Rita Knobel-Ulrich – Reich durch Hartz-IV-Bezieher-Bashing

Rita Knobel-Ulrich beim Sich-Empören (Bildschirmfoto)

Die Jeanne d’Arc des Sozialrassismus beim Sich-Empören (Bildschirmfoto)

 

Ein Gastbeitrag von TV-Stammtischbeobachter Edler von Schwermuth (mit Stammsitz in der wagrisch-holsteinischen Grafenecke)

 

Da war sie wieder, eine der maßgeblichen Empörerinnen im deutschen Fernsehen bei Frau Illners Stammtisch neulich, um mit viel körperlichem Einsatz und erhobenen Zeigefingern zu sagen, wo´s längs geht mit der Flüchtlingsverarbeitung: Rita Knobel-Ulrich, die draufgängerische Fernsehdame, die unter immer noch ungeklärten Umständen 1996 ihren Redakteursposten beim NDR beendete und zur Belohnung als freie Autorin vielfältig und einträglich zum Wohlgefallen nicht nur der genannten Anstalt fortan produziert. Einen Namen machte sie sich insbesondere als ausgewiesene und selbsternannte Expertin fürs Arbeitslosentum unter besonderer Berücksichtigung der Faulpelzer- und Rumlungerei in sozialen Hängematten.

Folgende Feststellung machte die Knobel-Ulrich 2008 beim ARD-Gelage „Anne Will“ berühmt, ließ sie kometenhaft zur TV-Expertin für soziale Fragen aufsteigen:

Es gibt bei uns in Deutschland niemanden, der hungern muss, der frieren muss. Und jeder hat ein Dach über dem Kopf. Das sind also im Prinzip schon mal die Grundbedürfnisse abgedeckt … Hartz IV alimentiert doch ganz gut die Menschen … Vater, Mutter, zwei Kinder bekommen 325 Euro pro Erwachsenen, 147 Euro pro Kind plus Wohnung plus Heizung plus Kind, plus Krankenversicherung. Das sind ca. 2000 Euro pro Monat. Das muss man erst mal verdienen!

Das fiel auf viel Wohlgefallen im Talkshow-Zirkus, führte bis heute zu diversen Auftritten bei „Hart aber Herzig“ oder Anne Will oder Maischberger oder Illner und nicht zu vergessen Jauch, wo die Expertin dieses und jenes Schmarotzertum energisch anprangert.

Weil Empörerin Knobel-Ulrich einen Doktor-Titel trägt, kann sie auch schreiben, wie der im Redline-Verlag erschienene Titel „Reich durch Hartz IV“ belegt. Bei Amazogibt´s dazu unter anderem diese Kundenmeinung:

Ich geb`s zu … auf dieses Buch bin ich beim Zapping durch die TV-Programme gestoßen. Bei der Fernsehfürstin und gelernten Talk-Lady Maischberger platzte ich in folgende Szene: Eine rotgefärbte Dame in reiferen Jahren hieb verbal mit der Emsigkeit einer pickenden Meise auf einen Talkgast ein. Sie gab in etwa folgendes von sich: „Sie leben auf meine Kosten, also haben sie sich gefälligst um Arbeit zu bemühen.“ Die rotgefärbte Dame entpuppte sich als die Autorin dieses Buches; der Gescholtene hatte die Rolle des „Hartz 4 – Watschenmannes“ inne. Ist Ihnen – lieber Leser – nicht auch schon einmal aufgefallen, dass in den Medien immer „Hartzer“ auftauchen, die frei und offen bekennen „keinen Bock“ zu haben und selten bis niemals einen ALG-II-Bezieher, der ohne Verschulden seine Arbeit verloren hat und sich seitdem auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr etablieren konnte? Letzterer dürfte den überwiegenden Anteil der ALG II Bezieher ausmachen … Während die rotgefärbte Dame schwadronierte, hielt Frau Maischberger in regelmäßigen Abständen das vorliegende Buch in die Höhe. Also… eine Werbeveranstaltung finanziert aus der Rundfunk-Zwangsabgabe. Anprangern kann jeder … mich interessieren also die Lösungsansätze, die Frau Knobel-Ulrich zur Behebung der Zustände vorschlägt (Auswahl): Verschärfung der Zumutbarkeitskriterien … (hier beweist Frau Knobel-Ulrich, dass sie von Vertragsrecht nicht die geringste Ahnung hat …); der Bezug von ALG II soll zeitlich begrenzt werden (Schön!!! Und dann??? Ist denn hierdurch gewährleistet, dass alle ALG-II-Bezieher hierdurch in Lohn und Brot kommen, oder müssen wir dann in den Randgebieten große Zeltlager errichten, in denen die „Hartzer“ vegetieren?); mehr Sanktionen (Wenn ich recht informiert bin, werden pro Jahr etwa 1 Mio. Sanktionen gegen ALG-II-Bezieher verhängt …) .
Frau Knobel-Ulrich vertritt eine protestantisch-neoliberale Auffassung: Wer arbeiten will, findet Arbeit, und wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Arbeitslose sind i.d.R. Drückeberger, die sie aus ihren Steuern finanziert.
Zum Schluss noch eine Anmerkung: Auch Arbeitslose zahlen sämtliche Steuern, bis auf die Einkommenssteuer. Es wäre doch einmal interessant, herauszufinden, welcher Anteil des ALG II auf direktem oder indirektem Wege wieder in die Staatskasse fließt …
Frau Knobel-Ulrich: Sie sind gefragt! Ist allerdings keine so interessante Recherche, wie mit dem Mikro durch die Lande zu ziehen!

Dem widerspricht lovely Rita:

Der Reporter klärt auf, wo etwas unklar ist, deckt auf, wo etwas verborgen ist, legt den Finger in die Wunde, beschreibt, rührt an, bringt Menschen in Bewegung.“

Und zieht als „Jeanne d’Arc des Sozialrassismus“ (siehe hier oder dortin Volkes Namen weiter geschäftstüchtig durch die Lande, mit Kamera und Mikrofon Übeln auf der Spur, das einem übel werden kann.

Als Stargast geadelt von nationalen Fernseh-Stammtischen sollte die notorisch besserwisserische Knobel-Ulrich zu guter Letzt die Merkel ablösen und in Deutschland endlich aufräumen!

Darauf die Bach-Kantate „Ihr werdet weinen und heulen“ (BWV 103) – zum Wohle oder Prost!

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Dieser Beitrag wurde am 12. März 2016 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare

2 Gedanken zu „Rita Knobel-Ulrich – Reich durch Hartz-IV-Bezieher-Bashing

  1. Mein erster Gedanke war: Das muss eine Parodie sein. Gab es nicht bei „Harry Potter“ eine unmögliche Reporterin, die Rita hieß? Aber anscheinend gibt es die Frau wirklich.

  2. Fabelhafte Erledigung einer Unerträglichen – danke dafür! Als alter Wilhelm-Hauff-Bewunderer bin ich übrigens ziemlich sicher, daß die Knobel-Ulrich ihr warmes puckerndes Herz vor langer Zeit gegen einen Stein austauschen ließ. Ist freilich keine Entschuldigung für ihr sozialdarwinistisches Scheißhausgerede.

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