Aus der Reihe: Die schönsten Bewerbungen

Seit unserer Stellenauschreibung  für diverse Tätigkeiten im Dienste der Krone haben uns zahlreiche Bewerbungen erreicht. Wir sind noch in die Sichtung und Entscheidungsfindung vertieft, wollen aber ausgewählte Anschreiben unserer neugierigen Untertanencrowd nicht vorenthalten.

Bewerbungen sind immer noch möglich. Leider haben es bisher alle Bewerber versäumt, uns ihre Gehaltsvorstellungen (Wieviel bieten Sie dafür, den Prinzessinnen dienen zu dürfen?) mitzuteilen. Wir bitten diese ggf. nachzureichen. Nun hat der Kandidat Simon Wagner das Wort:

Ich grüße Euch, prinzessiöse Royalitäten im Allgemeinen und Prinzessin Elke im Besonderen!
Mit großer Freude las ich vor nicht allzu langer Zeit von den ausgeschriebenen Stellen in Eurer Internet-Publikation www.prinzessinnenreporter.de, die unter den noblen Veröffentlichungen dem Anspruch, die Situation des Hochadels in der heutigen Zeit darzustellen, am ehesten und in exzellenter Art und Weise gerecht wird.

Dabei erschienen mir einige meiner Fähigkeiten und Eigenschaften für das ein oder andere Amt durchaus angemessen – so passt zum Beispiel „Mädchen für alles“ schon allein deshalb sehr gut zu mir, weil ich alles in der Regel sehr genau und gründlich tue und gut mit alles umgehen kann (es sei denn alles muss raus). Des Weiteren wäre mein Geschlecht (m) das geforderte, wobei dies selbstverständlich nur ein soziales und vor allem sprachliches Konstrukt ist, weshalb ich als frauisierte_s Er* ein hervorragendes Mädchen abgeben könnte – jedoch vermisste ich schmerzlich einen der wichtigsten Berufe, dessen Existenz für jeden modernen Aristokraten unentbehrlich ist. Aus diesem Grund bewerbe ich mich – obwohl nicht gesucht – für die Stelle des Royal Babys. Hierfür qualifizieren mich meine Jugend (18, geb. im März) und meine ausgesprochene Niedlichkeit (Lichtbild liegt bei), die mit Sicherheit in der Lage ist, ganze Nationen in Euphorie zu versetzen, sowie meine adelige Abstammung: Einer meiner mehr oder minder direkten Vorfahren war Graf Ludwig von Helfenstein, der am Ostersonntag 1525 von aufständischen Bauern vor den Augen seiner Frau und seines Kindes durch Spießrutenlauf hingerichtet wurde (Weinsberger Bluttat). Der Hang zur Dramatik liegt in der Familie.
Mein besonderes Interesse gilt diesem Amt, weil die Erfahrung, in royaler Umgebung zu arbeiten, meinen zukünftigen Lebensweg ganz gewiss in positiver Art und Weise beeinflussen würde und ich bis zur Veröffentlichung meiner ersten Oper – sie ist dodekaphonisch und handelt von den Unzulänglichkeiten der deutschen Straßenverkehrsordnung – und den darauf sicherlich folgenden Weltruhm noch etwas Zeitvertreib brauche, den mir Euer Palast (bzw. PR♕HQ) bestimmt zu bieten fähig ist. Eine Krone kann ich selbst mitbringen.

Mit untertänigsten Lobpreisungen
Simon Wagner

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