Die vier Regeln von Kurbjuweits Mitte

von Prinzessin am Rande des Zusammenbruchs Ramona Ambs

Kurbjuweit mal wieder. Immer wieder Kurbjuweit.

Wir sind ja schon seit längerem Kummer von diesem Mann gewohnt. Nicht nur der Journalismus, nein auch die Literatur leidet unter den massiven omnipräsenten Kurbjuerweiterisierungen. Schlimm genug, dass nun seit Jahren Generationen von Schülern mit seinen grottenschlechten Buch Zweier ohne endgültig von der Literatur vertrieben werden, nein, jetzt versetzt er auch noch dem Spiegel den endgültigen Tritt in die Gossenpfütze. Um genau zu sein: in die rechte Mitte der Gossenpfütze. Kurbjuweit erklärt nämlich in seinem neusten Leitartikel mit dem Titel Herzlich Willkommen die AFD zur Partei der Mitte. Seine intellektuell faszinierende Begründung: „ Eine Partei, die in Baden-Würrtemberg 15, und in Sachsen-Anhalt 24 % holt, ist eine Partei der Mitte…“

Das ist niedlich. Und sowas von Kurbjuweit.

Ich dachte immer, es läge an den Parteiprogrammen und Inhalten, wo eine Partei verordnet wird. Aber Kurbjuweit hat eine neue Definition: Wer viele Prozente holt, der is Mitte. Aber sowas von.

Und „die Mitte“ so denkt Kurbjuweit weiter, „sollte grade in Demokratien breit sein“ und es sei doch erfreulich, dass „die AFD wegen der Flüchtlingskrise so viele Bürger zum Wählen mobilisieren konnte“. Ja. Wir freuen uns alle sehr.

Die AFD findet er auch eigentlich ganz lieb. Er unterteilt sie nämlich in Konservative, Entkoppelte und  Hassprediger. Die Letzteren dürfe man natürlich nicht sooo lieb haben, aber mit ein paar einfachen kurbjuweitschen Regeln lässt sich prima mit der AFD politisch flirten. Um genau zu sein, sind es vier Regeln. Aber wenn man die beachtet, steht der Integration der AFD ins Parteiengefüge der BRD nichts im Wege.

Die erste Regel lautet: Fragen. -Das sei subversiv.

Die zweite Regel lautet: Differenzieren. -Vermutlich ist das auch subversiv, aber das schreibt er diesmal nicht dazu.

Die dritte Regel ist etwas komplizierter. Er nennt sie werbende Abgrenzung, hat aber offenbar selbst nicht ganz verstanden, was das sein soll, was jedoch direkt und unverzüglich zur vierten Regel führt: rote Linien malen.

Das ist alles sehr subversiv und wahnsinnig intellektuell findet Kurbjuweit.
Mit seinen vier Regeln wird alles gut.

kubju

Für uns Prinzessinnen ist das nun natürlich noch ein bisschen schwieriger geworden mit der Journalismusrettung. Heute ist also ein schwarzer Tag für uns.
Aber verzagt nicht. Wir geben nicht auf. Morgen ist ein neuer rosa Tag!
Es kann ja eigentlich nur besser werden…

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Dieser Beitrag wurde am 25. März 2016 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare

4 Gedanken zu „Die vier Regeln von Kurbjuweits Mitte

  1. @ gerri häfele, dieser vorzügliche Blogpost hätte eine erheblich originellere Kommentierung verdient, finden Sie nicht auch? Sehen Sie mal, so geht das -: Das Schöne an einer reich bevölkerten Welt ist auch, daß man nicht alles selber erledigen muß. Haben Sie Dank, Prinzessin Ramona!

  2. Zum Glück ist der Artikel durch eine paywall geschützt … sonst hätte ich mich am Ende auch noch aufgeregt.

  3. Danke für die Warnung! Ich werde nun Kurbjuweit versuchen zu vermeiden, was mir schwer fällt, weil ich offensichtlich in anderen Kreisen verkehre und von ihm noch nie gehört habe. Dem Artikel nach ist das so eine Art Sarrazin, also jemand der einfach nur braun klugscheißt. Insofern ist die Metaffer mit den Fliegen vom Herrn Häfele gar nich schlecht gewählt. Ich habe außerdem zwei Rechtschreibfehler in mein Posting eingebaut, um Prinzessin Ramona besser dastehen zu lassen.
    Meine Hochachtung!

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