Gaza darf nicht vergessen werden!

In der öffentlichen Diskussion über Gaza gehen die Fakten oft auf eine abenteuerliche Wildwasserfahrt (mit Kreischfoto hinterher). Zeit, sich einmal die historische Wirklichkeit anzusehen

von PR♕-Reporterin Ramona Ambs

Nachdem unsere lieben Untertanen uns immer wieder auffordern, etwas zu Gaza zu machen, aber Prinzessin Leo noch zu sehr mit dem Crownfunding beschäftigt ist, habe ich mich der Sache angenommen und präsentiere Euch heute meinen ersten Text zu Gaza.

Gazas kriegerische Vergangenheit darf nicht unters Sofa gekehrt werden (Bild aus: Neues preussisches Adels-Lexicon von Leopold Freiherr von Zedlitz-Neukirch, zweiter Band 1836 bei den Gebrüdern Reichenbach erschienen, S. 251)

Gazas kriegerische Vergangenheit darf nicht unters Sofa gekehrt werden (Bild aus: Neues preussisches Adels-Lexicon von Leopold Freiherr von Zedlitz-Neukirch, zweiter Band 1836 bei den Gebrüdern Reichenbach erschienen, S. 251)

Gaza ist natürlich auch bei uns ein Thema. Gerade wir, als moderner Journalistenadel, wollen uns um das Andenken des von Gaza verdient machen. Obrist von Gaza wurde im Jahr 1754 zu Regensburg geboren und in der leichten preussischen Infanterie mehrfach ausgezeichnet, zuletzt erhielt er den Verdienstorden 1794, bei einem Gefecht bei Deidesheim. Seine einzige Tochter wurde an den Grafen von Schlippach auf Hennersdorf bei Neisse in Schlesien vermählt.

Eine interessante Anekdote

Gaza hinterließ uns eines der schönsten Wappen der preußischen Monarchie. Vor allem die Goldfäden des Weinstocks, welche sein Wappen durchweben, finden wir bis heute megaschick. Auch das Weintraubenmotiv auf dem dunklen Rot mit den silbernen Beeren macht uns recht viel Freude. Als Prinzessinnen wissen wir guten royalen Geschmack auch noch nach Jahrhunderten zu schätzen. Wir erwägen deshalb, zur Belebung des guten Geschmacks, Nähkurse für das Gaza-Wappen anzubieten.

Allerdings müssen wir für diesen Zweck noch didaktisch versierte Näherinnen aus der Untertanencrowd akquirieren. Gaza, der treue, aufrechte Kriegsherr, hat bis heute zahlreiche Gefolgsleute. Letzten Sommer haben viele von ihnen in deutschen Städten an ihn erinnert: „Gaza muss leben!“ skandierten sie. Seine treuen Anhänger sind allerdings in monarchistischen Traditionen nicht sonderlich bewandert. Leider, denn so waren die Aufmärsche – aus unserer Sicht – doch recht unroyal, beinah plebejisch. Dem werden wir uns künftig widmen, denn es wird dem Obristen von Gaza nicht gerecht, wenn er von unzivilisierten Horden verehrt wird. Aus „Gaza muss leben“ werden wir „Gaza – er lebe hoch hoch hoch!“ machen. Eine Beratungsstelle für Gaza-Interessierte muss her. Bildung tut Not. Bisher wird er einzig im neuen preussischen Adels-Lexicon von Leopold Freiherr von Zedlitz-Neukirch erwähnt (siehe Abbildung).

Bitte auch die Abbildung angucken

Aber das reicht natürlich nicht, wenn man bedenkt, welch großer Beliebtheit sich der edle Gaza heutzutage erfreuen kann. Wir planen einen Info-Flyer zu Gaza, Benimmkurse für Gaza-Anhänger und Coaching im Bereich „royale Kleidung – modern präsentiert“ an. Denn hierin sind wir uns mit den Untertanen einig: Gaza darf nicht vergessen werden!

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Dieser Beitrag wurde am 4. März 2015 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare

2 Gedanken zu „Gaza darf nicht vergessen werden!

  1. Na da sin mer aber froh das mit dem Tode abgegangen ist. Nicht wie so manch anderer, bei dem man mediale Auferstehung befürchten muss.
    Un Wappen sind überbewertet, ischwöör

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