Suchergebnisse für: sebastian bartoschek

Dan Kehlmann: Tyll – Origin

Flickr / Internet Archive Book Images

Wenn ein Gaukler und Anglistik-Professor loszieht, um den Menschen einen Spiegel vorzuhalten, Enten im Winter im Park zu betrachten, spanische Gemälde zu erklären und eine Skizze der jeweiligen Gegenwart abzuliefern, dann kann das nur eines bedeuten: Dan Kehlmanns „Tyll – Origin“ wird rezensiert. Samt Spoilern und nicht enthaltenen Storylines.

Von Sebastian Bartoschek (in einer Doppelrolle als Bücherprinz)

 

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NOCH GEMEINSAMERE ERKLÄRUNG

Verstand bitte hier abgeben!(Flickr/Chris Hearn)

Nach der

GEMEINSAMEN ERKLÄRUNG 

vom 15. März 2018

kommt jetzt die

NOCH GEMEINSAMERE ERKLÄRUNG 

vom 15. April 2018:

Mit wachsender Belustigung beobachten wir, wie Deutschland durch die angebliche Massenunterzeichnung einer sog. Erklärung repariert werden soll. Wir amüsieren uns mit denjenigen, die freundlich darauf hinweisen, dass die rechtspopulistischen Ohrfeigengesichter ihren Verstand endgültig an der Garderobe abgegeben haben.

Erstunterzeichner

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Dieser Eintrag wurde am 27. April 2018 veröffentlicht. 9 Kommentare

Abgehängt in Herne: die Butterdose

Bild: Wochenendflohmarkt in Herne / Sebastian Bartoschek unterwegs

Drei Frauen, eine Butterdose und ein Graben zwischen den Grabbeltischen. Shoppingprinzessin Sebastian Bartoschek war am Wochenende unter Menschen.

Mit dem einfachen Volk reden, ihre Sprache sprechen, ihre Sorgen und Ängste Ernst nehmen. Nichts in den letzten Monaten so hoch im Kurs, wie eben jene Forderung. So soll es wieder etwas werden, mit dem respektvollen Miteinander in der Gesellschaft. Und „wieder“ bedeutet „erstmals“ – aber das will wieder niemand hören. Und so überbieten sich dann Politiker, Journalisten und Soziologen, so wie die wechselseitigen Schnittmengen, darin, dem Volk aufs Maul zu schauen. Soll man hier doch lernen, was wirklich zählt, welche argumentativen Winkelzüge es zu berücksichtigen gilt, und wieso eine strikte direkte Demokratie vielleicht gar nicht so schlimm ist.

In dieser Mission stürzte ich mich denn heute auf einen Floh- und Trödelmarkt in Herne, wobei ein Kollateralziel war, meinem älteren Sohn die Freuden des kapitalistischen Feilschens nahe zu bringen. Doch fokussieren wir auf das Primärziel: die Abgehängten und Prekären in Herne aus nächster Nähe zu beobachten.

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Das Bessere Ende (9): Angela erlöst Martin

von Märchenprinz Sebastian Bartoschek

 

 

Knapp war das Ergebnis, das Martin Schulz’ Leiden als SPD-Chef um weitere Wochen verlängerte. Koalitionsverhandlungen nun also. Mutlos seufzte Martin den Teppich im Flur des Willy-Brandt-Hauses an. Es war Montag morgen. 6 Uhr. Das politische Berlin war noch nicht wieder ganz da. Kommentare waren gestern gegeben worden. Andrea war gestern noch einen trinken gegangen mit Heiko und Sigmar – ihn fragten sie nie, ob er mitkommen würde. Wegen seiner Vergangenheit, sagten sie, weil sie ihn nicht in Versuchung führen wollten, sagten sie, doch Martin kannte die Wahrheit. Es war einsam an der Spitze – und an der Spitze der SPD noch einsamer als irgendwo sonst. Der Wind der eiskalt über die Zugspitze zog, war immer noch ein heisser Föhn im Vergleich zu der sozialen Kälte, mit der der Schulz-Zug gestraft wurde. Wofür eigentlich? Er hatte doch getan, was die Anderen wollten. Hatte die Stichwörter und Gesten seiner Parteifreunde und Berater bedient, war bereit gewesen, sich selbst dafür zu vergessen. Hatte sich zum Gespött gemacht – als Kanzlerkandidat, als Nicht-Koalitionär. Und wofür? Für weitere 4 Jahre Posten – für die Anderen. Was sollte er schon machen? Er war Bürokrat gewesen, das konnte er.

