Rede zur Deutschen Zweiheit

Screen Shot 2015-10-03 at 3.33.47 PMgehalten von PR-Reporter Leo Fischer am 3.10.2015 auf dem Börneplatz zu Frankfurt

Liebe Freundinnen und Freundinnen, liebe Genossinnen und Genossinnen,

es ist ein denkwürdiges Ereignis, das uns heute hier zusammengeführt hat, von historisch beispielloser Größe, und wir alle werden dermaleinst unseren schwulen Kindern und schwulen Kindeskindern davon erzählen können: Heute morgen hat Martin Sonneborn uns allen einen kostenlosen Frühschoppen ermöglicht, und wer die legendäre Knausrigkeit der PARTEI-Oberen kennt, der weiß, welch einzigartiger Paradigmenwechsel sich hier vollzogen hat – jedenfalls, wenn er das Wort Paradigmenwechsel kennt oder schon mal bei Plasberg gehört hat.

Aber heute können wir auch eine andere schöne Gelgenheit feiern: Noch niemals zuvor hat sich die bundespolitische Elite so dicht auf so engem Raum versammelt, und noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik gab es eine so schöne Chance für Terroristen, mit einer einzigen gutgezielten Aktion so viele unangenehme Leute auf einen Schlag unmzunieten. Es ist jetzt knapp 14 Uhr, der Tag ist noch jung, von meiner Seite gibt es in dieser Hinsicht schon mal ein ganz großes Toitoitoi! Wohlgemerkt: Wir von der PARTEI sind gegen Gewalt als Mittel politischer Willensbildung, besonders, wenn sie uns selbst betrifft, aber Gewalt als Mittel der Personalentwicklung, die unterstützen wir, und das auch nicht mehr als die 100 besten DAX-Konzerne.

Meine Damen und Herren, unabhängig davon, was unseren klandestinen Freunden heute noch gelingt, haben wir schon jetzt Anlaß, etwas zu feiern. 25 Jahre Einheit. Ein schönes Experiment, das natürlich auch sehr viel Geld gekostet hat, aber auch in Sachen Einheit gilt der alte Satz Roland Freislers: Auch das schönste Experiment muß einmal zuende gehen. Wir haben jetzt 25 Jahre darauf verwendet, denen da drüben Manieren, Kultur, Bildung und abendländische Tischsitten beizubringen, und, die aktuelle  Bilder aus Freital, aus Heidenau und aus Dortmund haben es gezeigt – das Experiment ist zuende, und es ist gescheitert. Machen wir endlich den Deckel drauf, ziehen wir Bilanz und sagen wir laut: Leute, es reicht. 25 Jahre sind genug!

Meine Damen und Herren, wir wollen hier und heute aber nicht nur heulen und jammern und der Vergangenheit nachtrauern – das können unsere ostdeutschen Genossen viel besser als wir. Denn wir, die wir allen guten Willens und reinen Herzens sind, haben aber auch eine großartige Chance. Wir Deutschen haben schon alle möglichen Staatsformen ausprobiert, in Sachen Staatsformen haben wir jede Menge Erfahrung. Gut, die meisten dieser Staatsformen waren eher unangenehm bis schädlich, aber gerade deshalb, weil wir so viel Schaden in der Welt angerichtet haben, sind wir besonders dafür qualifiziert, weiteren Schaden an der Welt zu verhindern! Einfach, indem wir uns einmal zurückhalten! Indem wir den Zapfhahn des Schadens nicht ganz so weit aufdrehen, wie wir es durchaus vermöchten. Und ich finde, dass wir uns so zurückhalten, daß das Weltschadensbarometer derzeit so niedrig hängt, dafür könnte uns die Menschheit ruhig auch mal danke sagen. Denn wir können auch anders, liebe Menschheit! Da mal bitte drüber nachdenken.

