Was Sache ist

Haut mal wieder voll Schmackes auf die Holz- und TV-Medienelite: Zeremonienmeister Fritz Tietz

Wie schon vor 20 Jahren selbst ganz gewöhnliche Fernsehnachrichten plötzlich zu Geschichten mutierten

Der ehemalige Vorturner des „heute-journals“ (ZDF) und mit etlichen Preisen ausgezeichnete Fernsehjournalist und Buchautor Wolf „Loje“ von Lojewski wurde dafür 1997 von unserem Zeremony Fritz Tietz mit einem Eintrag ins Jahrbuch der peinlichen Personen geehrt. Hier der entscheidende Auszug der Laudatio:

… Dabei ruckelt und zuckelt er in einem fort hinter seinem Pult herum, schürzt dazu bedeutungsschwer das Schnäuzchen und knetet andauernd mit den Händen die Studioluft als müsse das, was aus ihm herausquillt, der Anschaulichkeit halber auch noch zu kleinen Scheißehäufchen geformt werden.

Und dann sind es auch oft genug „Geschichten“, die Loje da im stets platitüdengestelzten Märchenonkeltonfall ankündigt, immer wieder „Geschichten“. Man kann es schon nicht mehr hören, dieses: „Wir wollen Ihnen jetzt eine Geschichte erzählen.“ Ob Steuerreform, EU-Gipfel oder Terroranschlag, hinter jeder noch so piefigen Nachrichtenalltäglichkeit verbergen sich, glaubt man Loje, irgendwelche „Geschichten“, die, „vom Leben geschrieben“, angeblich „spannend“ sind oder „irrwitzig“, nicht selten auch „unendlich“ oder „ergreifend“ und mitunter auch noch einen „Prolog“ und einen „Epilog“ bzw. einen „Teil eins, Teil zwei“ usw. haben, sich am Ende jedoch immer nur als einer dieser bis zur Überflüssigkeit aufgeblasenen Magazinbeiträge entpuppen, wie man sie heute senderauf und -ab zuhauf ertragen muss; so besinnungslos zusammengeschustert wie hirnlos betextet von kurzatmigen Schwachmaten, die bei Loje stets wichtig unter dem Titel „Unser Mann in …“ firmieren und also über jeden Furz eine Geschichte erzählen müssen, statt einfach nur zu berichten, was Sache ist.

Andererseits: berichten, was Sache ist, kann naturgemäß nicht die Sache solcher wie von Lojewski sein. Sie wären die längste Zeit beim ZDF gewesen.

aus: Warum sachlich, wenn’s auch persönlich geht – Das Who’s who der peinlichen Personen, Jahrbuch 1997, Edition Tiamat Berlin

Bis zur Umsetzung unseres Journalismusfinanzierungsdekrets kann unsere Arbeit mittels eines einfachen Klicks auf den „Spenden“-Knopf gleich oben rechts unterstützt werden. Oder mit einem Einkauf in unserem Shop.

Social Sharing powered by flodjiShare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

AlphaOmega Captcha Mathematica  –  Do the Math