Der royale Journalistenfragebogen der Prinzessinnenreporter (28)

Verliebte sich immer in sarkastische Journalisten: Jacinta Nandi

Verliebte sich immer in sarkastische Journalisten: Jacinta Nandi

Ausgefüllt von Jacinta Nandi

Der Journalist – das unbekannte Wesen. Wir wissen zumindest: Journalisten sind vielbeschäftigte Leute. Dennoch baten wir ausgewählte Exemplare, sich einen Augenblick Zeit zu nehmen und unsere Fragen zu beantworten. Es ist schließlich zu ihrem Besten. Denn um den Online-Journalismus zu retten, brauchen die Prinzessinnenreporter ein paar Daten zur Evaluation. Und wir lassen nun mal auch gern andere für uns arbeiten.
Die Prinzessinnenreporter bedanken sich huldvoll bei allen Teilnehmer/innen und veröffentlichen die Antworten in loser Folge.

Jacinta Nandi ist in London aufgewachsen und kam mit zwanzig nach Berlin. Sie ist Mitglied der Lesebühne Rakete 2000, schrieb für die taz die Kolumne „Die gute Ausländerin“ und bloggt als superfeministische „Riotmama“  über Deutschland und die Deutschen. Gerade hat sie das Buch „Nichts gegen blasen“ (Ullstein) veröffentlicht

 

1) Gerüchteweise achten eigentlich nur Journalisten auf die Autorennamen über oder unter einem Text – wann hast Du Dir zum ersten Mal einen Autorennamen gemerkt und warum?

Ich war immer so, immer daran interessiert. Als Kind las ich Smash Hits – ist so wie die Bravo, aber für jüngere Kinder – und ich verliebte mich in Mark Frith, wie er schrieb, was er sagte. Später las ich immer Melody Maker und mochte Miranda Sawyer, noch später las ich immer Barbara Ellen in Loaded, so eine Männerzeitschrift. Ich hoffe übrigens, dass ich die Frage richtig verstanden habe? Aber ja, ich verliebte mich immer in sarkastische Journalisten, auch als Kind und Teenager.

2) Wie lautet Deine Lieblingsschlagzeile?

Wahrscheinlich würden alle Engländer jetzt dasselbe sagen: FREDDIE STAR ATE MY HAMSTER. Die Boulevardzeitungsschlagzeilen sind immer die besten, sie sind fast Poesie, teilweise.

 
3) Dein peinlichstes Erlebnis auf einer Pressekonferenz?

Ich war nicht als Journalistin da, sondern als Moderatorin, und ich sagte Regenschirm statt Schirmherrschaft, und alle lachten.

 
4) Wie kann der Journalismus auf keinen Fall gerettet werden?

Muss er gerettet werden? Ich finde es okay, dass Journalisten so hartnäckig sind und manchmal unmoralisch. Manchmal finden sie echt geile Sachen raus. Aber sie sollen nicht die Handys von toten Kindern abhören, das finde ich unnötig.

 
5) Wenn es einen speziellen Himmel für Journalisten gäbe – auf wen da oben würdest Du Dich freuen?

Nancy Mitford, obwohl ich natürlich Angst habe, dass wir uns hassen würden.

 
6) Und wem auf Erden würdest Du am liebsten den Stift klauen?

Laurie Penny!


7) Welchen anderen Beruf hättest Du Dir noch vorstellen können?

Wenn ich groß bin, werde ich die Ehefrau von einem reichen Mann, und ich werde Kinderbücher schreiben und ihn zwingen, sein ganzes Geld an Arme zu spenden.

 
8) Dein/e Wunschinterviewpartner/in?

Ich will die Chefin (ich denke, dass es eine Frau ist?) der BVG interviewen und sie fragen, wie sie schlafen kann nachts, seitdem die Geldstrafe 60 Euro geworden ist, sogar für Menschen, die nur vergessen haben, ihr Ticket zu erneuern. Und auch die Sache mit dem Nicht-zurück-fahren-Dürfen. Ich denke, nach zwei Stunden mit mir in einem Zimmer und meinen Logik-Skills und Überzeugungsfähigkeiten, würde sie zugeben, dass man zurück fahren dürfen soll.


9) Wie würde eine Zeitung aussehen, bei der Du ganz alleinige Chefredakteurkönigin wärst? Und wie würde sie heißen?

