Strengste Rüge an Waidhofen an der Thaya

tadelVon unserem royalen Tortenwart Bernhard Torsch

Die Prinzessinnen tragen Verantwortung für alle Menschen, die in unseren Kronländern wohnen, und wir sind fast wie Jesus: Was man den Geringsten unserer Untertanen tut, das tut man uns. Nun erreichte uns Kundschaft von einem besonders schäbigen Betragen gegenüber jenen, die von dummen Menschen gerne gering geschätzt werden.  Im österreichischen Dorf Waidhofen an der Thaya wollen Politiker von ÖVP und FPÖ Flüchtlingskinder nicht an der Ferienbetreuung der Gemeinde teilnehmen lassen.

Der FPÖ-Vizebürgermeister mit dem etymologisch interessanten Namen Waldhäusl begründete dies so: „Die Plätze im Rahmen eines Sommerprogramms müssen für die Kinder unserer eigenen Bevölkerung reserviert bleiben, deren Eltern noch berufstätig sind.“ Außerdem würden „Gruppen von Asylwerbern insbesondere bei Frauen und Jugendlichen ein entsprechendes Unwohlsein hervorrufen“. Bürgermeister Robert Altschach von der ÖVP sekundierte und begründete die kinderfeindliche Politik ökonomisch. Das Budget für die Ferienbetreuung sei ausgeschöpft.

Prominente österreichische Untertanten, die wir hiermit ausdrücklich loben wollen, schrieben daraufhin einen Offenen Brief an Altschach und Waldhäusl, in dem sie die beiden aufforderten, über ihren fremdenfeindlichen Schatten zu springen und Kinder nicht aus dem einzigen Grund, dass ihre Eltern vor Krieg und Elend fliehen mussten, von der Ferienbetreuung auszuschließen. Die Gruppe von Schriftstellerinnen, Schauspielern, Journalistinnen und Kabarettisten bot überdies an, mit einer Spendenaktion die zusätzlichen Kosten zu übernehmen. Bürgermeister Altschach antwortete mit einer bizarren E-Mail folgenden Inhalts:

„Ich kenne weder Sie noch kann ich überprüfen, woher Sie die Legitimation nehmen, für die von Ihnen aufgezählten Namen zu sprechen, Nachdem es sich nicht um Originalunterschriften handelt und ich das (sic) gleiche e-mail (sic) bereits von mehreren Personen bekommen habe, bezweifle ich deren Echtheit. (…) Ich lade daher ein sich zu legitimieren (sic), indem sie zu mir nach Waidhofen an der Thaya kommen!“

Als der Herr Bürgermeister sich diese Zeilen abquälte, hatten bereits alle großen Tageszeitungen Österreichs über den Offenen Brief berichtet. So sehr unser Prinzessinnenherz auch für manche mittelalterlichen Bräuche schlägt: Wir finden es arg größenwahnsinnig und rückständig, von Menschen, die schon im 21. Jahrhundert leben, zu verlangen, sie müssten persönlich vor einem Dorfbürgermeister erscheinen, um sich so zu „legitimieren“. Wir halten außerdem fest, dass auch wir „entsprechendes Unwohlsein“ empfinden, freilich nicht über Asylbewerberinnen und deren Kinder, sondern über Untertanten wie Waldhäusl und Altschach. Wenn einst dieser ganze Demokratie-Quatsch wieder vorbei sein wird und die Prinzessinnen absolut herrschen, wie es von Haschem gewollt ist, werden wir Gericht halten über die Ungerechten. Wir werden zumeist milde urteilen, denn wir halten wenig von Gewalt. Wer sich aber an Kindern vergreift oder diese wegen ihrer Herkunft benachteiligt, muss mit Strafen bis hin zu lebenslangem Tortenverbot rechnen. Die Politiker von Waidhofen an der Thaya und die Untertanen, die diese gewählt haben, mögen sich hiermit strengstens getadelt wissen.

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