Intellektuelle Verlotterung

Screen Shot 2016-06-09 at 16.57.32Trump? Bannon? Really? Notwendige Anmerkungen zu (Teilen von) Antideutschland und Trump von Gastprinzessin Sir Arthur McBuckow. Einige Damen und Herren mit antideutschem Redaktionshintergrund und pro-karibischen Projektionen arrangieren sich schon wenige Tage nach deren Wahl komfortabel mit Trump, Bannon und Co. Das wesentliche Argument: Da sie vorgeben Israel unterstützen zu wollen, können sie so schlecht nicht sein, und auch nicht antisemitisch; schlecht und antisemitisch sind ja schon die Linken.

Letzteres hat, wenn man es nicht gleich als Allaussage fasst, ja einen vernünftigen Kern, weshalb zur Kritik der Verhältnisse auch ungemildert die an der real existierenden Linken gehört. Der Rest ist aber Zeugnis völliger intellektueller Verlotterung.

Als diese Leute noch einen Begriff von Antisemitismus hatten, wussten sie, dass das Ressentiment gegen „die da oben“, das Establishment, gegen Wallstreet allzumal, gegen Banken und Banker, gegen Medien und vermeintliche Medienkartelle, antisemitischer Provenienz ist. In einem der letzten Wahlwerbespots von Trump wurde dies besonders deutlich illustriert: mit allerlei jüdischen Protagonisten des vermeintlichen Übels. Sie wussten, dass der Antiintellektualismus und das Aufstacheln des Zornes der sogenannten kleinen Leute, die von „denen“ – man weiß schon wem – belogen und betrogen werden, am gewaltsamen Ende auf Jüdinnen und Juden zielt. Von allem dem aber heute – kein Wort mehr.

Als eben diese Leute noch zu denken vermochten, da wussten sie um Israels falschen Freunde, die allein aus taktischen Gründen den jüdischen Staat als militärischen Vorposten gegen den Islam und dessen Krieger unterstützen. Und sie verstanden umgekehrt Israels Verhältnis zu solchen „Freunden“ immer auch selbst als taktisch und aus der Not geboren. Wie es Shimon Stein, damals noch Botschafter in Berlin, mir einmal erklärte: A beggar is not a chooser. Sie wussten, dass jene christlich-abendländischen Faschisten nicht zögern werden, Israel seinen Feinden auszuliefern, wenn es ihnen aus veränderten geostrategischen Erwägungen einmal geboten erscheint.

Nun also arrangieren sich diese Damen und Herren „Gesellschaftskritiker“ mit den neuen Verhältnissen, legen sich ausgewählte Fragmente der Wirklichkeit so zurecht, dass sie ihnen wieder kommensurabel erscheint und pflegen ihr Selbstbild als die Einzigwahren der Israelsolidarität. Und sie verharren in ihrer Herkunft: aus der Linken, gegen die Linke. Und ihres Feindes Feind: ihr Freund.
Das jedenfalls scheint als ihre letzte Hoffnung auf.

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