Assange-Assemblange

Naja, immerhin Knightsbridge: Nun hat man also Monsieur Assange einkassiert, aus der Botschaft geschleppt – ein wenig wie weiland Mossadegh im Pyjama in Persien -, er nun mit weißem Bart, um Jahre gealtert und Unverständliches schreiend, es heißt, Scotland Yard sei grausam gewesen, ihn am lichten Tag zu verhaften, ihn, der doch sieben Jahre lang mönchsthaft “kein” (The Guardian) oder fast nie (The Times) Tageslicht sah. Sieben Jahre in einer Besenkammer.

Vom Pentagon nach Panama – dass er mich zur Selbstanzeige zwang wegen meines Schweizer Nummernkontos DZH4356, Banque Lucerne, habe ich ihm nie verziehen, seine Eitelkeit erst schon, dann wurde sie unerträglich. Manning war damals ein Mann, jetzt nicht mehr, das allein verwirrt mich schon wie die neue Caytlin Kardashian – und was der Weißhaarige vom Datenberg wohl den ganzen Tag gemacht hat, in seiner Kemenate – zum Schluss haben sie ihm ja auch noch das Internet abgestellt. Da konnte das Pentagon wieder ruhiger schlafen. Und ich auch.

Tja, wenn in Ecuador – wo liegt das eigentlich – die Regierung wechselt … Naja, immerhin Knightsbridge. Aber nie zu Harrod´s können? So stelle ich mir die Hölle vor.

Irgendwo sah ich einmal den Grundriss der Botschaft. Groß ist die wirklich nicht. Ein Bekannter von mir wohnt über dem ukrainischen Konsulat, strengbewacht, ob ich dahin auch flüchten könnte?

Irgendwann sah man ihn nicht mehr als Helden. Im „New Yorker“ damals machte er übrigens auch die Interviewerin an und mied hohe Foyers oder große Fensterflächen, aus „Angst vor Snipern”. Ob das vor oder nach seinem verdammt trendsetzenden „MeToo“-Moment, halt, zwei Momenten in Schweden war, weiß ich nicht.

Und der Mann ist fast genauso alt wie ich. Ich hielt ihn – in einem Anfall von geistiger Umnachtung, für einen Web-Dandy.

Und nun? Britischer Blattschuss durch Bobbies. Naja, immerhin Knightsbridge.

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