Deswegen möchte ich diesen historischen Tag, diesen historischen Ort und diese historische… Historie nutzen, um für dieses Land eine neue Staatsform zu begründen. Wir sind PARTEI-Menschen und -Frauen aus allen Bundesländern, aus Nord, West und Südwest, aus allen Erdteilen und aus allen sexuellen Präferenzgruppen. Wir sind befähigt, willens und angedüdelt genug, um diese Entscheidung stellvertretend für alle Deutschen zu fällen. Und deswegen fände ich es schön, wenn ihr jetzt alle mithelft, wenn ihr jetzt alle ganz ganz fest in Eure kleinen Patschehändchen klatscht, wenn ich hier, heute, für Euch und für alle, und vor allem für die kleinen hilflosen Flüchtlingskinder da draußen,
DIE REPUBLIK AUSRUFE.

Viele von Euch werden jetzt sagen: Wie, eine Republik gibt es doch schon, läuft doch, alles schnafte. Nun, wie ihr vielleicht durch die Recherchen von Dr. Xavier Naidoo wißt, gibt es gar keine Bundesrepublik, sondern nur eine BRD AG, deren Mehrheitsanteile BMW, der Springer-Konzern und der Kopp-Verlag hält. Von daher also schon mal scheiße. Zum anderen wissen wir aus der Geschichte wirklicher Demokratien, dass so eine Republik mehrere Anläufe braucht, bis sie richtig funktioniert. Die Franzosen haben mittlerweile die fünfte oder sechste, und fahren sehr gut damit, auch wenn sie mittlerweile mehrheitlich faschistisch wählen. Das muß die Demokratie aushalten, von Faschisten zu ihrer eigenen kleinen Gangbangbitch hergenommen zu werden, um mal in der Sprache unserer Zeit zu bleiben.

Und sogar die zurückgebliebenen Österreicher haben schon vier oder fünf Republiken hinter sich gebracht. Wählen auch alle mehrheitlich faschistisch, aber das ist heute nicht der Punkt. Vielmehr haben wir heute die Chance, erstmals eine dreistellige Republikenzahl zu etablieren: die Dritte Republik auf deutschem Boden! Die dritte Republik, wie das schon klingt. Das klingt nach Geschichte, nach Abendland, nach einem Feature auf ZDF History. Die dritte Republik, das klingt nach Lebenserfahrung, nach Reife, nach feinherber Bitterschokolade. Die Dritte Republik, das klingt nach drittem Lebensabschnitt, nach zweitem Frühling, nach fünfter Jahreszeit. Meine Damen und Herren, die Dritte Republik hat die Chance, zur MILF unter den Staatsformen zu werden. Eine lebenshungrige Alte, die uns unschuldigen Demokratiejünglingen alle Tricks zeigt, und uns an Stellen berührt, von denen wir gar nicht wussten, daß wir sie haben.

Meine Damen und Herren, ein weiterer Vorteil einer III. Republik: Sie macht Lust auf eine vierte! Falls uns die dritte nicht mehr gefällt, denken wir uns einfach eine neue aus. Da kann die BRD AG mit ihren sogenannten Ewigkeitsgarantien einpacken.

Meine Damen und Herren, und für all diejenigen, denen die III. Republik, die IV. Republik etc. zu mathematisch, zu bürokratisch klingt, für den habe ich für dieses neue System sich ablösender und durchnummerierter Republiken, auch gleich eine knackige Kurzbezeichnung in petto. Wir begründen heute nämlich zugleich, im Interesse einer stabilen und auf Verantwortung basierenden Politik, das erste GALAKTISCHE IMPERIUM, um diese neue Ordnung auf Dauer festzuhalten.

Meine Damen und Herren, wenn ich das richtig verstanden habe, werden wir gleich zu einer verfassungsgebenden Versammlung zusammentreten. Keine Ahnung, worum’s da geht, aber es gibt Freibier!

Anschließend wünsche ich Ihnen, meine herzallerliebsten Damen und Herren, recht viel Spaß mit dieser ihrer neuen Republik. Und keine Angst: Wenn diese Republik kaputt geht, haben wir immer noch die nächste in der Tasche.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Leo Fischer

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