Ich würde gerne für einen Tag die Bildzeitung leiten.

 
10) Wenn Gott Journalist wäre, für welche Zeitung tät sie schreiben?

Gott ist eine Frau, und sie ist natürlich eine Bloggerin, oder?

 

Glückwunsch, Pegida

Screen Shot 2015-10-04 at 7.21.36 PM
Ein Jahr Pegida – eine anlassbezogene Abrechnung von Gastprinzessin Samael Falkner

Pegida (und damit auch alle anderen Gidas) feiern Geburtstag. Ein Jahr für Wahnvorstellungen auf die Straße gehen. Glückwunsch! Zum Jubiläum zB. gegen die „Umvolkung“, ein Thema zu dem sie sich Pirincci dazugeholt haben, dessen neues „Buch“ diese ernstzunehmende Angst sachlich behandelt. Also sachlich. Wahrscheinlich nur 50mal „Verschwulung“, 30mal „Ficken“ und 15mal „linksgrüne Genderfaschisten“ je 100 Seiten. Angefangen hatte alles, wir erinnern uns, mit der “Islamisierung des Abendlandes”.
Pegida feiert sich selbst und fühlt sich nach wie vor immer ernster genommen von der Politik. Auf der Seite werden Söder und Seehofer als große Staatsmänner gepriesen, die sich endlich gegen die Bundeskanzlerin auflehnen, die für wahnsinnig erklärt wird, aber in Gesprächen auch immer wieder darauf verwiesen, dass Minister De Mazière ja auch auf ihrer Seite sei.
Das Zündeln von Seite der Politik muss aufhören. Nicht nächste Woche, sondern sofort. Es kann nicht sein, dass die CSU in Talkshows vom Befürworten einer Mauer um Deutschland faselt, „um das Landesgebiet zu schützen“. Schützen? Vor? Den „Invasoren“, wie die Rechten die Geflüchteten gern nennen? Und dann sind da noch Fähnchen wie Martin Dulig (SPD), dessen Büro von Nazis attackiert wird, was ihn eine Woche später dazu veranlasst, bekannt zu geben, man müsse für einen sofortigen Stopp der Asylantenströme sorgen.
Gut 200.000 sind bisher angekommen. In ein Land, das nicht nur stärkster Wirtschaftsfaktor Europas ist, sondern auch 80 Millionen Menschen ein sehr angenehmes Leben ermöglicht. Eines der wenigen Länder der Welt mit funktionierendem Sozialsystem, in dem jeder auch ohne Arbeit den Kühlschrank füllen und sich im Winter an die Heizung kuscheln kann.
Die Ängste sind irrational. Sie sind diffus. Sie richten sich gegen jeden, der nicht in das Pegida-Weltbild passt, welches auch immer das sein mag, denn mit starkalkoholisierten Schlägern, die am Rande der Demos auf Journalisten losgehen (LÜGENPRESSE!!!) und einem kriminellen Anführer hat man ja keine Probleme. Mit Nazijargon auch nicht. Aber rechts sei man nicht. Und mit den über 500 Anschlägen auf Geflüchtete seit Beginn des Jahres, also gut 50 pro Monat, nahezu 2 am Tag, habe man nichts zu tun. Aber damit hat ja ohnehin niemand etwas zu tun. Diese selbsternannten Retter Deutschlands, für die möchte niemand zuständig sein. Nicht De Mazière, nicht Söder, nicht Tillich, aber auch Merkel sieht kein Verschulden, das zum Bilden dieser Strukturen geführt haben könnte.
Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Hetze, allerseits. Zündet ein Yes!-Törtchen (AMERIKANISCHER AGGRESSOR!!!), oder ein Korovka-Wäffelchen (Freunde. Gut.) mit für mich an.

Das Windows 10-Dekret

Screen Shot 2015-10-14 at 7.32.53 PMvon Apple-Prinzessin Elke Wittich

So geht das nicht, Microsoft!

1. Wenn Du, Microsoft, möchtest, dass Leute Dein neuestes Betriebssystem benutzen, dann ist der beste Weg dazu, ein Betriebssystem anzubieten, das die Leute haben wollen.

