Der royale Journalistenfragebogen der Prinzessinnenreporter (46)

Will kein alleiniger Chefredakteurkönig sein: Ekkehard Knörer

Will kein alleiniger Chefredakteurkönig sein: Ekkehard Knörer

Ausgefüllt von Ekkehard Knörer

Der Journalist – das unbekannte Wesen. Wir wissen zumindest: Journalisten sind vielbeschäftigte Leute. Dennoch baten wir ausgewählte Exemplare, sich einen Augenblick Zeit zu nehmen und unsere Fragen zu beantworten. Es ist schließlich zu ihrem Besten. Denn um den Online-Journalismus zu retten, brauchen die Prinzessinnenreporter ein paar Daten zur Evaluation. Und im Sommer lassen wir nun mal auch gern andere für uns arbeiten.
Die Prinzessinnenreporter bedanken sich huldvoll bei allen Teilnehmer/innen und veröffentlichen die Antworten in loser Folge.

Ekkehard Knörer, 1971 geboren, in Ansbach aufgewachsen, einer eigentlich sehr friedlichen Stadt. Diverse kulturwissenschaftliche Dinge studiert. Um ein Haar an der Uni hängengeblieben. Beim Perlentaucher gelandet. Bei taz und Freitag mal Stellen vertreten und für beide recht viel geschrieben. Cargo mitgegründet. Seit 2012 Redakteur beim Merkur.

 1) Gerüchteweise achten eigentlich nur Journalisten auf die Autorennamen über oder unter einem Text – wann hast Du Dir zum ersten Mal einen Autorennamen gemerkt und warum?

Das weiß ich nicht mehr so ganz genau. Es war bestimmt Joachim Kaiser oder eine vergleichbare Feuilleton-Schreckschraube. Nicht allzu weit hinterdrein aber Harry Rowohlt, glaube ich. Hoffe ich.

2) Wie lautet Deine Lieblingsschlagzeile?

Schlagzeilen interessieren mich eigentlich nicht. Merke ich mir auch nicht. Ich bin auch selber schlecht in Titelzeilen.

3) Dein peinlichstes Erlebnis auf einer Pressekonferenz?

Auf Pressekonferenzen bin ich fast nur bei der Berlinale. Da ist so ziemlich alles peinlich. Und wenn Dieter Kosslick dabei ist, dann möchte ich sterben.

4) Wie kann der Journalismus auf keinen Fall gerettet werden?

Durch Anbiederung, Populismus, Rechthaberei, Schirrmacherei, Angst vor der Zukunft. Aber ist er überhaupt in Gefahr?

5) Wenn es einen speziellen Himmel für Journalisten gäbe – auf wen da oben würdest Du Dich freuen?

Wenn ich in einem speziellen Himmel für Journalisten landen sollte, könnte mich nichts und niemand aufheitern, fürchte ich.

6) Und wem auf Erden würdest Du am liebsten den Stift klauen?

Es geht ja nicht um einzelne, aber. Jürgen Elsässer: eh klar. Gerne auch Josef Joffe. Kurt Kister. Matussek hat sich zum Glück selbst erledigt. Und Georg Diez vielleicht, der es regelmäßig schafft, mich gegen meine eigenen Ansichten aufzubringen.

7) Welchen anderen Beruf hättest Du Dir noch vorstellen können?

Ich wäre fast an der Uni gelandet. Hätte ich mir schon vorstellen können.

8) Dein/e Wunschinterviewpartner/in?

Die Menschen, die mich interessieren, würde ich lieber auf ein Bier als auf ein Interview treffen.

9) Wie würde eine Zeitung aussehen, bei der Du ganz alleiniger Chefredakteurkönig wärst? Und wie würde sie heißen?

Ich will gar nicht alleiniger König sein. Den Merkur machen wir redaktionell gleichberechtigt zu zweien, Cargo ebenso gleichberechtigt zu dreien. Anders als im Kollektiv kann ich mir die Arbeit nicht mehr vorstellen. Die Chefredakteurkollektivzeitung sähe fabelhaft aus und wäre überhaupt sehr super, aber sie wäre auch total kompromisslos und darum nach einer Woche bestimmt bankrott. „Die Zeitung“ wäre ein guter Titel. (Die beiden Vorgänger, die die Wikipedia aufführt, machen einem auch keine Unehre.)

10) Wenn Gott Journalist wäre, für welche Zeitung tät sie schreiben?

Gott würde als Chefredakteurkönigin, denke ich, dann doch selbst eine gründen.

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