Archive

Laissez-vous célébrer, Monsieur Stazol!

Zum 50. Geburtstag unseres hochverehrten royalen Stilberaters Lord Darlington aka Harald Nicolas Stazol bringen wir heute Auszüge aus „Darlingtons Manieren“ zum Jahresbeginn.
Laissez-vous célébrer, Eure Lordschaft! Die Krone dankt für die Treue und winkt huldvoll rüber zu den Feierlichkeiten à Lyon.

„Nun gilt es, am Jahresanfang, sich von allen gutgemeinten Vorsätzen und ihrem Diktat zu befreien, und bei jenen zu bleiben, mit denen man in realistischer Satire sich selbst zwar zu nahetritt, sie aber auch umzusetzen vermag: Doch wann man damit begönne, dafür ist das Datum einerlei, es sei denn, man sei abergläubisch – und allein mit Letzterem aufzuhören, wäre schon der erste gelungene Vorsatz.“

(Darlington‘s „Manieren“ – Kapitel „Strenge gegen dich selbst“, Seite 308)

Votre gâteau d’anniversaire (www.flickr.com/photos/eldriva/)

„Und so sich das Jahr nun schon in den ersten Tagen anschickt, derer höchsten Erwartungen gegenüber ja man die Latte soeben noch aufs höchste gelegt hatte, schon jetzt das nicht zu erfüllen, was man sich erhoffte, sollte man möglichst oft kalt duschen und jeglichen Tatort meiden“

(Darlington‘s „Manieren“ – Kapitel „Tempus Fugit“ Seite 424 ff.)

„Nun, nach der ersten überstandenen Woche des noch so jungen Jahres, empfiehlt es sich, erst einmal zu verreisen, etwa nach Lyon, den Laptop im Anschlage, falls doch noch wichtige Dinge ihrer Ordnung bedürfen. Sollten die Umstände eine Reise verunmöglichen, empfiehlt sich mancher Gang in ein Museum, ein Theaterbesuch vielleicht, oder eine Ballettpremiere. Oder man lese Molière.“

(Darlington‘s „Manieren“ – Kapitel „Was tun?“ S. 168)

„Gen Abend, in diesem verflucht kurzen Jahreslicht – das Schloss auf der Île of Skye hat nur zwei Stunden Helligkeit -, sind dreier Gefahren zu gewärtigen: Des frühen Whiskys, der langen Telefonate und des tiefen Grübelns.“

(Darlington’s „Manieren“ – Kapitel „Vom auf sich hören“, S. 55 f.)

„Nun ist es noch und schon oder wieder dunkle Nacht. Wohlan und entzündet die Kerzen und Photographien! Die belastenden Amtsbriefe, die alten der Liebe, der Nie-abgeschickten! Und das Jahr wird das Deine sein!“

(Darlington’s „Manieren“ – Kapitel „Zum Wesentlichen“ S.110)

„Vor Bahnreisen gilt es, ein wenig Kau- und Schnupftabak mitzuführen, ein, zwei, drei Metternich, belegte Brote, einen Red Bull, Downton-Abbey-DVDs, das KONKRET-Archiv und eine Flasche Evian zum Aufsprühen, das Dalì Tarot und „Der Blaue Kammerherr“ von
Wolf von Niebelschütz. Und natürlich Billets und die Reisepapiere und Empfehlungsschreiben.“

(Darlington‘s „Manieren“ – Kapitel „Auf Reisen“, S. 54)

Lord Darlington à Paris 2002. Photograph by Kathryn Millan

Bis zur Umsetzung unseres Journalismusfinanzierungsdekrets kann unsere Arbeit mittels eines einfachen Klicks auf den „Spenden“-Knopf gleich oben rechts unterstützt werden. Oder mit einem Einkauf in unserem Shop.

Social Sharing powered by flodjiShare

Neun Thesen zu einem verunglückten Gesetz

Vor 15 Jahren trat das Gesetz zur Berücksichtigung von Kindererziehung im Beitragsrecht der sozialen Pflegeversicherung“ (KiBG) in Kraft.