2. Nicht so gut, um es zurückhaltend zu formulieren, ist es dagegen, penetrant alle paar Tage zu versuchen, ob sich die Leute nicht doch aus Versehen im Rahmen Deiner notorischen Updaterei verklicken und Windows10 installieren.

3. Und es dann nicht mehr loswerden.

4. Ganz besonders schlechtes Benehmen ist es allerdings, nachdem ein Nutzer das Update rausgekratzt und ausgeblendet hat, es doch wieder zu installieren und sich nicht einmal die Mühe zu machen, eine neue KB-Nummer zu vergeben, sagt der Royal Tech Chief.

5. Ein Update mit Werbung für ein weiteres Produkt sei kein Update, läßt er außerdem ausrichten.

6. Ein Update mit Werbung sei außerdem kein wichtiges Update.

7. Lass das, Microsoft.

8. Und zwar sofort.

9. Sonst erweitern wir unsere royale Anziehsachen-Kollektion


10.
Mit so einem Unfug wird die Rettung des Journalismus außerdem nur unnötig erschwert

11. Daher erteilen wir einen schweren royalen Tadel, verbunden mit Erdbeerkuchen-Verbot. Letzteres gilt solange, bis Du Dir ein neues Betriebssystem ausgedacht hast, das brauchbar ist. Es muss nicht mal glitzern.

Das Dummheits-Dekret

Screen Shot 2015-10-04 at 7.21.36 PMVon Gastprinzessin Sarah Hinney

Ich fordere Schmerzensgeldzuschlag für jeden Kommentar, den Onlineredakteure zum Thema Flüchtlinge auf denen von ihnen verwalteten oder zufällig besuchten Seiten lesen oder kommentieren müssen. Ich forde
re ferner einen finanziellen Zuschlag für jeden Kommentar, der die Worte Meinungsfreiheit, Gleichgeschaltet, Wirtschaftsflüchtlinge und Lügenpresse enthält sowie finanzielle Entschädigung für das Lesen und Beantworten sämtliche Kommentare, die Flüchtlingen kriminelle Energie unterstellen, bevor die Menschen überhaupt da sind.

Ab sofort ergeht das Dekret, dass für jeden Kommentar dieser Intention mindestens ein Euro auf das Schmerzensgeld-Konto der Prinzessinnenreporter überwiesen werden muss. Wer Links und Videos mit besonders dummem Inhalt in sozialen Netzwerken teilt, wird ferner mit einem Dummheitszuschlag von weiteren fünf Euro belangt. Die Beurteilung dessen, wo Dummheit beginnt, liegt ausschließlich in den Händen der Prinzessinnenreporter sowie besonders schmerzgeplagter Onlineredakteure.

Es obliegt den Prinzessinnen, das Dekret auf Kommentare mit homophobem Inhalt und anderen Unsinn auszudehnen.

In Gänze verboten wird darüber hinaus ab sofort die unsägliche Redewendung Manwirdjawohlnochsagendürfen. Es handelt sich hierbei um eine weit verbreitete, aber vollkommen fälschliche Annahme. Man darf nicht.

Da mit Erlass dieses Dekrets die Flüchtlingskrise in ganz Europa schon in etwa sieben Tagen im Griff ist, können sich die Prinzessinnenreporter schon am kommenden Wochenende wieder auf das eigentliche Ziel, die Rettung des Onlinejournalismus und nicht zuletzt den Kauf von hübschen Winterstiefeln konzentrieren.

