Teenage Riot

Endlich! Klärende Worte von unserer Jugendschutzbeauftragten Prinzessin Elke Wittich über die Aufregung um Greta Thunberg

Aktivisten nerven. Immer. Alle. Teenager auch.

Und so wurde ein aktivistischer schwedischer Teenager namens Greta (dessen Vorname übrigens Gretta ausgesprochen wird) innerhalb kürzester Zeit zum Lieblingsaufregerthema – aber diese Geschichte sollte von Anfang an erzählt werden. Sie begann mit einem Artikel in einer schweizerischen Zeitung, in dem behauptet wurde, Greta gehe schon seit Monaten nicht mehr zur Schule, wegen des Klimawandels. Was nicht stimmt, das Mädchen schulstreikt lediglich freitagsnachmittags, aber wen interessieren schon Fakten, wenn man sich aufregen kann. Weiterlesen

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My Eternal Love

Harald Nicolas Stazol über sein Leben mit der kapriziösen Königin der Blumen

„Wer die Schönheit angeschaut mit Augen …“ (‚Tristan‘, August von Platen, 1796 – 1835)

Es begab sich aber zu einer Zeit, als ich wieder einmal an Bord der Concorde von British Airways von London nach New York jetsettete, um noch rechtzeitig zum Empfang der europäischen Modepresse anzulangen (was gelang!), dort begab es sich, dass der weltberühmte Couturier Geoffrey Beene der Gastgeberin, der nicht minder exquisiten 75jährigen Eleanor Lambert in ihrem 24-Zimmer-Apartment mit Blick auf den See im Central Park – es gibt keine bessere Lage -, nun, Geoffrey schenkte ihr eine kleine lila Orchidee, „from his own Glasshouse“, selbst gezüchtet, hieß es atemlos im Pressekorps, mondäner ging es kaum in diesen unseren Kreisen, und in dieser Sekunde erwachte meine unsterbliche Liebe zu ihnen, den Schönsten. Und ich beschloss unter die erlauchte Bruderschaft der Orchideenzüchter zu gehen. Aber nach meiner rasanten Karriere, erst bedauerlich erfolgreiche 20 Jahre später, fand ich die Muße und die Musen – und die Zeit dazu.

Ich habe es nie bereut. Liebe benötigt diese edelste aller Blumen wie Wasser, und sie liebt einen zurück. Ich spreche mit ihnen, wenn ich sie liebevollst mit einem Nebelgemisch aus im Nass aufgelösten Dünger benetze, und sie sprechen zu mir. „Nun, wirst Du noch erblühen?“ hauche ich dem einen Knöspchen zu, dass sich seit zehn Tagen nicht öffnen will, und manches Mal knospen sie nicht auf – nichts erschüttert mehr als erst verdorrende, dann hinabfallende Knöspchen vom strahlend weissen, porzellanenen KPM-Untersetzer aufsammeln zu müssen … es ist wie bei einer Urnenbeisetzung … aber wir gehen zu weit.

„Beautiful, it must be beautiful, and if it is not beautiful, it must be elegaaaaaante“ ruft der Tanzlehrer der blutjungen Fünftfrau von Heinrich XIII der bald kopflosen Catherine Howard zu – schön! schön! kalos, kalos! Das schrieben die griechischen Vasenmaler, wenn sie Orpheus und Euridyke 700 vor Christi Geburt schwarzgrundig geschaffen haben, und: „Tu es belle, adorable, ravissant!“ rufe ich manchmal, wie Yves Saint Laurent bei der Anprobe seiner letzten Collection, deren Zeuge ich einst sein durfte, „Hinreissend bist Du! Anbetungwürdig!“ Sowas sagt man sonst nur den wirklich Geliebten.

Sie sind kapriziös wie eine Belle-Epoque-Can-Can-Tänzerin, konsequent wie Marlene, elegant wie Kaiserin Eugénie und empfindlich wie Sissy. Und deswegen muss man viel Geduld mit ihnen haben.

