Der royale Journalistenfragebogen der Prinzessinnenreporter (11)

Ausgefüllt von „Titanic“- Chefredakteur Tim Wolff

Mit dem Berufswunsch Hausfrau und Mutter hat es  nicht geklappt: Tim Wolff

Mit dem Berufswunsch Hausfrau und Mutter hat es nicht geklappt: Tim Wolff

Der Journalist – das unbekannte Wesen. Wir wissen zumindest: Journalisten sind vielbeschäftigte Leute. Dennoch baten wir ausgewählte Exemplare, sich einen Augenblick Zeit zu nehmen und unsere Fragen zu beantworten. Es ist schließlich zu ihrem Besten. Denn um den Online-Journalismus zu retten, brauchen die Prinzessinnenreporter ein paar Daten zur Evaluation. Und im Sommer lassen wir nun mal auch gern andere für uns arbeiten.
Die Prinzessinnenreporter bedanken sich huldvoll bei allen Teilnehmer/innen und veröffentlichen die Antworten in loser Folge.

 

1) Gerüchteweise achten eigentlich nur Journalisten auf die Autorennamen über oder unter einem Text – wann hast Du Dir zum ersten Mal einen Autorennamen gemerkt und warum?
Das war in meiner Grundschulzeit. Es war der Name des „Kicker“-Reporters, der für meinen Lieblingsverein zuständig war und an dessen falscher, ja inkompetenter Notengebung ich mich störte. Auch kannte ich recht früh die Namen der „FAZ“-Herausgeber. Ich war ein ziemlich idiotisches Kind.

2) Wie lautet Deine Lieblingsschlagzeile?
An so etwas müßte man sich spontan erinnern können, nicht? Also habe ich wohl keine Lieblingsschlagzeile. Ich amüsiere mich aber immer mal beim Blick auf Welt.de. Eine Mischung aus dem marktgerechten Wunsch, das rechtsradikale Stammpublikum zu bedienen, und dem niedlichen Anspruch, als seriöse Qualitätszeitung zu gelten, bei gleichzeitiger Unfähigkeit, klare Sätze zu formulieren, produziert dort stets heitere Sprachunfälle.

3) Dein peinlichstes Erlebnis auf einer Pressekonferenz?
Auf einer gewesen zu sein. Das sind doch immer peinliche Veranstaltungen, die mit dem, was journalistische Arbeit sein könnte, soviel zu tun haben wie Volkswirtschaftslehre mit Wissenschaft.

4) Wie kann der Journalismus auf keinen Fall gerettet werden?
Mit Paywalls. Aber andererseits: Wieso sollte man den deutschen Journalismus überhaupt retten wollen?

5) Wenn es einen speziellen Himmel für Journalisten gäbe – auf wen da oben würdest Du Dich freuen?
Auf die, die mich in die Himmel mit den interessanten, sympathischen und lustigen Leuten schleusen können.

6) Und wem auf Erden würdest Du am liebsten den Stift klauen?
Benutzt noch jemand Stifte? Egal. Jedenfalls würde eine Liste derer, denen mindestens die Schreibhand gebrochen gehört, sehr lang. Ein guter Anfang wäre dabei sicherlich die „Neon“-Redaktion.

7) Welchen anderen Beruf hättest Du Dir noch vorstellen können?
Hausfrau und Mutter. Und Prinzessin selbstverständlich.

8) Dein/e Wunschinterviewpartner/in?
Thomas Hintner, weil er Sätze sagt wie „Ist das der größte Monitor der Welt?“, „Ihr seid dumm wie die Idioten“ oder „Wenn ich sterbe, stelle ich meinen Körper Nekrophilen zur Verfügung. An die denkt nie jemand“. Überhaupt wäre die Presselandschaft eine sehenswürdigere, wenn alle immer nur Thomas Hintner interviewen würden.

9) Wie würde eine Zeitung aussehen, bei der Du ganz alleiniger Chefredakteurkönig wärst? Und wie würde sie heißen?
Wie TITANIC. Und: TITANIC.

10) Wenn Gott Journalist wäre, für welche Zeitung tät sie schreiben?
Gemessen an ihren historischen Verdiensten vermutlich für „Brigitte Woman“. Oder den „Landser“.

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