Dieser Eintrag wurde am 18. Oktober 2015 veröffentlicht. 2 Kommentare

Ein dreckiger Deal auf Kosten der Demokratie und der Flüchtlinge

EU-Kommissionspräsident Juncker umarmt Erdogan bei seinem Brüssel-Besuch, der polnische Ministerpräsident Tusk nennt die Türkei „der beste Partner“ für die Europäische Union – die Türkei unter der AKP-Regierung kann sich derzeit vor Nettigkeiten aus Europa kaum retten. Während zwischen Brüssel und Ankara gute Stimmung herrscht, ziehen woanders dunkle Wolken auf.
Von Gastprinzessin Ismail Küpeli D
ie derzeitige Politik der Europäischen Union gegenüber der Türkei zeigt, dass der Umgang der EU mit Autokraten sich nicht gebessert hat. Wie bereits zuvor ist die EU bereit mit fragwürdigen Regimen zu kooperieren, wenn die politischen und ökonomischen Interessen der EU dies fordern. Selbst das Ausbleiben demokratischer Mindeststandards wie etwa freie Wahlen stellt für die EU oft kein Hindernis dar, wie zuvor offensichtlich anhand der Zusammenarbeit mit Aserbaidschan und Ägypten – beides Staaten, die die Opposition brutal unterdrücken und wo von Demokratie kaum die Rede sein kann.
Diesmal geht es aber weniger um Rohstoffe (siehe Aserbaidschan) oder um sicherheitspolitische Überlegungen (siehe Ägypten), sondern um die in der EU unerwünschten syrischen Flüchtlinge.
Seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien haben Millionen Menschen das Land verlassen und in die Nachbarländer geflohen, wie etwa Libanon, Jordanien und die Türkei. Mehr als 2 Millionen syrische Flüchtlinge leben seit mehreren Jahren in der Türkei – unter sehr schlechten Bedingungen und ohne einen gesicherten Status. Die syrischen Flüchtlinge haben in der Türkei keinen Anspruch auf einen Asylverfahren und auf einen dauerhaften Aufenthaltsstatus. In Verbindungen mit den schlechten Lebensverhältnissen in der Türkei ist es nicht überraschend, dass die überwiegende Mehrheit der syrischen Flüchtlinge weiter nach Europa will.
Die Europäische Union hat jahrelang die Lage der syrischen Flüchtlinge im Nahen Osten teilnahmslos beobachtet und geriet jetzt in Schrecken, als einige zehntausend Flüchtlinge über die Türkei es tatsächlich bis in die EU geschafft haben. Jetzt soll die AKP-Regierung für die EU die syrischen Flüchtlinge von Europa fernhalten.
Der Deal zwischen der EU und der Türkei sieht den Bau von riesigen Flüchtlingslagern in der Türkei vor, die durch EU-Mittel finanziert werden. Inoffizieller Teil eines solchen Deals wird es auch sein, dass Erdogan und die AKP-Regierung in der Türkei agieren können, wie sie es für richtig halten. Weder der Krieg im Osten des Landes noch die zunehmende Entdemokratisierung der Türkei würden dann von der EU und den EU-Mitgliedstaaten kritisiert werden – ganz im Gegenteil würde die EU faktisch die AKP-Politik finanziell mit unterstützen. Die Europäische Union und mächtige EU-Mitgliedstaaten wie etwa Deutschland orientieren sich bei ihrer Türkei-Politik ganz offensichtlich nicht an Werte wie Demokratie, Friedfertigkeit und Achtung der Menschenrechte.
Vorrangiges Interesse in Brüssel und Berlin ist es, die Türkei als Türsteher der EU gegen die syrischen Flüchtlinge aufzustellen. Opfer dieser Politik sind, neben den syrischen Flüchtlingen, Demokratie und Frieden in der Türkei.

Der royale Journalistenfragebogen der Prinzessinnenreporter (27)

Geht aus Prinzip nicht auf Pressekonferenzen: Maik Söhler

Geht aus Prinzip nicht auf Pressekonferenzen: Maik Söhler

Ausgefüllt von Maik Söhler (CvD bei der taz)

Der Journalist – das unbekannte Wesen. Wir wissen zumindest: Journalisten sind vielbeschäftigte Leute. Dennoch baten wir ausgewählte Exemplare, sich einen Augenblick Zeit zu nehmen und unsere Fragen zu beantworten. Es ist schließlich zu ihrem Besten. Denn um den Online-Journalismus zu retten, brauchen die Prinzessinnenreporter ein paar Daten zur Evaluation. Und wir lassen nun mal auch gern andere für uns arbeiten.
Die Prinzessinnenreporter bedanken sich huldvoll bei allen Teilnehmer/innen und veröffentlichen die Antworten in loser Folge.

 

 

 

 

1) Gerüchteweise achten eigentlich nur Journalisten auf die Autorennamen über oder unter einem Text – wann hast Du Dir zum ersten Mal einen Autorennamen gemerkt und warum?

Immer. Ich will ja wissen, wer den Wahnsinn befeuert.