„Martin! Das musst du sehen!“ Eine junge Mitarbeiterin lief auf ihn zu, holte ihn aus seinen sozialdemokratischen Gedankentiefen. Wie hieß sie gleich? Irgendwie. Wieso war sie so laut? „Was muss ich sehen?“ „Komm schnell. Die Kanzlerin!“ Ja, die Kanzlerin. Mutti Merkel. Verdammt. Konnte die ihm nicht einmal einen verdammten Tag durchatmen lassen. Er hatte damit gerechnet, dass Seehofer heute morgen Salz in seine mühsam geflickten Wunden schmierte: Hysterie-Horst, wie sie ihn hier nannten. Martin lächelte. Aber die Kanzlerin? Sein Lächeln gefror. „Was sagt sie denn?“ „Schau doch selbst. Bitte!“ Dieses elende Duzen. Dieses verdammte Duzen. So nahmen sie einem das letzte bißchen Respekt in dieser Partei. Mein Freund Martin. Wie ein Deutscher Roman, nur hatte er eben kein sprechendes Känguru. Er hatte Andrea.

Irgendwo wurde ein Fernseher eingeschaltet. Angelas Stimme halte durch den Flur. Martin drehte den Kopf. „…respektieren das Ergebnis der SPD-Delegierten. Aber die SPD muss auch unsere neue Entscheidungslage akzeptieren.“ Hinter Merkel, die an einem Pult stand, waren Özdemir und Lindner zu sehen. Was war da los? Welche neue Entscheidungslage? „Was ist da los? Was meint sie mit neuer Entscheidungslage?“ Martin war einer, der sagte, was er dachte. Er wollte jetzt wissen, wieso ihn alle so doof anguckten. Was hatte die denn nun gesagt? „Wieso guckt ihr mich alle so doof an. Was hat sie denn nun gesagt?“ Sein Handy klingelte. Andrea. Genau – die hatte ihm noch gefehlt. „Martin, hast du das gerade gesehen?“ „Nur den letzten Satz, was hat sie denn gesagt?“ „Bätschi, hat sie gesagt, einfach nur Bätschi.“ „Was meinst du damit, Andrea, verdammte Scheisse, was ist da passiert?“ „Die haben gestern getagt, geheim, bei den Schwarzen. Lindner, Cem, Schäuble und Söder – und jetzt sind wir am Arsch.“ „Was?“ „Die Merkel hat gerade gesagt, dass sie jetzt eben nicht mit uns koalieren möchte, weil ihr das gestern alles zu knapp war. Und die haben gestern abend wohl irgendwie einen Koalitionsvertrag aus der Schublade gezaubert. Und…“

Aber Martin hörte nicht mehr zu.

 

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Manowar – ein wahrhaft metalischer Konzertabend

Unser Märchenprinz unter Metalwarriors – von Sebastian Bartoschek.
Bild 1
Es ist ein eisiger Wind, der durch Essen weht, an diesem Freitagabend. Noch zwei Tage, dann wird der erste Advent gefeiert. Die Stadt beginnt sich herauszuputzen bzw. hat es schon seit ein paar Wochen versucht, und ist kläglich daran gescheitert. Ein Gerippe von einem Tannenbaum ziert, einem unheilvollen riesigen Skelett eines amorphen Schreckens gleich, den Essener Weihnachtsmarkt. Es ist die apokalyptische Version einer Weihnachtstanne, selten wurde durch eine gesamte Stadtdekoration den Fell-Schwert-und-letzte-Schlacht-Musikern von Manowar so konsequent ein ganzes Stadtbild überlassen.
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Dieser Eintrag wurde am 4. Dezember 2017 veröffentlicht. 2 Kommentare

Güldene Clubvorteile für exklusive Prinzessinnen-Huldiger/innen

IMG_4841Von unseren royalen Marketing-Chiefs Bernhard Torsch (Text) und Sebastian Bartoschek (Bilder)

Eine Zeitschrift für wütende Bürgerliche eher kompakten Verstandes, deren Name und Herausgeber zu nennen wir unseren Qualitätsleserinnen und -lesern nicht zumuten wollen, buhlt auf erschreckend vulgäre Art um den Brieftascheninhalt ihrer Leserschaft. Dabei verspricht das Periodikum, nennen wir es „XXX“, für den Gegenwert von 500 Euro die tollsten Sachen: Weiterlesen

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