Reich und naiv: Zur Lage von Nation und Clausnitz

Endlich in Diskussionen vernünftig argumentieren udn nicht mehr frieren: Das Shirt von Trendsetter fermutlichRitze

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Reich und naiv – Interview zur aktuellen Lage mit unserem Demokratiebeauftragten Benjamin Weissinger.

Herr Weissinger, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung…

Allerdings. Da war ich noch in Rho.. äh Simbabwe auf Einladung eines alten Freundes und habe Geparden gejagt…zu Forschungszwecken. Doch als ich am Montag zurückkehrte, sah ich, dass es einige meiner Landsleute für nötig befunden hatten, Gäste in unserem Land anzubrüllen, Häuser anzuzünden und dazu Veitstänze aufzuführen. Das hat mich, gerade auch als Demokratiebeauftragten der Prinzessinnenreporter, zutiefst erschüttert, entsetztlich schockiert und vor allem sehr, sehr verärgert.

Was ist nun zu tun?

Wir von „Reich und naiv“ stellen ganz einfache Fragen und versuchen, ganz einfache Antworten darauf zu geben. Zum Beispiel: Was ist eigentlich genau das Problem dieser Leute, die sich so aufregen?

Sie sagen, sie wollen keine Flüchtlinge.

Ja, dann kommen die Flüchtlinge halt woanders hin.

Ja. aber….käme das Einknicken vor einem ausländerfeindlichen Pöbel nicht einem Staatsversagen gleich?

Eben. Also weiterhin Ausländer dorthin schicken und die Leute sollen sich nicht so anstellen. Die muss man ja irgendwie ruhigstellen können.

Das sind sehr strukturschwache Gegenden. Clausnitz etwa….

Ich weiß, das habe ich gelesen. Ein Geisterdorf. Da wächst auch nichts. Und alle arm wie Kirchenmäuse. Ich würde in so einer Gegend glaube ich auch verrückt. Man könnte aus Clausnitz einen Golfplatz machen. Ein richtiger Neuanfang. Hotels, Geschäfte, Wohnsiedlungen. Arbeitsplätze für Einheimische und Ausländer. Was meinen sie, wie schnell die friedlich zusammenleben.

Clausnitz ist nicht so gut angebunden, verkehrstechnisch…

Da passt sicher irgendwo ein Flugplatz hin.

Das scheinen mir doch etwas zu einfache Antworten zu sein.

Was ist denn noch?!

Die mögen wirklich keine Ausländer da, auch die Mittleren und Reichen nicht.

Warum.

Ja. Das ist die Frage.

Ja die müssen sie nicht mir stellen, sondern denen.

Ja die sagen: Viele von denen, vor allem aus Arabien, passen nicht zu uns, die kommen aus einer anderen, unzivilisierten Kultur, haben eine gefährliche Religion usw...

Ich kenne den Orient, war auch mal in Israel im Urlaub. Feines Land, ist eigentlich wie bei uns. Tüchtige Leute, die Juden. Die Araber sind übrigens auch Semiten.

Schön und gut, aber können Sie vielleicht etwas konkreter was zu den Argumenten „Kultur“ und „Religion“ sagen – als Demokratiebeauftragter.

Kultur, Kultur. Wer sich für Kultur interessiert, soll in ein Museum oder in die Oper gehen. Von mir aus auch ein Buch lesen. Wer Religion für nötig hält, für den stehen zahllose Kirchen und sonstige Gotteshäuser sperrangelweit offen. Man kann auch irgendwelche verrückten Esoteriksachen machen. Eintritt meistens sogar frei. Liebe Leute, wenn über unseren Staat, unsere Demokratie gesprochen wird, will ich sowas wie Kultur und Religion nicht mehr hören. Es wird sich entlang der hierzulande recht vernünftigen Gesetze benommen und alle kommen gut miteinander aus. Ende der Diskussion.

Es wird aber behauptet, mit Muslimen sei Demokratie nicht zu machen.

Entschuldigung, aber wenn mit uns Reichen und Adligen eine Demokratie zu machen ist, dann auch mit Muslimen. Sie müssten nur mal hören, wie in einschlägigen Rauchsalons über Demokratie gesprochen wird.

Die behaupten auch, die ausländischen Männer seien patriarchal erzogen und würden sich in besonderem Maße über unsere Backfische hermachen.

Das klingt eher nach den jungen Männern aus meinem Segelclub. Aber Spaß beiseite: Wenn das so ist, dann müssen sich die ausländischen Männer schon am Riemen reißen hier, sonst gibt es richtig Ärger. Das ist aber alles eine Übungssache. Irgendwann fällt einem garnicht mehr auf, dass die Frauen gleichberechtigt sind und keine Sexobjekte.

Homosexuelle…

Die auch.

Wie ‚die auch‘?

Nu fragen Sie mal weiter…

Stichwort Lügenpresse…

Zugegeben gab es mit der Presse in diesem Land einige Probleme. Die waren sogar recht schwerwiegend. Da schoss so einiges ins Kraut, was man als grobe Fehlentwicklungen bezeichnen musste. Es gibt aber seit über einem Jahr die Prinzessinnenreporter. Da gilt die Ausrede nicht mehr, in den Medien sei alles gelogen.

Und dann ist da noch ein allgemeines, großes Misstrauen gegenüber „denen da oben“ und das Gefühl, nicht ernstgenommen zu werden…

Diesen Leuten rufe ich zu: Ich respektiere alle Menschen, auch die etwas einfacheren und sozial schwachen. Ich habe das oft genug unter Beweis gestellt, manche erinnern sich vielleicht noch, wie ich einmal einen ganzen Tag mit einem normalen Büroangestellten verbracht habe. Jeder einzelne in diesem Land wird von mir geliebt. Ich meine es wirklich, wie ich es sage. Wenn man weiß, dass man geliebt wird, ist alles einfacher.

Manche sind aber einfach so voller Hass, dass man garnicht mit ihnen reden kann.

Denen sollte man trotzdem immer wieder eines der besten Sprichwörter sagen, die es gibt. Solange, bis sie es verstanden haben: „Was Du nicht willst, was man Dir tut, das tu auch nicht, was willst Du denn.“

Würden Sie einen von diesen Leuten auch bei sich zuhause aufnehmen?

Einen hasserfüllten Sachsen?

Ja.

Nee, also…

Oder einen Flüchtling?

Auch nicht. Mit Verlaub, die Leute, egal welcher Herkunft, müssen lernen, selbstständig zu sein, ich sage nur, meine Sympathie ist ganz bei ihnen, sie können sich meiner grundsätzlichen moralischen und demokratischen Unterstützung bewusst sein. Ich würde sogar sagen, wer der Demokratie etwas Gutes tun will, der darf anderen nicht zu sehr helfen, sondern muss auch mal nein sagen können. Man muss auch mal aus der Distanz Anweisungen und Ratschläge erteilen.

Wenigstens einen Tag mit einem verbringen?

Selbstverständlich ja. Mit beiden. Mit beiden gleichzeitig. Einen Sachsen und einen Flüchtling, am besten einen Moslem. Die werde ich schon miteinander anfreunden, das ist für mich eine der leichtesten Übungen. Das ist übrigens eine sehr gute Idee für eine Reportage. Das wird gemacht.

Herr Weissinger, ich danke Ihnen für das Gespräch.

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Dieser Beitrag wurde am 24. Februar 2016 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 1 Kommentar

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