2) Wie lautet Deine Lieblingsschlagzeile?
„Reich ins Heim“, SZ irgendwann über Nobelinternate

3) Dein peinlichstes Erlebnis auf einer Pressekonferenz?
Ich gehe aus Prinzip nicht auf Pressekonferenzen.

4) Wie kann der Journalismus auf keinen Fall gerettet werden?
Es rettet uns kein höhres Wesen …

5) Wenn es einen speziellen Himmel für Journalisten gäbe – auf wen da oben würdest Du Dich freuen?

Nur weltliche Fragen, bitte.

6) Und wem auf Erden würdest Du am liebsten den Stift klauen?
Niemandem. Jeder hat das Recht, sich nach Kräften zu blamieren.

7) Welchen anderen Beruf hättest Du Dir noch vorstellen können?

Rentner

8) Dein/e Wunschinterviewpartner/in?
Bernd, das Brot

9) Wie würde eine Zeitung aussehen, bei der Du ganz alleinige Chefredakteurkönigin wärst? Und wie würde sie heißen?
Wie sie aussähe, weiß ich nicht. Ihr Name wäre jedenfalls: „Ruhe jetzt!“

10) Wenn Gott Journalist wäre, für welche Zeitung tät sie schreiben?

Für „Diesseits“.

Die Welle- das unbekannte Wesen

von Wellenprinzessin Ramona Ambs

Bei der Welle der Gewalt wurden bisher 30 Palästinenser und 8 Israelis getötet. 

welleSo berichtet heute morgen die tagesschau. Das ist eine schlimme Sache mit den Wellen. Vor allem für Journalisten, die kein Nautikstudium haben. Da weiß man dann garnicht, wie man das mit der Welle genauer erklären soll. Deshalb fragen ja auch manche Journalisten „Wer steckt hinter der Eskalation?“ und rechnen dann einfach wieviele Tote auf der Welle schwimmen. Dann liegt die Antwort ja quasi auf der Hand.

Denken die sich so.

Dabei funktioniert Mathematik und Welle ganz anders.

Da dem also so ist, erwägen wir Prinzessinnen eine Fortbildung zum Thema Nautik anzubieten. Was sind Wellen? Wie entstehen sie? Und wie erklärt man sie dem Publikum? Wir wollen eine Art Wellenpädagogik entwerfen, die sich gemeinsam mit Euch dem Problem der journalistischen Didaktik annähert. Genauere Details werden noch ausgearbeitet. Bis dahin hoffen wir, dass man sich weitere Wellenanalysen spart. Es ist nämlich sonst ein Elend, ein schlimmes!

Kollektionserweiterung: Adorno und ich halten Dich übrigens für einen Trottel

Screen Shot 2015-10-14 at 7.32.53 PM
Mit Höflichkeit allein kann der Journalismus nicht gerettet werden. Daher bieten wir unseren Qualitätslesern und uns nun die Möglichkeit, Knalltüten, Knalltüten-Ähnlichen und den Bewohnern von diesem Land da äußerst stilvoll mitzuteilen, was man von ihnen hält.
Die „Adorno und ich halten Dich übrigens für einen Trottel“-Kollektion besteht nicht nur aus geschmackvollen Anziehsachen, sondern auch aus ausnehmend wundervollen Tassen, Beuteln und Ansteckern – und hier kann sie gekauft werden. Screen Shot 2015-10-14 at 7.33.32 PM

Warum wir keine Anzeigen haben

w6Von der PR♕-Marketingmanagerin Elke Wittich

Anläßlich der aktuellen Diskussion um Adblocker und Adblockernutzer-Blocker dürfen wir als Retter des Journalismus und letzte Bastion vor den Horden der Finsternis nicht länger schweigen:

 

1. Es ist ein Elend.

2. Wir haben ausnahmslos Qualitätsleser, es gibt aber keine Qualitätsanzeigen.

3. Außerdem benutzen auch Qualitätsleser Adblocker.

4. Wir finden die ganze Diskussion um Anzeigen und Anzeigen-Blocker lästig. Denn:

a. Leser wollen lesen und keine Anzeigen anschauen.

b. Journalisten wollen schreiben und dafür bezahlt werden.

c. Leser finden, dass Journalisten sich halt was einfallen lassen sollen, wenn sie unbedingt darauf bestehen, Geld für ihre Arbeit zu bekommen.

d. Journalisten halten das allerdings nicht für ihren Job.

