Grillwiese

Ein Junigedicht von unserem Hofpoeten Robert Friedrich von Cube

Ein Tisch und acht Stühle, also Klapp-
Eine Großpackung Plastikgeschirr
Ein Grill nur für alle, also knapp
Für das große Familiengewirr

Nebenan sitzt ein Pärchen, ein Liebes-
Nur ein winziger Grill und kaum Fleisch 
Er raubt Küsse wie Gut, also Diebes-
Rutscht die Hand ihm zu tief, gibt’s Gekreisch

Eins weiter der Profigrill, Weber
Silikonhandschuh, Sprit, Blasebalg
Kühlbox und Messerblock: Streber
Sie ertragen sich selbst nur mit Alk

Noch mehr Familien, also Groß-
Mit Kesseln und Omas und Spießen
Mehr Kinder als Stühle, also Schoß
Und Ströme von Schwarztee die fließen

In der Wiese ein Korken, ein Kronen-
Steak gart im Sonnenschein nach
Kippenrest, Mais, ein paar Bohnen
Und das Gras unterm Grill welk und flach

In der Ferne Bummbumm, also Beat
In der Luft ein sonniges Flirren
Gesang und Gitarre, also Lied
Und Fliegen die über mir sirren

Da kann man gut träumen, also tag-
Bisschen schlafen und wieder erwachen
Bis mir einfällt, ganz artig, also schlag-:
Ich muss selbst noch das Feuer anmachen!

 

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