Denn – wie jede Frau – lässt sie sich Zeit für ihr schönstes Kleid. Der Herzog von Windsor – ehemals Edward XII – weinte unten im Vestibül leise, wenn sich Wallis wieder einmal zwei Stunden Zeit liess zum Ankleiden – ich aber weine Tränen des Glückes, wenn ein Blüte nach der nächsten sich zart, ach so zart, anschickt, zu erblühen, und allein dieser Prozess nimmt schon die Elegance vorweg, mit der sie dann ihre ganze Pracht entfalten. Doch bis es dazu kommt, wird viel Zeit vergangen sein.

Sie scheuen das helle Licht wie die Mutter Oscar Wildes. Sie brauchen wohltemperierte Atmosphäre, wie Grace, Lady Darlington. Und niemals! Niemals darf man sie bewegen, wie eine Aphrodite von Phidias, so empfindlich sind sie.

Somit sind mit meine heiligen Pflanzen in dieser allzu eiligen Welt eine Art Lebensuhr. Denn jedes Mal, wenn ich durch einen kunsthistorischen Vortrag oder einen essayistischen Abdruck oder eine kundige Stilberatung ein paar Taler übrig habe, klingeln die nicht lange in meiner Tasche. Denn am Sonntag nach dem Petit Déjeuner und einem kühlen Glas Cremant strebe ich meinem entzückenden Blumenladen entgegen, er gehört einer vietnamesischen Familie, und ich wähle mir eine neue Braut, fast wie der englische Kronprinz, und „Du hast drei Bälle Zeit, um unter die Haube zu kommen“ sagt die Tante der Tatiana in Puschkins Eugen Onegin, „dreimal musst Du blühen“. Doch eines jener grazilen Geschöpfe flammte nur noch einmal kurz auf und dann fielen die Blätter, fast ein Freitod, und mit dem Iphone dokumentierte ich die Tragödie, und ging damit zur Ehefrau des Vietnamesen und zeigte ihr jene, dreimal hätte ich ihren Gatten befragt, aber die Grazie hatte schon dort zu lange im kalten Luftzug der Tür gestanden, und siehe! Ich darf mir – „sind Sie ja Stammkunde“, ein neue aussuchen. Und ihr kleiner Sohn packt sie dann ein, in Seidenpapier. Und dann trage ich sie – Vorsicht, nur Vorsicht – schnell über den nassen Siemersplatz mit der holden Jungfrau zu ihren Schwestern, die nun ja blütenlos eine Weile schlummern.

Aber wenn sie wieder aufwachen aus ihrem Dornröschenschlaf, meine immer wieder jungen Freundinnen, dann ist es fast wie sich frisch verlieben.

Und alles nur wegen eines alten Grandseigneurs, einem amerikanischen Couturier, einem Gentleman alter Schule: Geoffrey Beene.

 

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Mein treuer Gefährte

Rad & Tat: Lord Harold und sein Matthew

Der silberne Drahthengst Matthew und ich – eine Ode aufs Fahrrad.
Von Lord Harald Nicolas Stazol

„1993/94 Deore XT/LX mit Grip Shift“, so heißt mein Fahrrad. Nein, eigentlich heißt es Matthew. Matthew ist ein Mountainbike, silbern, ohne Aufschrift, aufwendig verschweißt mit einer genialen Gangschaltung – man dreht die Handgriffe zu 24 Gängen. Er bringt mich getreu zum Zigarettenkiosk und zu Budnikowsky und wohl auch bald zu Aldi. „1993/94 Deore XT/LX mit Grip Shift“ ist nur sein Familienname, sein Stammbaum sozusagen. Es ist eine gute Familie, 2.000 Mark hat er mal gekostet, darauf sind wir noch heute stolz. Weiterlesen

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Dieser Eintrag wurde am 7. Februar 2019 veröffentlicht. 1 Kommentar

Sonntags an der Elbe

In Memoriam Wulf Beleites. 

Von Fritz Tietz 

 

Da liegt der Hund, nein, leider nicht begraben, sondern mitten im Café. Wer zum Klo will, muss über ihn rüber. Seine Halterin merkt nichts. Ihre Töle darf sich da breit und lästig herumfläzen und jetzt abermals trägen Auges registrieren, wie schon wieder jemand über sie hinweg steigen muss. Ein älterer Herr ist’s, gehbehindert. Wird Frauchen wenigstens jetzt das Tier von seinem Liegeplatz verscheuchen? Doch Frauchen denkt gar nicht daran. Nippt unbeeindruckt an seinem Kaffee, stippt ungerührt seinen Keks in das Getränk, bewischt gleichgültig sein Handy.