e. Leser sind aber der Meinung, dass es nicht ihr Problem ist, wovon Journalisten leben.

f. Journalisten macht es nicht glücklich, dass Leser ständig nach Qualitätsjournalismus verlangen, den zu produzieren Zeit (und Geld) kostet.

g. Leser wollen aber nun einmal alles kostenlos haben.

h. Leser-Anspruch und Journalisten-Wirklichkeit sind, sagen wir: ein verdammtes riesiges Problem und es wird nicht besser.

i. Das Problem führt doch nur zu großem Unfug, zum Beispiel Publikationen, die nicht etwa Texte zu wichtigen Themen der Zeit anbieten, sondern Content bzw. Nachspürreportagen über den Stand der Zahnhygiene produzieren und dafür Geld bekommen, das anderswo besser angelegt wäre.

j. Uns Prinzessinnenreportern wurde immer wieder versichert, dass Leser gern freiwillig für gute Texte zahlen würden.

k. Dann tut das halt aber auch – oben rechts unter dem irrtümlich mit „Spenden“ beschrifteten Button gibt es die Möglichkeit, uns zu beschenken, und im Shop könnt Ihr schicke Sachen kaufen.

l. Und jetzt gehen wir weiter den Journalismus retten, bis später.

Dieser Eintrag wurde am 14. Oktober 2015 veröffentlicht. 3 Kommentare

Das Säxit-Dekret

Guten Tag, Pegida,
mit Entzücken haben wir die am letzten Montag geäußerte Bitte Ihrer Frau Festerling vernommen, wonach Sachsen eingemauert und anschließend zu einem eigenen Staat erklärt werden soll.
Den Prinzessinnenreportern als offiziellen Ausrüstern der Lügenpresse und letzter Bastion vor den Horden der Finsternis ist an einer zügigen Umsetzung des Säxit gelegen. Daher ergeht folgendes Dekret:

1. Die Mauer hat bis zum 20. Oktober durch alle Sachsen, die sich für Volk halten, errichtet zu werden. Geeignetes Werkzeug ist mitzubringen Sowie sie fertiggestellt ist, wird Sachsen übrigens in „Dieses Land da“ umbenannt.

2. Im Interesse eines möglichst reibungslosen und raschen Mauerbaus sind alle Aufläufe und Demonstrationen so genannter besorgter Bürger ab sofort verboten.

3. Alles, was rosa ist, sowie Schlösser, das dazugehörige Inventar und royale Denkmäler sind einzupacken und an die Prinzessinnenreporter (Adresse siehe Impressum) zu verschicken. Bitte auf ausreichende Frankierung achten.

4. Gebäude, in denen sich Zeitungs-, Hörfunk- und Fernsehredaktionen befinden, und deren Inventar auch.

5. Journalisten, die „Dieses Land da“ verlassen möchten, wird der Umzug in einen ordentlichen Staat ihrer Wahl durch Pegida bezahlt, außerdem muss Pegida beim Kartons tragen helfen. Umzugsgeld und -hilfe gelten auch für alle anderen Leute, die nicht in besorgte Bürger-County leben möchten.

6. Anschließend werde die Grenzen zu „Dieses Land da“ zugemacht.

7. Den Grenzschutz übernimmt die Prinzessinnenreporter-Security.

8. Um „Dieses Land da“ vor schlimmen ausländischen Einflüssen zu schützen, werden alle Internetverbindungen ab 20. Oktober 2015 gekappt. Nicht internetfähige Computer und Handys dürfen behalten werden, sofern sich darauf nur deutsche Software befindet. Bitte halten Sie die entsprechenden Geräte zur Überprüfung bereit.

9. Am 20. Oktober 2025 werden die Grenzen für eine kurze Inspektionstour der Prinzessinnen Leo, Marit, Ramona, Svenna und Elke geöffnet. Wir bitten in dieser Zeit sehr eindringlich darum, im eigenen Interesse dumme Sprechchöre und dusseliges Benehmen zu unterlassen.

10. Viel Spaß!

Für die Prinzessinnenreporter: Elke Wittich (nach Diktat verreist)

Screen Shot 2015-10-04 at 7.21.36 PM

Dieser Eintrag wurde am 13. Oktober 2015 veröffentlicht. 7 Kommentare