht man ist altmodischer Nazi. Aber wenn man ein altmodischer Nazi ist, rennt man durch die Straßen und schreit: „Wer Deutschland liebt, ist Antisemit“… und ist dabei offenbar weder mit Jambus, Trachäus oder Daktylus vertraut, möchte man anmerken, aber man verkneift es sich. Wenns inhaltlich passt, dann reimt es sich auch irgendwie. Für arische Ohren jedenfalls.-

Aber ich schweife ab. Zurück zu den Antisemiten. Die gibt es hierzulande nicht. Bzw. Antisemiten sind immer nur die anderen. Die Linken deuten auf die Rechten und schreien Judenfeinde! Und die Konservativen deuten auf die Migranten und schreien Judenfeinde! Und dazwischen schlägt Otto Normalbürger die Hände überm Kopf zusammen, seufzt jovial und sagt sowas wie „Ach, die Juden… es gibt immer Ärger mit denen!“- aber das ist natürlich auch nicht antisemitisch gemeint! Gott behüte! Aber man wird doch mal sagen dürfen, dass das, was die mit den Palästinensern machen eine Riesensauerei ist! Und man wird doch noch sagen dürfen, dass Schächten grausam ist! Und dass diese Juden ihre Kinder verstümmeln! Wie barbarisch! –

Aber Antisemiten- sind wir nicht. Wir haben nix gegen Juden,- solange sie nicht so… so jüdisch sind. 

Der Antisemitismus, dem man heute begegnet, hat immer ein moralisches Mäntelchen an und die Schuhe sind tadellos geputzt. Die Vertreter sind stets wohlmeinend. Die kritischen Keinesfalls-Antisemiten betonen stets, wie total egal ihnen Religion, Kultur und Herkunft eines Menschen ist- (solange der eben genau so lebt und denkt wie sie selbst.)

Wer so edel ist, der kann gar kein Antisemit sein. Der ist sogar eigentlich das wahre Opfer vom Antisemitismus. Weil er dessen bezichtigt wird, obwohl er es doch nur gut meint. Und deswegen ist mir nachträglich der Leserbriefschreiber noch beinah sympathisch. Er war nämlich weiter als die meisten anderen, mit denen ich mich auseinander setzen muss. Er hat wenigstens offen gesagt, das er was gegen Juden hat. Damit kann man was anfangen. Mit den Verleugnern nicht. 

Happy Birthday, Mr Tambourine Man

Bevor es alle anderen tun: unser royaler Popbeauftragter Bernhard Torsch gratuliert Bob Dylan.

Jetzt wird Bob Dylan auch schon 80 und in den kommenden Tagen werden Zeitschriften und TV-Sendungen Elogen auf den am 24. Mai 1941 als Robert Zimmerman geborenen Mann veröffentlichen. Viele dieser Texte, oft verfasst von sogenannten Edelfedern, liegen ja schon als Nachrufe bereit und müssen nur ein bisschen an die Tatsache angepasst werden, dass Dylan nicht gestorben ist, sondern einen hohen runden Geburtstag feiert. Über Dylan wurden mehr Bücher geschrieben, als Wikipedia weiß, und in den Universitätsbibliotheken dieser Welt finden sich hunderte wissenschaftliche Abhandlungen, die sich mit dem Wirken des bedeutendsten Songwriters der vergangenen 50 Jahre auseinandersetzen. Obwohl über den Mann so viel geschrieben wurde wie über wenig andere Männer, sei auch mir gestattet, Herrn Zimmerman zum Geburtstag zu gratulieren und sein Schaffen zu würdigen.

Weiterlesen