Das mit ansehen müssen und sich wünschen: „Ach, wäre doch die afrikanische Schweine- eine deutsche Hundepest“ ist eins. Ja, hätte sich doch Kamerad ASP-Virus den deutschen Hund zum Wirtstier genommen. Das Wort „Anleinpflicht“ hätte gleich einen noch lieblicheren Klang und dem Damoklesschwert namens „massenhafte Keulung“ haftete überhaupt nichts Bedrohliches mehr an. Und vor allem: Dieses an sich nette Café an der Elbe winterlichem Strand wäre tatsächlich ein nettes, weil garantiert hundefrei.

Dann erlebte man dort jetzt nämlich nicht den Auftritt dieses partnerlookbeanorakten Paares, das einen recht muskelmassigen, zudem schneematschnassen Hund mit sich und selbstverständlich mit rein führt in die warme Gaststube, statt ihn draußen anzuketten, wie man das eigentlich erwarten dürfen sollte, und zwar in jeder gastronomischen Einrichtung weltweit. Erst recht, wenn sich Menschen darin aufhalten, die trinken, speisen und einander zugetan sein wollen, ohne dabei den Anblick und Geruch eines feuchten Köters ertragen zu müssen.

Der aber gerade in das Café gehechelt kam, muss sich nun erst mal kräftig schütteln. Und darf dies inmitten der recht üppig besetzten Gaststube. Schau nur, welche Mengen feuchten Unrats dabei aus seinem dichten Winterfell abgehen. Deutlich kann man eine immense Brocken-, Flusen- und Tropfenwolke aufsteigen und weiträumig sich im Café verteilen sehen. Und guck mal, und haste es nicht eben schon befürchtet: Jetzt fährt da der mittlerweile am Tisch seiner Besitzer Sitz machende Rüde auch noch spitz und rosa sein Ding aus. Da hilft nur eins: „Ober, bitte zahlen.“

Ehe der aber die Rechnung bringen kann, kommt sein Lokal vollends auf den Hund. Zum Kloganglieger und Pimmelzeiger gesellt sich nun auch noch ein dritter, eher kurzbeiniger Zausel. Als Freigänger wedelt der plötzlich in die Gaststube hinein, von einem Herrchen oder Frauchen ist jedenfalls weit und breit nichts zu sehen. 
Und schon geht das Theater los: Kaum hat der Pimmelzeiger den Neuankömmling erspäht, stürzt der sich mit einem knurrend-gurgelnd-krachenden Geräusch in dessen Richtung. Die Leine, die ihm seine Besitzer zum Glück ließen, spannt so stramm, dass man sie meint sirren zu hören. Ohne sie hätte es jetzt ein Gemetzel gegeben. Trotzdem darf der Angeleinte den anderen noch eine Ewigkeit lang mit geblecktem Gebiss und belfernd ankläffen, ohne dafür auch nur einmal die Eier malträtiert oder sonst wie Mores gelehrt zu bekommen.

Nichts wie raus aus dieser Hundehütte! Und noch einmal deutlich diesen Wunsch formuliert: Wenn schon eine gefährliche Tierseuche sein muss, dann bitte eine, deren konsequente Bekämpfung es erforderte, den deutschen Hund so dingfest als möglich oder aber ihm gleich den Garaus zu machen, dem gefährlichen Virenüberträger. 

Und sieh nur, was da jetzt auf dem Elbwanderweg angejappst und angesprungen kommt: Ein Trumm von Hund. Unangeleint. Sein Besitzer, hundert Meter weg vom Geschehen. „Keine Angst!“, ruft er erwartungsgemäß, „der will nur spielen!“ – Aber wir nicht! denken wir und das sowieso: Wäre die afrikanische Schweine- eine deutsche Hundepest, auch dieser Kötz dürfte die längste Zeit nur spielen gewollt haben.

