Die Interviewanfrage

 Ein Bericht aus dem Prinzessinnenreporter-Headquarter von PR♕-Zeremonienmeister Fritz Tietz

Der Zeremonienmeister bei der Arbeit

Der Zeremonienmeister bei der Arbeit


Zum ersten Mal seit Prinzessinnenreportergedenken klingelte heute morgen im PR♕HQ das rosa Telefon. Ein Daniel oder so vom „Bundespresseamt, Berlin“ begehrte, „eine der Damen oder Herren Prinzessinnenreporter“ zu sprechen. PR♕-Zeremonienmeister Fritz Tietz, der gerade zufällig im PR♕HQ weilte, um den Getränkeautomaten mit frischer Katzenmilch, blauer Plempe, Jacobs Krönung und Piccolo alkoholfrei zu betanken, nahm den Anruf entgegen.

„Haben Sie ein Stichwort für mich? Worum geht’s?“
„Die Bundeskanzlerin. Angela Merkel.“
„Okayyy!?“
„Wir möchten anregen, ein Interview…“
„Verzeihung, wenn ich unterbreche. Interviewanfragen nehmen die Prinzessinnenreporter grundsätzlich nur in schriftlicher Form entgegen.“
„Hallo!? Ich rufe im Namen der deutschen Bundeskanzlerin an. Da werden Sie mir doch wohl meine höfliche Bitte um ein persönliches Gespräch mit einer der Prinzessinnen …“
„Tut mir leid. Ich befolge nur die strikte Anweisung, solche Anfragen grundsätzlich nicht durchzustellen. Schicken Sie uns bitte eine Mail mit einer kurzen Darstellung Ihres Anliegens an die info@…“
„Jetzt hör mal gut zu, du Pfeife …“
„Verzeihung, habe ich Ihnen das Du angeboten? Ich kann mich nicht erinnern.“
„Dann eben, Sie Pfeife! Sie stellen mich jetzt sofort durch, sonst…“
„Hören Sie. Selbst wenn ich wollte. Die Damen und Herrschaften von der Krone sind in ihren Tagesgeschäften auch heute morgen schon wieder derart eng getaktet, dass ich da nicht mal den Hauch einer Chance für ein noch so klitzkleines Zeitfenster sähe.“
„Augenblick bitte. Ich reiche den Hörer mal eben …“
„Schönen guten Tag, Herr Tietz. Hier spricht Angela Merkel.“
„Frau Bundeskanzlerin, ich grüße Sie!“
„Wo ist das Problem? Warum wird unser Herr Wischewisch nicht durchgestellt?“
„Frau Bundeskanzlerin, ich tue prinzipiell nichts, was mir als einfachem Hofstaatler nicht zusteht.“
„Wir möchten den Prinzessinnenreportern ein Interview mit mir anbieten …“
„Ja, das habe ich verstanden. Aber wie ich Ihrem Deputanten eben schon ausführte, sind derartige Wünsche grundsätzlich in schriftlicher Form einzureichen.“
„Das ist jetzt nicht Ihr Ernst, oder?“
„Bitte, Frau Bundeskanzlerin. Ein, zwei Sätze reichen. Ganz formlos. Vielleicht können wir Ihnen dann in drei, vier Wochen einen ersten unverbindlichen Kennlerntermin anbieten … oder halt, ich sehe gerade, für eine Streicheleinheit bei Prinz Kasimir wäre durchaus schon nächste Woche ein Viertelstündchen … setzt natürlich voraus, dass Sie keine Katzenhaarallergie … hallo? Frau Merkel? – Hm, aufgelegt.“
„Wer war denn dran?“
„Ach schau her, Prinz Leo, schon wach? – Das war nur die Merkel… Einen frisch gezogenen Kaffee, Prinz?“
„Ja gern. – Die andern schlafen noch?“
„Gehe ich mal stark von aus.“

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