Die rosarote Presseschau (61)

design by marax

design by marax

 

Die Welt ist gar nicht der große, einzig von den Horden der Finsternis bevölkerte Planet, auf dem ein typischer Tag damit beginnt, dass man sich am liebsten gleich wieder die Decke über den Kopf ziehen würde. Wirklich nicht. Warum nicht, erklären wir in unserer Rubrik mit Nachrichten, die die Horden der Finsternis gar nicht gerne hören.

 

 

Bundesweite Schlagzeilen machte vorletzte Woche die Gemeinde Schweringen in Niedersachsen: In der dortigen Kirche läutete seit 1934 eine Glocke mit Hakenkreuzemblem, und der Kirchenvorstand wollte daran vorerst auch nichts ändern. Daraufhin nahmen sich Unbekannte der Angelegenheit an und entfernten das Nazisymbol mit einer Flex. Antifa ist Handarbeit.

 

Ergänzend erklärt Jan Jirát in der Schweizer „Wochenzeitung“, was Antifa sonst noch alles ist, warum sie wichtig ist und weshalb bürgerliche Kreise gut daran täten, mit Antifa-Gruppen zusammenzuarbeiten.

 

 

Der schwulenfeindliche Musiker Rodney Price a.k.a. Bounty Killer darf doch nicht im Festsaal Kreuzberg in Berlin auftreten. Nachdem sich Verantwortliche des Festsaals zunächst darauf beriefen, daß ein externer Veranstalter für das Konzert verantwortlich sei, begründeten sie die Absage nun damit, daß Price weder den Reggae Compassionate Act unterschrieben habe noch sich öffentlich von den Aussagen aus seinen alten Songs distanziere; diese reichen bis hin zu Aufrufen zum Mord an Schwulen.

Das Amtsgericht Grimma hat einen Mann freigesprochen, der Cannabis in größeren Mengen angebaut hatte. Die Richterin begründete ihr Urteil mit einem medizinischen Notstand, da die Heimplantage dazu diente, den schwerkranken Mitbewohner des Angeklagten mit dem lindernden Mittel zu versorgen.

Kurze musikalische Unterbrechung.

 

Eine hessische Gemeinde atmet auf: Der Scheißer von Heuchelheim ist gefaßt. Der Mann hatte wiederholt nächtens seine Notdurft auf Fußwegen des Orts verrichtet; nach einem Fahndungsaufruf im Gemeindebrief wurde er nun auf frischer Tat ertappt. (Und jetzt wissen wir auch, warum mancherorts nachts die Bürgersteige hochgeklappt werden.)

Menschliche Hinterlassenschaften sind auch auf St. Pauli nicht ganz unbekannt. Zumindest rund um den Anwohnerpark Park Fiction werden Wildpinkler künftig aber eine Ausrede weniger haben: Dort soll nämlich eine öffentliche Toilette eingerichtet werden – zu unserem Entzücken sogar mit Krönchen obendrauf.

Neuseeland treibt den Ausstieg aus der fossilen Energie voran: Der Inselstaat erteilt keine weiteren Genehmigungen für die Erschließung neuer Öl- und Gasfelder vor seiner Küste.

Nach 17 Jahren hat ein Hotel im kanadischen Victoria das lebenslange Hausverbot für einen ehemaligen Gast aufgehoben. Zuvor hatte dieser in einem Facebook-Post um Amnestie gebeten und geschildert, wie seinerzeit die Kombination aus einem offenstehenden Fenster, herumliegenden Peperoni und einem Schwarm hungriger Möwen zur Verwüstung des Hotelzimmers führte, die in seinem Rauswurf resultierte.

Der Content der Woche findet sich diesmal bei xkcd in Form eines interaktiven Webcomics. (Für Mogler: Hinter einem der unzähligen Rechtsklicks geht es zu einem weiteren bespielbaren Webcomic. Schneller findet man das hübsche Hoverboard-Game mit diesem Link.)

 

Bis zur Umsetzung unseres Journalismusfinanzierungsdekrets kann unsere Arbeit mittels eines einfachen Klicks auf den „Spenden“-Knopf gleich oben rechts unterstützt werden. Oder mit einem Einkauf in unserem Shop.

Social Sharing powered by flodjiShare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

AlphaOmega Captcha Mathematica  –  Do the Math