 

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Doppelte Begegnung

Eine Erzählung von Ilse Bindseil ________________________________________________________________________________

A LA FIN DE JUIN 1428

ENTRE LA CAMPAGNE DE LA LOIRE ET LA MARCHE SUR REIMS

SAINTE-JEANNE D’ARC VINT A SAINT-BENOIT-SUR-LOIRE

EN COMPAGNIE DE CHARLES VII

»Là, le Roi eut pitié d‘elle pour les fatigues qu’elle endurait et lui recommanda de se reposer. Alors Jeanne répondit au Roi en pleurant qu’il ne fallait pas qu’il doutât car il recouvrerait tout son royaume et serait couronné sous peu.« (Déposition de Simon Charles au procès de réhabilitation.)

Gedenktafel  in Fleury, Frankreich

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Ende Juni 1428, zwischen dem Loire-Feldzug und dem Marsch auf Reims, kam die Heilige Johanna mit Karl VII. nach Saint-Benoît-sur-Loire, einer, wenn die Mücken nicht stachen, paradiesisch gelegenen und überaus heiligen Abtei mit dem mädchenhaften Namen Fleury, die die Reliquien des Hl. Benedikt barg, dieses Großen der Christenheit. Im kühlen Schatten des Heiligtums, das aus soliden romanischen Steinen erbaut war, kam es zu einem Zwischenfall, einer unverhofften Begegnung, die diese Bezeichnung verdient, auch wenn die Beteiligten seit Wochen ununterbrochen beieinander gewesen waren. Denn was sich bei diesem Zwischenfall offenbarte, war nicht nur nichts weniger als militärischer Natur, es war auch, in diesem Zeitalter, über das der Pesthauch der Psychologie noch nicht hinweggeglitten war, von feinsinnigster psychologischer Natur, ein rechtes Psychodrama, mehr noch: ein Augenblick des Miteinander oder, wie wir heute sagen würden, der Empathie. Weiterlesen

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Küss die Hand!

Lonely Glove einer Nachwuchsprinzessin Foto: Prinzessin Marit

Unser royaler Stilberater Harald Nicolas Stazol wirft allerlei Handschuhe in den Ring

Knallrote Handschuhe trägt die unvergleichliche Isabelle Huppert als Untersuchungsrichterin in einem meiner Lieblingsfilme in einer Großaufnahme, als sie auf den Balkon eines korrupten Managers steht und die Orangenbäumchen in der Parklandschaft des gerade Durchsuchten zählt, ein jedes zu 1500 Euro. Weiterlesen

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Die rosarote Presseschau (75)

design by marax

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Die Welt ist gar nicht der große, einzig von den Horden der Finsternis bevölkerte Planet, auf dem ein typischer Tag damit beginnt, dass man sich am liebsten gleich wieder die Decke über den Kopf ziehen würde. Wirklich nicht. Warum nicht, erklären wir in unserer Rubrik mit Nachrichten, die die Horden der Finsternis gar nicht gerne hören.
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Wer über Leichen lacht, hat kein Recht auf Mitsprache


Bei Schiffsunglücken im Mittelmeer sollen in den vergangenen Tagen mindestens 170 Menschen ums Leben gekommen sein. Das ist unerträglich. Unerträglich sind auch die Kommentarspalten der Nachrichtenmagazine, die die Nachricht in den vergangenen Tagen verbreitet haben. Ein Kommentar von Prinzessin Sarah Hinney.
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Gesinnungsterror oder normaler Vorgang – der Fall Patzelt

Es geht ein Rauschen durch den Blätterwald. Der umstrittene Politprofessor der TU Dresden bekommt keine Seniorprofessur. Während bei vielen linken und liberalen Menschen klammheimliche Schadenfreude bis Häme aufblitzt, ist bei vielen rechtsgeneigten Menschen bis hin zum BuVO des RCDS der Fall schnell klar: „Gesinnungsterror oder Beschneidung der Meinungsfreiheit.“. Eine Einordnung von Prinzessin Jürgen Kasek