Von Dora Stein

I. Der israelische Philosoph Avishai Margalit bezeichnet diejenigen Gesellschaften als „anständig“, deren Institutionen niemanden erniedrigen. Das KiBG erniedrigt die Kinderlosen und missachtet die Kinderreichen. Es berücksichtigt weder die Anzahl der Kinder eines Menschen noch die erlittenen Traumata der Kinderlosen, weder den Wert der Diversität der Lebensformen noch den materiellen, geistigen und emotionalen Beitrag der Kinderlosen zur Solidargemeinschaft.

Weiterlesen

Social Sharing powered by flodjiShare
Dieser Eintrag wurde am 30. Dezember 2019 veröffentlicht. 2 Kommentare

„Wichtig, dass die DIG wieder lauter wird“

Ende Oktober wurde der Frankfurter Bürgermeister und Antisemitismus-Beauftragter des Landes Hessen, Uwe Becker, bei der 39. ordentlichen Hauptversammlung in Magdeburg zum neuen Präsidenten der Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) gewählt. Ende November kam Uwe Becker für einen Vortrag zum Thema „Wo BDS draufsteht, ist Antisemitismus drin“ über das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge nach Nürnberg. Gerhard K. Nagel traf ihn im Anschluss zu einem Gespräch über die Hauptthemen der DIG, ihre Einflussmöglichkeiten und die Abgrenzung zur AfD … Weiterlesen
Social Sharing powered by flodjiShare

Sich entschuldigen, leicht gemacht I

Herzlich willkommen zu Prinzessin Elke Wittichs lehrreichem Kurs „Sich entschuldigen, leicht gemacht I“ für Anfänger ohne Vorkenntnisse

 

1. „Sorry“, „Tschuldigung“, und dergleichen sind keine Worte, mit denen eine stilvolle Entschuldigung beginnen sollte. Besser: „Es tut mir sehr leid, dass…“ oder „Ich bitte um Entschuldigung …“ Weiterlesen

Social Sharing powered by flodjiShare
Dieser Eintrag wurde am 5. Dezember 2019 veröffentlicht. 2 Kommentare

Aus der Schatzkammer der Prinzessinnen

Eine Stellungnahme von Prinzessin Marit Hofmann im Namen der juwelenbesetzten Krone

Um hier mal aus der Schatzkammer der Prinzessinnen zu plaudern: Nein, nicht alles, was glitzert, wollen wir haben. Die Prinzessinnen dementieren hiermit Gerüchte, nach denen wir den Diamantenraub und „Angriff auf Dresdens Herz“ (Die Welt)  in Auftrag gegeben hätten. Der Zinnober ist uns dann doch etwas zu profan und vermutlich klebt jeden Menge Blut dran. Also kein Grund, sich grün vor Neid zu wölben. Weiterlesen

Social Sharing powered by flodjiShare

Rufe den Glücksgeist

Man nehme drei Münzen …: Lebensfreude 2019 – Fotos: K. Uhland

Das NDR-Fernsehen promotet die Lebensfreude-Messe, auf der auch neurechte Verschwörungsliteratur ausgestellt wird.

Von Bernd-Ove Petersen, prinzessionaler Medien-Beauftragter

Ungewöhnlicher Anruf von einem befreundeten Sender-Mitarbeiter: Ich solle mir doch mal eine besonders gelungene NDR-Sendung anschauen, wo es unerwartet viel befreiendes Lachen zu sehen gibt.

Das „Hamburg Journal“, seit Urzeiten im hanseatischen Hanseaten-Blau auf Sendung, habe per waghalsiger Live-Übertragung mit gekonnt humoristischer Schlagseite der Zuschauerschaft eine hochwertige Messe namens „Lebensfreude“ ans Herz gelegt und den Sender-Mitarbeiter am vergangenen Totensonntag zu einem Besuch der „Lebensfreude“ animiert. Weiterlesen

Social Sharing powered by flodjiShare