Die Aufregung auf der einen wie auch anderen Seite ist übertrieben und wird durch einige Überschriften in den Medien befeuert. Der Spiegel schreibt etwa, dass die TU Dresden Patzelt die Seniorprofessur „verweigert“ hätte. Damit entsteht der Eindruck, dass es auf diesen Titel einen Anspruch gegeben hätte. Auch andere Medien schreiben von „Trennung“ was neutraler ist aber auch suggeriert, dass etwas getrennt worden wäre, was einer Überprüfung ebenfalls nicht standhält.
In viele zeigt sich, dass mangelnde Ahnung der Tatsachengrundlage einerseits und geschickte Selbststilisierung bei Patzelt und seinen Unterstützern andererseits zu einer Verzerrung der Wahrnehmung führen. Bei Licht betrachtet ist der Fall keiner.
Zunächst mal ist eine Seniorprofessur eine Möglichkeit ausgewählte und verdiente Professoren zu ehren. Diese Möglichkeit gibt es nicht in allen Bundesländern. Sie ist eine Möglichkeit das Profs. nach dem erreichen des Ruhestandes weiterhin in die Bildungs- und Forschungstätigkeit eingebunden werden können. Zu unterscheiden ist davon die Möglichkeit, dass Prof. im Ruhestand auch weiterhin im Rahmen ihrer venia legendi Lehre anzubieten – dann aber in aller Regel, soweit kein vergüteter Lehrauftrag erteilt wird, unabhängig von einer Gegenleistung in Geld.

Vorliegend geht es also erstmal nur darum, dass Prof. Dr. Patzelt die Altersgrenze erreicht und in den Ruhestand geht.

Die Regelungen zur Seniorprofessur sind an den Universitäten unterschiedlich. In Leipzig etwa (Ordnung zur Vergabe einer Seniorprofessur) sollen damit herausragende Professoren geehrt werden, die herausragende wissenschaftliche Leistungen vorweisen können und überdurchschnittliche Drittmitteleinwerbungen vorweisen können oder Übernahme von Lehr- und Prüfungsverpflichtungen in nicht unerheblichen Umfang.
Ob, eine dieser Voraussetzungen auf den genannten zutrifft entzieht sich meiner Kenntnis. Wenig überraschend spielen formale Voraussetzungen in der Debatte auch keine Rolle. Warum auch, wenn man sich fröhlich selbst bestätigen kann.

Die TU Dresden hat inzwischen ein Statement veröffentlicht. In Dresden liegt der Fall so, dass über den Titel Seniorprofessor auf Empfehlung des Dekans der Fakultät vom Rektorat entschieden wird. Eigenbewerbungen sind nicht möglich.
Wie nicht anders zu erwarten hat sich Prof. Patzelt selbst ins Spiel gebracht. Der Fakultätsrat hat darüber befunden und sich entschieden ihn nicht vorzuschlagen. Und damit wäre die Geschichte beendet.

In welcher Art und Weise Patzelt die Geschichte nun nutzt um sich selbst darzustellen. „Deutliche Worte“ zu finden, wie Tag 24 schreibt und sich selbst zu erklären spricht einmal mehr gegen ihn.

Wir halten fest weder gibt es einen Anspruch auf den Titel Seniorprofessur, noch trennt sich die TU Dresden, da es Patzelt frei steht auch weiterhin Lehrveranstaltungen, s.o., anzubieten.

Der umtriebige Herr Patzelt ist schon länger wissenschaftlich umstritten. Sei es, dass seine Pegida Studien auf nicht repräsentative Zahlen zurückgreifen, verbunden mit schwer zu ertragender Selbstverklärung und Selbstverliebtheit, bis hin zu Fehldeutungen und Relativierungen rechter Gewalt und die Vermischung von wissenschaftlicher Rolle und politischer Akteur, bis dahin, dass auch in seinem Namen Petitionen veröffentlicht wurden mit Göbbels Bildern und er im Fall von Chemnitz, die juristisch völlig unsinnige Einschätzung brachte, dass es sich nicht um eine „Hetzjagd“ sondern um Nacheileverfahren gehandelt hätte.

Was am Ende stehenbleibt ist eine weitere Beschädigung des Ansehens der TU Dresden, die Herr Patzelt willentlich und bewusst in Kauf nimmt, um sich selbst zu inszenieren. Es mag daher verständlich sein, dass die TU ihn daher nicht zu einer Ehrung vorschlägt.
Die Aufregung die der Fall verursacht ist allerdings auch ein weiterer Beleg für die Hysterie der öffentlichen Debatte in weiten Teilen. Das ist für die Politik, für die Medien und andere auch beschämend.

Mehr Ruhe und Souveränität täten gut.

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